Dauer
27.6.26, 20:00 - 21:00
Ort
Westgalerie
Sprache
English
Eintritt
15 € regulär | 12 € ermäßigt | Freier Eintritt mit „365 Live“
Info
Für diese Ausgabe von TUNE präsentiert der Musiker Arto Lindsay zwei Live-Auftritte: einen Soloauftritt und einen weiteren gemeinsam mit dem Bassisten und Komponisten Melvin Gibbs sowie seinem langjährigen Kooperationspartner Stefan Brunner. Eine Klanginstallation mit dem Titel My Body is Unfinished, a Re-purposed Parade wird zudem nach seiner Residenz zehn Tage lang in der Westgalerie zu sehen sein. Lindsay arbeitet seit vielen Jahren mit Brunner an einer Reihe von Rauminstallationen, die für seine Konzerte entwickelt wurden. Gemeinsam schufen sie 2022 die erste Version der Klanginstallation an der ECAL in Lausanne.
Programm
Freitag, 26.6.26
20 Uhr | Arto Lindsay mit Melvin Gibbs und Stefan Brunner. Konzert
Samstag, 27.6.26
18 Uhr | Arto Lindsay. Künstler*innengespräch
20 Uhr | Arto Lindsay mit Stefan Brunner. Konzert
Arto Lindsay bringt Lärm, Dissonanz, Wiederholung und eine Vorliebe für tranceartige brasilianische Karnevalsklänge mit. Indem er die Grenzen zwischen Lärm und Schönheit, Improvisation und Songwriting sowie brasilianische und nordamerikanische Traditionen aufhebt, hat sich Arto als Pionier der experimentellen Musik etabliert. Verankert in Musik, Filmmusik, bildender Kunst und Performance zeichnet sich sein Werk durch Neugier und die Verschiebung von Genregrenzen aus.

Arto Lindsay. Photo: Anitta Boa Vida
Arto Lindsay, der aus der New Yorker No-Wave-Szene hervorging – einer avantgardistischen Musik- und Kunstszene der 1970er Jahre, in der die von ihm gegründete Band DNA eine zentrale Rolle spielte –, entwickelte einen radikal unkonventionellen Gitarrenstil, der die Konventionen des Rock in Frage stellte und sich durch kratzende Klänge, Noise-Ausbrüche und gebrochene Rhythmen auszeichnete. Später verschmolz er diese avantgardistischen Ansätze mit brasilianischen Formen wie Samba und Bossa Nova und verband Dissonanzen mit üppigen Melodien und tropikalistischen Einflüssen, wobei er oft auf Portugiesisch und Englisch sang. Seine Zusammenarbeit mit Künstlern wie Caetano Veloso und Ryuchi Sakamoto trug dazu bei, eine Brücke zwischen Pop und experimenteller Musik über kulturelle Grenzen hinweg zu schlagen. Arto arbeitete zudem eng mit bildenden Künstlern wie Vito Acconci, Ernesto Neto und Matthew Barney zusammen und erweiterte so seine Klangsprache auf Installations- und Multimedia-Kontexte; sein Sound ist in der Ausstellung „For Children“ in Zusammenarbeit mit Rivane Neuenschwander zu hören.