Technisches Glossar zu „Steina. Playback“ in alphabetischer Ordnung:

Analog: Ein analoges Video basiert auf einem kontinuierlichen elektrischen Signal. Das Bild entsteht durch einen Elektronenstrahl, der eine Bildröhre zeilenweise abtastet. Das analoge Video ist ein Abdruck der Wirklichkeit in einem physischen Träger. Es altert und verändert sich mit der Zeit. 

Closed-Circuit bezeichnet eine geschlossene Videoanordnung, in der Kamera und Monitor in Echtzeit direkt miteinander verbunden sind. Die Videoaufnahme wird in Echtzeit auf dem Monitor gezeigt.

Digital: Ein digitales Video übersetzt Bildinformation in Binärcode (0 und 1). Das Bild besteht aus einem Raster von Pixeln, jeder Pixel hat einen exakt definierten Farbwert.

Drift: In der analogen Videotechnik bezeichnet „drift" die unkontrollierte, allmähliche Abweichung eines Signals von seinem Sollwert – zum Beispiel wenn ein Oszillator sich leicht verschiebt, Farben sich ungewollt verändern oder die Synchronisation instabil wird.

Environment: Der Begriff Environment bezeichnet in der Kunst eine raumgreifende, dreidimensionale Werkform, die die/den Betrachter*in physisch umgibt und einbezieht.

Feedback ist ein Spezialfall des Closed-Circuit: Die Kamera filmt tatsächlich ihren eigenen Monitor – der Ausgang des Systems wird buchstäblich auf seinen Eingang zurückgeführt.

Real-time Processing: Im Kontext der Videokunst bezeichnet Real-time Processing die Verarbeitung von Bild- und/oder Tondaten in Echtzeit – also ohne Vorproduktion oder Nachbearbeitung. Das bedeutet, dass visuelle Effekte, Transformationen oder generative Inhalte im selben Moment erzeugt werden, in dem sie auch zu sehen sind.

Scanning: Im Videokontext bezeichnet Scanning (Abtastung) den technischen Vorgang, bei dem der Elektronenstrahl einer CRT-Röhre das Bild zeilenweise von oben nach unten abtastet – Zeile für Zeile, mit hoher Geschwindigkeit – um das Bild auf dem Bildschirm aufzubauen. Dieser Prozess ist die Grundlage des analogen Videobildes. Bei den Vasulkas wird dieser eigentlich unsichtbare technische Vorgang zum künstlerischen Material: Der Rutt/Etra Scan Processor greift genau in diese Abtastbewegung ein und verbiegt die Rasterzeilen entsprechend den Helligkeitswerten.

Vocoder: Ein Vocoder (kurz für Voice Coder) ist ein elektronisches Gerät oder eine Software, das die menschliche Stimme analysiert und synthetisch neu zusammensetzt. Es zerlegt das Sprachsignal in seine Frequenzbestandteile und überträgt diese auf einen anderen Klang – oft einen synthetischen Ton oder Rauschen. Das Ergebnis ist dieser charakteristische, maschinell-roboterhafte Klang, den man z.B. aus der elektronischen Musik der 1970er Jahre kennt – etwa von Kraftwerk. Die Stimme bleibt erkennbar als Stimme, verliert aber ihre natürliche Qualität und wird zu etwas Künstlichem, Elektronischem.

Zeilensprungstruktur: Die Zeilensprungstruktur (englisch: interlacing) ist ein technisches Verfahren der analogen Videoübertragung. Ein Videobild wird dabei nicht als ganzes Bild auf einmal aufgebaut, sondern in zwei Durchgängen – zuerst alle ungeraden Zeilen, dann alle geraden Zeilen. Diese beiden Halbbilder wechseln sich so schnell ab, dass das menschliche Auge sie als ein vollständiges Bild wahrnimmt.

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