TUNE ist eine Serie kurzer Residencies, angesiedelt zwischen Sound, Musik und visueller Kunst. Die eingeladenen Künstler*innen arbeiten genre-, epochen- und stilübergreifend. Den Auftakt macht im Februar NEW YORK, die eine pointierte Interpretation maximalistischer Elektrosounds mit einem unbekümmerten Gesangsstil verbinden, um einen schwindelerregenden Soundtrack für urbanes Leben im digitalen Zeitalter zu schaffen. Im März verwandelt die Komponistin und Multi-Instrumentalistin Angel Bat Dawid die Bühne in ein Portal zu einer anderen Dimension und zu einem Ort für ihren transformativen Ansatz des Musikschaffens. Im April folgt ein seltener Auftritt des Musikers, Komponisten und Produzenten Jim O’Rourke. Zusammen mit Eiko Ishibashi, die Jazz, experimentellen Pop und zeitgenössische Klassik in ihren Soloarbeiten, Kooperationen und Filmmusiken verbindet, ist er zu Gast im Haus der Kunst.
Live Programme 2026
- 27. & 28.2.26 | NEW YORK
- 27. & 28.3.26 | Angel Bat Dawid
- 17. & 18.4.26 | Eiko Ishibashi, Jim O‘Rourke
- 14. & 16.5.26 | Authentically Plastic, Ritournelle x Blitz
- 26. & 27.6.26 | Arto Lindsay, Melvin Gibbs
- 11. & 12.9.26 | Florian Hecker
Künstler*innen-Info
Authentically Plastic
Authentically Plastic stammt ursprünglich aus Kampala, Uganda, und schafft rasante, radikale Klanglandschaften, die industrielle Club-Energie, experimentellen Noise und ostafrikanische Rhythmusstrukturen miteinander verschmelzen.
Angel Bat Dawid
Angel Bat Dawid ist eine in Chicago lebende Musikerin, Klarinettistin und Komponistin, deren Werk sich über Free Jazz, Spiritual Jazz und avantgardistische Improvisation erstreckt. Verwurzelt in der Tradition der AACM (Association for the Advancement of Creative Musicians) und Sun Ras kosmischer Philosophie, kanalisiert ihre Musik Ahnen-Erinnerungen, Schwarze Befreiungstheologie und tiefes Zuhören in dichte, emotional aufgeladene Klanglandschaften. Ihr Debütalbum The Oracle (2019), das vollständig auf ihrem Handy aufgenommen wurde, präsentierte sie als kraftvolle und kompromisslose Stimme, die Klarinette, Gesang, Klavier und Elektronik miteinander verbindet.
Florian Hecker
Florian Hecker beschäftigt sich mit synthetischem Klang, dem Hörprozess und der Hörerfahrung des Publikums. Zu seinen jüngsten Ausstellungen und Performances zählen „FAVN“, Terraforma EXO, Mailand, 2025; „TEMPLEXTURES“, Galerie Neu, Berlin, Deutschland; „FAVN“, Roy and Edna Disney CalArts Theater, Los Angeles, CA, USA; „Formulations As Texture — Horizontal and Vertical Crossings“, Simian, Kopenhagen, Dänemark (alle 2022) sowie „Resynthesizers“, Equitable Vitrines, Los Angeles, CA, USA (2021). Darüber hinaus verfügt Hecker über eine umfangreiche Diskografie, darunter: Natural Selection (PAN, 2026); NORMIFICATION (Diagonal, 2025); Resynthese FAVN (Blank Forms, New York, 2024) und viele mehr. Seit 2024 ist Hecker Professor für „Klang und Experiment“ an der Akademie der Bildenden Künste München (Bayerisches Spitzenprofessurenprogramm).
Heith
Das italienische Projekt Heith des in Mailand lebenden Künstlers Daniele Guerrini bewegt sich zwischen spiritueller Elektronik, dekonstruierten Pop-Terrains und ritualistischen Atmosphären. Mit zwei bemerkenswerten Alben, die bei PAN erschienen sind, hat Heith den Sound einer postdigitalen, neo-psychedelischen Avantgarde definiert.
