Die Skulptur Museo Aero Solar in der Mittelhalle ist ein frei zugänglicher Teil der Ausstellung „Tomás Saraceno in collaboration. Verwobene Welten“. Das Museo Aero Solar ist ein fliegendes Museum und eine Solarskulptur aus gebrauchten Plastiktüten. Es wird von vielen Menschen gemeinsam gebaut. An jedem neuen Ausstellungsort sammeln die Teilnehmenden Plastiktüten und fügen diese hinzu. Es ist kein abgeschlossenes Kunstwerk, sondern ein fortlaufender gemeinsamer Prozess – ein transnationales Museum der Erfahrungen und ein Monument kollektiven Handelns.

Im Anschluss an das aktuelle Erdzeitalter, dem Anthopozän, in dessen Verlauf Menschen durch Industrialisierung und Massenkonsum das Klima und die Atmosphäre grundlegend verändert haben, beschreibt Saraceno mit „Aerocene“ ein Konzept, welches die Luft ins Zentrum stellt. Luft und Wasser sind die Elemente, die alle Lebewesen teilen und keine Grenzen kennen. Somit steht „Aerocene“ für ein Zeitalter der Verbundenheit statt der Beherrschung und für eine andere Vorstellung von Fortschritt:

„Aerocene ist ein Vorschlag für ein neues Zeitalter in, auf, für und mit der Luft – hin zu einem Bündnis im Gleichgewicht mit den Elementen… Frei von Grenzen, frei von fossilen Brennstoffen, frei von neokolonialer Ausbeutung.“
– Aerocene Gemeinschaft

Bei „Aerocene“ geht es um die Frage, wie wir anders leben könnten. Das Museo Aero Solar ist ein beispielhaftes Projekt für das Konzept des „Aerocene“. Statt auf fossile Brennstoffe zu setzen, schweben aerosolare Skulpturen allein durch Sonnenlicht und Luft. Sie steigen durch Wärme auf und treiben mit dem Wind, getragen von denselben Strömungen, die Samen und Wolken bewegen.

In dieser Vision geht es beim Fliegen nicht mehr nur um Kontrolle und Geschwindigkeit. Das Kunstwerk wird zu einer Übung für Einfühlung, Entschleunigung und Zusammenleben. Es ist eine Einladung über eine nachhaltige und verantwortungsvolle Zukunft nachzudenken.

Credit

Künstler*innen-Info

Tomás Saraceno

Tomás Saraceno (*1973) ist ein in Argentinien geborener und in Berlin lebender Künstler, dessen Projekte Plattformen für ökosoziale und partizipative Begegnungen schaffen und regenerative Formen des Wissens fördern und verbreiten. Indem er verschiedene Maßstäbe und Spektren miteinander verbindet, zielt er mit seiner Arbeit – ebenso wie mit den transdisziplinären Gemeinschaften, die er gegründet hat und weiterhin unterstützt, darunter das Museo Aero Solar, die Aerocene Foundation und Arachnophilia – darauf ab, die Gegenseitigkeit und Verbundenheit mit anderen Lebewesen im Netz bzw. in den Netzen des Lebens zu vertiefen.

Er hat international in bedeutenden Institutionen ausgestellt, darunter im Metropolitan Museum of Art in New York, im Palais de Tokyo in Paris und in den Serpentine Galleries in London. Zudem absolvierte er Residenzen am MIT in Cambridge, Massachusetts, beim CNES in Paris und bei der International Space University. Erhielt Vorträge beim World Economic Forum, bei TED und an der Harvard University und inszenierte Interventionen im Rahmen der COP20, COP21 und COP26.

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