Geschichten im Konflikt:
Das Haus der Kunst und der ideologische Gebrauch von Kunst 1937-1955

AUSSTELLUNG 10.06.12 – 13.01.13

1 / 12
Werbekarte für Tennisplätze, undatiert
Der Officers’ Club im Haus der Kunst bot den amerikanischen GIs nicht nur Bars und Restaurants, sondern auch eine Vielzahl an Sportmöglichkeiten. So wurde in den großen Ausstellungssälen Basketball und hinter dem Gebäude Tennis gespielt. Der Tennisplatz an der Nordseite des Haus der Kunst blieb auch nach dem Auszug des Officers’ Club bestehen. Er wurde 1969 durch einen Parkplatz ersetzt.
Drink List / Getränkekarte, undatiert
Die „Drink List“ ist eines der wenigen Dokumente, die sich aus der unmittelbaren Nachkriegszeit, als die amerikanische Militärregierung im Haus der Kunst einen Officers’ Club eingerichtet hatte, erhalten haben.
Gemälde „Sinkende Nacht“ von Rudolf H. Eisenmenger, um 1936
Das Gemälde – eine allegorische Darstellung der drei Lebensalter - wurde 1937 auf der ersten „Großen Deutschen Kunstausstellung“ gezeigt. Eisenmenger gehörte der „Künstlerjury“ an, die für die Auswahl der Eröffnungsausstellung zuständig war; diese wurde jedoch von Adolf Hitler nach einer Vorbesichtigung der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ noch im Juni 1937 abgesetzt.
Grundriss des „Hauses der Deutschen Kunst, 1938/46
Nach dem Krieg beschlagnahmte die amerikanische Militärregierung das ehemalige „Haus der Deutschen Kunst“ und richtete dort einen Officers’ Club ein. Die Einzeichnungen auf dem Plan sind nicht vor Mai 1946 zu datieren. Zu dieser Zeit war der Ostflügel für die „Bayerische Exportschau“ freigegeben worden, und im Westflügel wurden Werke aus den vom Krieg zerstörten Pinakotheken gezeigt.
Nordfassade „Haus der Deutschen Architektur“, Entwurf: Leonhard Gall, undatiert
1938 kündigte Adolf Hitler den Bau eines „Hauses der Deutschen Architektur“ an, das gegenüber dem „Haus der Deutschen Kunst“ situiert werden und Ausstellungen zu Architektur und Kunstgewerbe zeigen sollte. Die Prinzregentenstraße wäre somit zu einer Prachtstraße der Künste ausgebaut worden. Der Bau kam, wie die meisten NS-Großprojekte, nicht zur Ausführung.
Werbeblatt, 1938
Seit der Eröffnung des „Hauses der Deutschen Kunst“ 1937 wurden Werbemittel zur Popularisierung des Gebäudes und der „Großen Deutschen Kunstausstellungen“ eingesetzt. Das Blatt zeigt einige der ausgestellten Werke und bewirbt auf der Rückseite die gastronomischen Einrichtungen des Hauses: ein weitläufiges Kaffee-Restaurant (heute: Terrassensaal), die heutige „Goldene Bar“, sowie ein rustikales „Bierstüberl“.
Erfahrungsbericht über das Hängen und Stellen der Werke in der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1940
Der Bericht ist das bislang einzige Dokument, das über die Hängepraxis und die maßgebliche Beteiligung Adolf Hitlers an der Auswahl der Exponate für die „Großen Deutschen Kunstausstellungen“ Aufschluss gibt. Es wurde am 23. Juli 1940, vier Tage vor Eröffnung der vierten „Großen Deutschen Kunstausstellung“, erstellt.
Depotbuch für Bilder, 1941-44
Bei den „Großen Deutschen Kunstausstellungen“, die das „Haus der Deutschen Kunst“ jährlich ausrichtete, wurden über 7.000 Exponate verkauft. Das „Depotbuch für Bilder“ verzeichnet 827 von Adolf Hitler angekaufte Ölgemälde, die ab Anfang 1944 in den Münchner „Führerbau“ und das Salzbergwerk von Altaussee geschafft wurden, wo sich auch die Beute des nationalsozialistischen Kunstraubs befand.
Schnellbrief des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda, 5.2.1945
Um die „Großen Deutschen Kunstausstellungen“ auch während des Kriegs in großem Stil veranstalten zu können, ließ Adolf Hitler alle im „Haus der Deutschen Kunst“ beschäftigten Mitarbeiter vom Dienst bei der Wehrmacht freistellen. Noch im Februar 1945, als Deutschland in Schutt und Asche lag, ordnete Hitler eine weitere „Große Deutsche Kunstausstellung“ an.
Katalog „Der Blaue Reiter“, 1949
Die im September 1949 eröffnete Schau „Der Blaue Reiter“ stand am Beginn einer Reihe von Ausstellungen, die für das Haus der Kunst auf dem Weg zur Moderne prägend waren. Mit dieser Gedächtnisausstellung, die auch international große Beachtung fand, sei das ehemalige „Haus der Deutschen Kunst“ „entnazifiziert“ worden, bemerkte der damalige Staatssekretär Dieter Sattler in seiner Eröffnungsrede.
Entwurf von Max Ott für die ehemalige „Ehrenhalle“
In den 1950er-Jahren nahm man im Haus der Kunst bauliche Veränderungen vor, die eine vielseitige Nutzung ermöglichen, aber auch die Erinnerung an das unliebsame Erbe verschwinden lassen sollten. 1956 wurde zu diesem Zweck ein Wettbewerb veranstaltet. Der von Max Ott eingereichte, nicht realisierte Entwurf sieht vor, die ehemalige „Ehrenhalle“ als „Wandelhalle“ umzugestalten.
Plakat „Venezianische Nacht“, 1955
1949 starteten die legendären Faschingsfeste, die u.a. durch den Swing von Bandleadern wie Max Greger oder Hugo Strasser das Haus der Kunst 25 Jahre lang zur Faschingshochburg machten. Mit großen Installationen und Malereien verwandelten Münchner Künstler die marmornen Hallen in wilde Landschaften, Paläste und Spelunken und besetzten das historische belastete Gebäude auf ihre Weise.

Archive on Display


Anlässlich der Ausstellung "Geschichten im Konflikt: Das Haus der Kunst und der ideologische Gebrauch von Kunst 1937-1955" wurden bislang unveröffentlichte und weitgehend unbekannte Materialien erstmals aus dem Archiv des Haus der Kunst geholt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. „Archive on Display“ bietet einen Einblick in diese Archivbestände und stellt ausgewählte Objekte und Dokumente vor. MEHR



Stretch your view

Öffnungszeiten:
Montag —  Sonntag 10  —  20 Uhr
Donnerstag 10  —  22 Uhr

Sammlung Goetz im Haus der Kunst
Freitag —  Sonntag 10  —  20 Uhr
Donnerstag 10  —  22 Uhr
Besuchen Sie uns im Museumsportal
Museumsportal München

Folgen Sie uns auf Facebook/Twitter
facebook
twitter
Haus der Kunst
Prinzregentenstraße 1
80538 München
+49 89 21127 113
+49 89 21127 157 Fax
mail@hausderkunst.de
###OVERLAY_VIDEO###