Warp, 2000
Ein-Kanal-Video, Farbe, Ton, 4:13 Minuten
Mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin und BERG Contemporary
Warp markiert Steinas Übergang zur softwarebasierten Bildbearbeitung Ende der 1990er Jahre. Die Arbeit nutzt Image/ine, ein Programm, das Steina in Zusammenarbeit mit dem Softwareentwickler Tom Demeyer entwickelt hat. Eine grafische Benutzeroberfläche ermöglicht das Verzerren und Verformen des Videobildes in Echtzeit.
Für das in einem leeren Studio aufgenommene Werk nutzt Steina ihren eigenen Körper als visuelles Ausgangsmaterial und lotet damit die Möglichkeiten der Software aus. Die Slit-Scan-Verarbeitung macht Zeit räumlich sichtbar: Steinas Körper vervielfacht sich in verschiedenen Perspektiven, die sich im Zeitverlauf überlagern. Steina entwickelte Image/ine während ihrer Zeit als künstlerische Leiterin am STEIM (Studio voor Elektro- Instrumentale Muziek) in Amsterdam. Das Programm gehörte zu den ersten von Künstler*innen entwickelten Tools, das eine unmittelbare, benutzergesteuerte Manipulation von bewegten Bildern ermöglichte. Die Software wurde später in weiteren Arbeiten der Künstlerin verwendet, darunter Bent Scans (2002). Image/ine wurde nie patentiert, was Steinas Haltung widerspiegelt, Werkzeuge zu entwickeln, die anpassbar, übertragbar und für künstlerische Zwecke frei verfügbar bleiben.
