Joan Jonas

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Ein grundlegendes Interesse an kulturellen Riten sowie dynamischen Prozessen der Spiegelung, Verschiebung und Neubestimmung zwischen Genre und Zeiten kennzeichnet das Werk von Joan Jonas (geb. 1936, New York, USA). Die Werkschau legt den Fokus auf wiederkehrende Themen.

Ökologische Fragestellungen klingen bereits in frühen Videoarbeiten wie Wind (1968) an; sie sind zentral für raumgreifende Installationen wie Reanimation (2010–12) oder Stream or River, Flight or Pattern (2016), die den Klimawandel und bedrohte Ökosysteme erzählerisch behandeln. Die Befragung kollektiver Bilder und Figuren aus Mythologie, Märchen und Fabel vor dem Hintergrund sozio-politischer Ereignisse bildet den Ausgangspunkt für Werke wie Juniper Tree (1969), Volcano Saga (1985) oder Lines in the Sand (2002). Ein weiteres Segment der Ausstellung versammelt Masken und Requisiten, die Jonas über die Jahre hinweg in ihren Performances begleitet haben und sich auf Elemente des japanischen Noh-Theaters und des Surrealismus beziehen.

Ergänzt wird die Ausstellung von zwei Live-Performances, in denen eine kollaborative Arbeitsweise und die eigene Historisierung zum Ausdruck kommen: Mit der Performance Mirror Piece I/II (1969/2018) führte Jonas Ende der 1960er-Jahre das zentrale Motiv des Spiegels zur Untersuchung weiblicher Rollenbilder in ihr Werk ein. Working Together: A Lecture Demonstration (2015) ist eine Hommage an die beinahe 20-jährige Zusammenarbeit mit dem Musiker Jason Moran.

Kuratiert von Andrea Lissoni und Julienne Lorz mit Elena Setzer


Die Ausstellung wurde konzipiert von Joan Jonas und dem Haus der Kunst in Zusammenarbeit mit der Tate Modern, London. Die bisher umfassendste Werkschau in Deutschland war ursprünglich für 2018 angekündigt.