Jenna Sutela. Milky Ways. 2022, video stills. A project in collaboration with Primer

Fujiko Nakaya. Multiverse

Symposium,


Informationen

Sprache
Symposium auf Englisch
Laufzeit
Beginn 10.30 Uhr, Ende 19 Uhr. Die ca. 1-stündigen Veranstaltungen sind auch einzeln wahrnehmbar
Eintritt
Freier Eintritt


Übersicht aller Veranstaltungen

Die Übersichtsausstellung „Fujiko Nakaya. Nebel Leben“ schließt mit einem eintägigen Symposium ab, in dem der wesentliche Beitrag Nakayas zu einem erneuerten Verständnis der Kunstgeschichte aus unterschiedlichen Perspektiven erörtert und diskutiert wird. Durch ihre forschende und kollaborative Arbeitsweise zwischen Kunst, Technologie und Ökologie hat Nakaya ein Multiversum von Ideen geschaffen, die heute in dringenden Fragen über unser Verhältnis zur Umwelt nachhallen. Das Symposium präsentiert Filmvorführungen, Präsentationen und Gespräche mit internationalen Wissenschaftler*innen, Museumskurator*innen und Künstler*innen, die in Nakayas Multiversum eintauchen lassen und neue Verbindungen zu ihrem vernetzten Denken und ihrer visionären Kunstpraxis schaffen.

Eröffnet wird das Symposium mit der Skulptur HMO Nutrix (2022) der Künstlerin Jenna Sutela. Das Symposium ist Teil von Technobodies – ein langes Wochenende mit öffentlichen Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit der Städtischen Galerie im Lenbachhaus und dem Museum Brandhorst.

Diese Veranstaltung findet in englischer Sprache statt. Freier Eintritt zu allen Veranstaltungen des Symposiums, die auch einzeln besucht werden können.
Das gemeinsame Mittagessen kostet 12 €, bitte melden Sie sich bis spätestens 25.7.22 hier an (der Link führt zu Google Forms).

10.30 Uhr
Begrüßung und Einführung
Andrea Lissoni, Künstlerischer Geschäftsführer Haus der Kunst und Kurator der Ausstellung
Peter Anders, Direktor Goethe-Institut Tokyo
Sarah Johanna Theurer, Kuratorin Haus der Kunst und Kuratorin der Ausstellung

11 Uhr
Iwanami Films
Podiumsdiskussion, moderiert von Haden Guest
Dr. Haden Guest
, Direktor Harvard Film Archive und Dozent für Kunst, Film und Bildwissenschaften
Dr. Takuya Tsunoda
, Assistenzprofessor für japanischen Film und Medien, Columbia University
Go Hirasawa
, Filmwissenschaftler und Filmkurator, Meiji Gakuin University

Iwanami Productions war eine von Ukichiro Nakaya 1950 gegründete Filmproduktionsfirma, die sich auf Lehr- und Wissenschaftsfilme aus Biologie, Chemie, Insektenkunde und öffentliche Gesundheit spezialisiert hat. Das Engagement ihres Vaters ist bis heute eine wichtige Inspiration für Fujiko Nakaya. Mit neuen kinematographischen und erzählerischen Techniken sowie einem Fokus auf die Subjektivität der dargestellten Personen prägte Iwanami einen eigenen Stil, der nicht nur die aktive japanische Filmszene der Nachkriegszeit, sondern auch den internationalen Dokumentarfilm beeinflusste.

12.15 Uhr
Pause

12.30 Uhr
Milky Ways
Künstler*innengespräch, Videovorführung (Premiere)
Jenna Sutela
, Künstlerin; im Gespräch mit Sarah Johanna Theurer

Sutela stellt ihre forschungsbasierte künstlerische Arbeit vor, die auf die Vorstellung von Vernetzung im Geiste von Fujiko Nakaya aufbaut. Anhand der Skulptur HMO Nutrix, 2022, die im Haus der Kunst zu sehen ist, und der Premiere ihrer wissenschaftspoetischen audiovisuellen Arbeit Milky Ways, 2022 wird Sutela über die Einbeziehung von Micro-Organismen in ihren Arbeitsprozess sprechen. Inspiriert u.a. von Astrobiologie und Hydrofeminismus, welcher den menschlichen Körper als mit anderen Daseinsformen gleichberechtigen Teil der Natur begreift, reflektiert Sutelas Kunst über unsere tiefe Verbundenheit mit der Umwelt und untereinander.

