Diese Klanginstallation von Miriam Adefris ist Teil von TUNE, der monatlichen Serie kurzer Residencies von Künstler*innen, die zwischen Sound, Musik und visueller Kunst arbeiten. Jedes Jahr werden zwei Künstler*innen aus dem laufenden Programm für eine Sound-Installation beauftragt, die jeweils 6 Monate lang im Terrassensaal zu hören ist.

Die Harfenistin und Komponistin Miriam Adefris lässt sich von Gefühlen der Weite und der Intimität inspirieren – und von der Frage, wie beide zur gleichen Zeit am selben Ort bestehen können. Sie erforscht die Textur von Klang und dessen Beziehung zur Umgebung. Durch aufmerksames, räumliches Hören möchte sie alternative Formen der Verbindung schaffen.

Durch elektronische Bearbeitung verwandeln sich diese intimen Gesten in dichte Schichten arpeggierter – perlender - Akkorde und in Klangwände, die weiträumig, dicht und in ihrer Fülle überwältigend wirken. Im Verlauf des Stücks nähern sich diese Zustände von Weite und Intimität, die zunächst gegensätzlich erscheinen, allmählich einander an und verschmelzen zu einer Klanglandschaft, die zugleich groß und fein gewoben ist.

Die Gefühle, die mit diesen Zuständen verbunden sind – Angst und Verletzlichkeit auf der einen, Gelassenheit und ein tiefes Gefühl der Verbundenheit auf der anderen Seite – werden dabei infrage gestellt: Kann es einen Raum geben, in dem diese Emotionen nebeneinander bestehen, ohne einander zu widersprechen?

Kuratiert von Sarah Miles mit Aditi Kapoor

Künstler*innen-Info

Miriam Adefris

Miriam Adefris ist Harfenistin und Komponistin und lebt in London. Sie kombiniert den analogen Klang der Harfe mit elektronischer Klangbearbeitung und interessiert sich dabei besonders für Klangtexturen sowie die Wechselwirkung zwischen Klang und Umgebung. Ihre Soloauftritte, die sowohl in der Improvisation als auch in komponierten Strukturen verwurzelt sind, zielen darauf ab, das Publikum in ein Hörerlebnis einzutauchen und alternative Wege der Verbindung zu schaffen. Sie vereint vielfältige musikalische Einflüsse, darunter ihr Harfenstudium in Wien und ihre Einbindung in die reichhaltige Londoner Experimental- und Jazzszene. Neben dem Spielen ihrer eigenen Musik stehen die Zusammenarbeit mit anderen Künstler*innen sowie die Schaffung von Klanginstallationen und Musik für visuelle Medien im Mittelpunkt ihrer Arbeit.

Seit 2023 erlangte Miriam Adefris über die Grenzen Großbritanniens hinaus Aufmerksamkeit durch ihre Zusammenarbeit mit dem Elektronik-Musiker Floating Points, der Sängerin Ganayva, dem Multi-Instrumentalisten Shabaka Hutchings und anderen. Sie tourte um die ganze Welt und trat bei einer Vielzahl von Festivals und an Veranstaltungsorten wie dem Sydney Opera House (AUS), dem Knockdown Center in New York (US), dem Primavera in Barcelona (ES), dem London Jazz Festival (UK), dem Xjazz! Festival Berlin (GER), dem Popfest Wien (AT), Transmissions Ravenna (IT), dem C2C Festival Turin (IT) und vielen anderen. Miriams neues Projekt Flur, bestehend aus ihr, Isaac Robertson und Dillon Harrison, veröffentlichte im September 2025 sein „fesselndes Debüt“ (Pitchfork) beim Pariser Label Latency und erntete damit breite Anerkennung bei den Kritikern.

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