Pressemitteilung
„Steina: Playback“ zeichnet mehr als fünf Jahrzehnte des Schaffens einer Künstlerin nach, die als wegweisend für die Geschichte der Videokunst gilt. Steina (geb. Steinunn Briem Bjarnadóttir, 1940, Reykjavík), klassisch ausgebildete Geigerin, wandte sich 1970 dem Medium Video zu und näherte sich der Kamera wie einem Musikinstrument, das, in ihren eigenen Worten vom „majestätischen Fluss der Zeit“ geleitet wird. Bild und Ton werden in ihrer Arbeit austauschbar: Das elektronische Signal ist zugleich Bild und Klang, der Apparat zugleich Werkzeug und handelnde Instanz. Aus der Welt der Musik kommend, überträgt Steina Prinzipien des Spielens und der Performance auf ihre Kompositionen und auf die Echtzeitverbindung von Musikinstrumenten und Videotechnologien.
Playback, Wiederholung und die geschlossenen Zeitlichkeiten des Mediums haben lange bestimmt, wie Steina ihre Arbeit präsentiert. Im Haus der Kunst entfaltet sich die Ausstellung nicht als Chronologie, sondern als Umlaufbahn durch Steinas Kosmos: ihre erfundenen Werkzeuge, ihre projizierten Environments und die langen Kollaborationen, die ihr Werk geprägt haben. Von der Stimme über das Signal bis hin zum System folgt die Ausstellung Klang, Lebendigkeit und Technologie, die treibenden Kräfte, die sich durch ihr Schaffen ziehen. Die Ausstellung umfasst einundzwanzig Werke, die von frühen dokumentarischen Experimenten aus den späten 1970er Jahren bis hin zu großformatigen, projizierten Environments reichen. Zu sehen ist unter anderem „Outer Cosmos“ (2026), Steinas jüngstes Werk, das hier erstmals präsentiert wird. Die Arbeit knüpft an „Orbital Obsessions“ (1975–77) an und greift das ursprüngliche Filmmaterial – ein in Steinas Studio in Buffalo aufgenommenes Selbstporträt – nach Jahrzehnten erneut auf. Das Selbstporträt, bei dem mehrere Kameraansichten übereinandergelegt, rückgekoppelt und vervielfacht werden, steht nun im Zentrum eines größeren sphärischen Bildraums, um den das ursprüngliche Ausgangsmaterial zirkuliert.
Bereits seit den frühen 1970er Jahren spielt Steina eine zentrale Rolle bei der Etablierung von Video als künstlerisches Medium. 1971 gründete sie gemeinsam mit ihrem Lebenspartner Woody Vasulka in New York „The Kitchen“, einen Ort für erweiterte Formen von Bild, Ton und Live-Performance. Er ging aus informellen Zusammenkünften in ihrem Atelier in der 14th Street hervor. „The Kitchen“ wurde zu einem gemeinsamen Arbeitsumfeld für eine aufstrebende Gemeinschaft von Videoschaffenden, visuellen Künstler*innen und experimentellen Komponist*innen, darunter Joan Jonas, La Monte Young und Alvin Lucier, deren Praxis Performance, Klang und das bewegte Bild eng miteinander verband. Die Abteilung Bildung und Teilhabe des Haus der Kunst greift diesen Geist der Zusammenarbeit in einem Programm öffentlicher Begegnungen auf, das auf den Prinzipien von Kollaboration, Spiel und einem offenen Umgang mit Werkzeugen und Wissen basiert.
„Steina: Playback“ wird vom MIT List Visual Arts Center in Zusammenarbeit mit dem Buffalo AKG Art Museum organisiert. Sie wird co-kuratiert von Natalie Bell, MIT List Visual Arts Center, und Helga Christoffersen, Buffalo AKG Art Museum. Die koordinierenden Kuratorinnen im Haus der Kunst sind Lydia Antoniou und Marlene Mützel.
Ausstellungszeitraum
12.6. – 7.12.26
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Steina und Woody Vasulka, Matrix I, 1970–72. Erworben von The Museum of Modern Art, New York (The Jill and Peter Kraus Media and Performance Acquisition Fund); Tate, London, mit Mitteln bereitgestellt von Tate Americas Foundation; San Francisco Museum of Modern Art (Accessions Committee Fund purchase); und Pamela und Richard Kramlich und New Art Trust, 2020. Installationsansicht: Steina: Playback, MIT List Visual Arts Center, 2024. Foto: Dario Lasagni
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Steina, The West, 1983. San Francisco Museum of Modern Art, Accessions Committee Fund purchase, gestiftet von Mimi und Peter Haas, Susan und Robert Green, Mr. und Mrs. Brooks Walker Jr., und Thomas Weisel.
Installationsansicht: Steina: Playback, MIT List Visual Arts Center, 2024. Foto: Dario Lasagni
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Steina, Borealis, 1993.
Installationsansicht: Steina: Playback, MIT List Visual Arts Center, 2024. Foto: Dario Lasagni
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Steina, Borealis, 1993.
Installationsansicht: Steina: Playback, MIT List Visual Arts Center, 2024. Foto: Dario Lasagni
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Steina
Violin Power, 1970–78 (still).
Einzelkanal-Video mit Ton; 9:46 min.
Courtesy the artist and BERG Contemporary, Reykjavík
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Steina
Somersault, 1982 (still)
¾” U-matic-Video in Farbe mit Ton, 5:15 min.
Courtesy die Künstlerin und BERG Contemporary
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Steina und Woody Vasulka
Noisefields, 1974 (still)
Einzelkanal-Video in Farbe mit Ton; 7:07min.
Courtesy die Künstlerin und BERG Contemporary, Reykjavík
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Steina und Woody Vasulka
Telč, 1974 (still)
Einzelkanal-Video in Farbe mit Ton; 5:15min.
Courtesy die Künstlerin und BERG Contemporary, Reykjavík
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Steina in her studio in New York, 1975
Foto: Kevin Noble
Courtesy the Vasulka Archive
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Steina
Foto: Friðgeir Helgason