Dauer
26.6.26, 20:00 - 21:00
Ort
Westgalerie
Sprache
English
Eintritt
15 € regulär | 12 € ermäßigt | Freier Eintritt mit „365 Live“
Info
Im Rahmen von TUNE findet ein Solo-Auftritt am von Musiker Arto Lindsay und ein Konzert gemeinsam mit dem Bassisten und Komponisten Melvin Gibbs statt. Die Klanginstallation mit dem Titel My Body Is Unfinished wird zudem nach Arto Lindsays Residency für zehn Tage in der Westgalerie zu sehen sein.
Programm
Freitag, 26.6.26
20 Uhr | Arto Lindsay, Melvin Gibbs. Konzert
Samstag, 27.6.26
18 Uhr | Arto Lindsay. Künstler*innengespräch
20 Uhr | Arto Lindsay. Konzert
Arto Lindsay bringt Lärm, Dissonanz, Wiederholung und eine Vorliebe für tranceartige brasilianische Karnevalsklänge mit. Dabei wird er von seinem langjährigen Mitstreiter, dem legendären Bassisten und Komponisten Melvin Gibbs begleitet. Indem er die Grenzen zwischen Lärm und Schönheit, Improvisation und Songwriting sowie brasilianische und nordamerikanische Traditionen aufhebt, hat sich Arto als Pionier der experimentellen Musik etabliert. Verankert in Musik, Filmmusik, bildender Kunst und Performance zeichnet sich sein Werk durch Neugier und die Verschiebung von Genregrenzen aus.

Arto Lindsay. Photo: Anitta Boa Vida
Arto Lindsay, der aus der New Yorker No-Wave-Szene hervorging – einer avantgardistischen Musik- und Kunstszene der 1970er Jahre, in der die von ihm mitbegründete Band DNA eine zentrale Rolle spielte –, entwickelte einen radikal unkonventionellen Gitarrenstil, der die Konventionen des Rock in Frage stellte und sich durch kratzende Klänge, Noise-Ausbrüche und gebrochene Rhythmen auszeichnete. Später verschmolz er diese avantgardistischen Ansätze mit brasilianischen Formen wie Samba und Bossa Nova und verband Dissonanzen mit üppigen Melodien und tropikalistischen Einflüssen, wobei er oft auf Portugiesisch und Englisch sang. Seine Zusammenarbeit mit Künstlern wie Caetano Veloso und David Byrne trug dazu bei, eine Brücke zwischen Pop und experimenteller Musik über kulturelle Grenzen hinweg zu schlagen. Arto arbeitete zudem eng mit bildenden Künstlern wie Vito Acconci, Ernesto Neto und Matthew Barney zusammen und erweiterte so seine Klangsprache auf Installations- und Multimedia-Kontexte; sein Sound ist in der Ausstellung „For Children“ in Zusammenarbeit mit Rivane Neuenschwander zu hören.

Melvin Gibbs. Photo: Christian Stewart
Melvin Gibbs ist eine zentrale Figur der experimentellen Musik und Improvisation. Er ist bekannt dafür, Avantgarde-Jazz, Rock und groove-basierte Formen mit intellektueller Strenge und emotionaler Kraft zu verbinden. Gibbs entstammt der Musikszene New York Citys und revolutionierte die Spielweise des E-Basses in Free Jazz und Harmolodics – einem bahnbrechenden Ansatz, bei dem jedes Instrument die Melodie führen kann. Seine Kooperationen, von Sonny Sharrock bis zur Rollins Band, spiegeln eine unverwechselbare Mischung aus rhythmischer Souveränität und Experiment mit Texturen wider, die Groove und Abstraktion verbindet. In seinem zuletzt erschienenen Buch How Black Music Took Over the World gibt er Einblicke in die Urspünge Schwarzer Musik. Darin zeigt er den Einfluss des musikalischen Erbes des afrikanischen Kontinents auf die heutige Musik auf.