13.15 Uhr
Mittagspause (Anmeldung für gemeinsames Mittagessen)

14.15 Uhr
Architecture and Atmosphere
Künstler*innengespräch
Philippe Rahm
, Architekt

Rahm zeigt in seinem Vortrag, wie komplex das Zusammenspiel von Wetter und Architektur ist. Nakaya's Nebellandschaften schaffen in einem ständigen Wechselspiel von An- und Abwesenheit spezifische räumliche Bedingungen. Daraus ergibt sich eine dialogische Beziehung zur Form - sowohl zu Körpern, als auch zu architektonischen Elementen. Mit seiner Vorstellung von Architektur als Gestaltung der Atmosphäre zeigt Rahm einen neuen Zugang zu Nakaya's Werk und unserer gebauten Umwelt auf.

15.00 Uhr
Media Ecologies
Podiumsdiskussion, moderiert von Sarah Johanna Theurer
Prof. Dr. Dieter Daniels
, Professor für Kunstgeschichte und Medientheorie Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig
Prof. Dr. Mi You
, Professorin für Kunst und Wirtschaft an der Universität Kassel und dem documenta Institut
Ariana Dongus
, Doktorandin für Kunstwissenschaft und Medienphilosophie an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe
Dr. Anne-Marie Duguet
, Kunstkritikerin und Kuratorin

Das Gespräch konzentriert sich auf Nakayas vernetztes Denken – von den frühen Fernsehnetzwerken bis hin zu globalen digitalen Netzwerken. Aufbauend auf den Begriffen der Medienökologie und der Elementaren Medien, und anhand der Arbeit von Fujiko Nakaya, entwickelt dieses Panel eine Vorstellung von Technologie, die nicht in Opposition zu Natur, Menschen und organischer Materie steht.

16.15 Uhr
Pause

16.30 Uhr
Cloud Studies
Künstler*innengespräch
Helmut Völter
, Künstler; Einführung von Sarah Johanna Theurer

Designer und Künstler Helmut Völter führt in die Geschichte von wissenschaftlicher Wolkenfotografie ein. Im Mittelpunkt des Vortrags steht der Doppelcharakter wissenschaftlicher Bilder als rationale Evidenz und ästhetisches Objekt, wie sie auch in der Ausstellung Nebel Leben anhand der Materialien des Physikers und Vaters der Künstlerin, Ukichiro Nakaya, thematisiert wird. Insbesondere in der Auseinandersetzung mit den Wolkenstudien des Japanischen Forschers und Künstlers Masano Abe entwickelt Völters eine neue Perspektive auf die Wolke in Medien, Kunst und Wissenschaft.

17.15 Uhr
Pause

17.30 Uhr
Sensitive Environments
Podiumsdiskussion, moderiert von Andrea Lissoni
Catherine Wood
, Programmleiterin Tate Modern
Hiroko Tasaka
, Kuratorin Tokyo Photographic Art Museum und Yebisu International Festival for Art & Alternative Visions
Dr. Michelle Kuo
, Kuratorin MoMA

Das Gespräch konzentriert sich auf die multidimensionale Wahrnehmung von Nakayas Nebelskulpturen. Die Kurator*innen, die alle in der Vergangenheit mit der Künstlerin zusammengearbeitet haben, teilen ihre Erfahrungen und kontextualisieren sie jenseits kanonischer Kunstgeschichten.

„Fujiko Nakaya. Multiverse“ ist kuratiert von Sarah Johanna Theurer und Andrea Lissoni.

Das Panel zum Thema Iwanami Films wird in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Tokyo durchgeführt.

Im Rahmen von „Technobodies“:

Lenbachhaus
Mouse on Mars. Spatial Jitter
9.4—18.9.22

Haus der Kunst
Fujiko Nakaya. Nebel Leben
8.4—31.7.2022
Dumb Type
6.5—11.9.2022
Carsten Nicolai
3.6—21.8.2022

Museum Brandhorst
Future Bodies from a Recent Past – Skulptur, Technologie, Körper seit den 1950er-Jahren
2.6.22—15.2.23