Eiko Ishibashi
Eiko Ishibashis Werk umfasst Jazz, Pop, elektronische Musik und zeitgenössische klassische Musik. Mit ihren facettenreichen Arrangements und ihrer unverwechselbaren Stimme hat sie vielbeachtete Soloalben veröffentlicht, zuletzt ihr Songalbum Antigone (2025). Sie arbeitete mit dem Filmemacher Ryusuke Hamaguchi zusammen, um die Filmmusik für seinen von der Kritik gefeierten Film Drive My Car (2021) und später für Evil Does Not Exist (2023) zu komponieren. Im Jahr 2020 erhielt sie den Auftrag, Musik für die Ausstellung „Japan Supernatural“ in de Art Gallery of New South Wales in Sydney zu komponieren.
Arto Lindsay
Arto Lindsay stammt aus der New Yorker No-Wave-Szene der 1970er Jahre, einer avantgardistischen Musik- und Kunstszene, in der die von ihm gründeten Band DNA eine zentrale Rolle spielte. Er entwickelte einen radikal unkonventionellen Gitarrenstil, der die Konventionen des Rock infrage stellte und sich durch kratzende Klänge, Noise-Ausbrüche und gebrochene Rhythmen auszeichnete. Später verschmolz er diese avantgardistischen Ansätze mit brasilianischen Formen wie Samba und Bossa Nova und verband Dissonanzen mit üppigen Melodien und tropikalistischen Einflüssen, wobei er oft auf Portugiesisch und Englisch sang. Seine Zusammenarbeit mit Künstlern wie Caetano Veloso und Ryuchi Sakamoto trug dazu bei, eine Brücke zwischen Pop und experimenteller Musik über kulturelle Grenzen hinweg zu schlagen. Arto arbeitete zudem eng mit bildenden Künstlern wie Vito Acconci, Ernesto Neto und Matthew Barney zusammen und erweiterte so seine Klangsprache auf Installations- und Multimedia-Kontexte; sein Sound ist in der Ausstellung „For Children“ in Zusammenarbeit mit Rivane Neuenschwander zu hören.
Jim O'Rourke
Bekannt für sein breit gefächertes Schaffen in den Bereichen experimentelle Musik, Rock und Filmsoundtracks, stieg Jim O'Rourke in den 1980er Jahren aus der Avantgarde-Szene hervor und erlangte Anerkennung sowohl für seine Soloarbeiten als auch für seine vielfältigen Kollaborationen. Er hat zahlreiche Künstler produziert, darunter Sonic Youth, Beth Orton und Wilco, und spielte als Mitglied in Gruppen wie Gastr Del Sol, Loose Fur, Sonic Youth und anderen. Neben einer umfangreichen Diskografie hat er Filmmusik für renommierte Regisseure wie Werner Herzog, Koji Wakamatsu und Olivier Assayas komponiert, mit der Merce Cunningham Dance Company zusammengearbeitet und Auftragsarbeiten für Ina GRM übernommen.
NEW YORK
NEW YORK ist ein Girl-Pop-Musik- und Performanceprojekt der Künstlerinnen Gretchen Lawrence und Coumba Samba. Lizensfreie Loops, Klicks, Schnitte und impulsive Vocals werden zu einem eigenständigen Sound verarbeitet. NEW YORK kombiniert und transformiert die Klänge und Visuals von Hip-Hop, Pop und Electro und trägt sie in die urbane Realität der Stadt. Von ihrem selbstveröffentlichten Debüt No Sleep Till N.Y. (2022) über das Konzeptalbum Rapstar (2024) bis zu ihrer neuen EP Push (2025) erfindet sich NEW YORK kontinuierlich neu, beziehen Freunde und Kollaborateur*innen in den kreativen Prozess ein und formen ihren Sound stetig weiter.
