Dauer
7.10.26, 19:00 - 20:00
Info
Ellen Fullman, die eine Ausbildung zur Bildhauerin absolvierte, ist Komponistin, Performerin und Instrumentenbauerin, die sich seit mehr als vierzig Jahren mit der Entwicklung und Aufführung des Long String Instrument beschäftigt. Inspiriert vom Komponisten und Instrumentenbauer Harry Partch sowie von Alvin Luciers Music on a Long Thin Wire ist das Werk eine großformatige Installation, die den Raum selbst zum Resonanzkörper des Instruments macht. Feine Drähte spannen sich über eine Länge von über fünfzig Fuß quer durch den Raum und werden mit Kolophonium bestrichenen Fingern zum Klingen gebracht, wodurch lang anhaltende, dröhnende, orgelförmige Töne und eine schimmernde Dichte an Obertönen entstehen.
Fullman hat dieses Werk im Rahmen ihrer Forschungen zur Theorie der reinen Intonation entwickelt, einem System, das auf den einfachen Frequenzverhältnissen der harmonischen Reihe basiert, sowie zu Saitenobertönen und Instrumentenbau. Ihr kompositorischer Ansatz stützt sich auf die oberen Teiltöne, die höheren Frequenzen, die neben dem Grundton einer Saite auftreten, wodurch diese subtilen Obertöne zu einer Quelle harmonischer Bewegung in der Musik werden.
Im Rahmen von TUNE im Oktober wird Fullman am Mittwoch, dem 7.10.26, und am Donnerstag, dem 8.10.26, zwei Aufführungen mit dem Long String Instrument geben. Der Performance am 8.10.26 folgt ein kostenfrei zugängliches Künstler*innengespräch.
Tickets in Kürze erhältlich.

Ellen Fullman Nach ihrem Abschluss am Kansas City Art Institute mit einem BFA in Bildhauerei begann Ellen Fullman 1980 in ihrem Atelier in St. Paul, Minnesota, mit der Entwicklung des Long String Instrument und zog im folgenden Jahr nach Brooklyn. Inspiriert vom Komponisten und Instrumentenbauer Harry Partch sowie von Alvin Luciers Music on a Long Thin Wire erzeugt Fullmans großformatiges Werk dröhnende, orgelförmige Obertöne, die in der Welt des Klangs ebenso einzigartig sind wie ihre Vision des Instruments selbst. Durch ihre Forschungen zur Theorie der reinen Intonation, zu Saitenoberschwingungen und zum Design von Musikinstrumenten hat Fullman einen kompositorischen und performativen Ansatz entwickelt, der die harmonische Bewegung durch die Konzentration auf obere Teiltöne erweitert. Sie hat zahlreiche Aufnahmen mit diesem ungewöhnlichen Instrument gemacht und architektonische Räume bei Festivals auf der ganzen Welt zum Schwingen gebracht, darunter das Festival d’Automne in der Bourse de Commerce in Paris, das Geffen Contemporary im MOCA in Los Angeles, das Musica Festival in Straßburg, das Tectonics Festival in Athen und das Sydney Festival. Zu ihren Aufzeichnungen zählen: Elemental View (Room40, 2025) mit der Living Earth Show, das in die Modern Composition Top 10 des Jahres 2025 des Magazins The Wire aufgenommen wurde, sowie Harbors (Room40, 2020), eine Zusammenarbeit mit Theresa Wong. Ihr Werk wurde von Alvin Lucier in seinem Buch Music 109: Notes on Experimental Music (Wesleyan University Press, 2012) sowie von David Byrne in How Music Works (McSweeney’s, 2012) erwähnt.
