Die in München und New York ansässige Künstlerin Maria VMier (geb. 1985, Passau) gestaltet ein neues Auftragswerk, das sich über verschiedene Orte innerhalb des Haus der Kunst erstreckt. Inspiriert von mündlichen Überlieferungen von Mitarbeitenden, die seit Jahrzehnten im Haus tätig sind, arbeitet VMier vor Ort an einer Konstellation miteinander verbundener Kunstwerke: einer ortsspezifischen Installation am Personaleingang, parasitär anmutenden Skulpturen, einer neuen Serie von Arbeiten auf Papier sowie einem eigens für diesen Anlass produzierten Künstler*innenbuch.
Im Mittelpunkt der künstlerischen Praxis von Maria VMier steht die Malerei, die sich von Schreibgesten und vielgestaltigen, eigenwilligen Markierungen hin zu komplexen Formationen entwickelt hat, die ständig in Bewegung scheinen. Für VMier ist die Malerei nicht nur ein Ort der Verkörperung oder des Ausdrucks, sondern auch eine Praxis der Forschung, Erfahrung und des (Ver-)Lernens. Ihre künstlerische Tätigkeit umfasst kontextspezifische und gemeinschaftsorientierte Arbeiten ebenso wie Installationen, Künstler*innenbücher und Objekte. Das Zentrum ihres Schaffens bildet der Körper als Werkzeug des Wissens – ein Ort politischer Auseinandersetzung wie auch der Freude. Wiederkehrende Themen sind die Bedingungen künstlerischen Arbeitens, die Dynamik von Macht und Begehren, Institutionen als formbare Strukturen und die Beschäftigung mit der Natur, dem Unsichtbaren und dem Unbekannten.
Kuratiert von Xue Tan