Joëlle Tuerlinckx und die Ausstellung: Visuelle Eindrücke, Wissen und Empfindungen

Vortrag 27.06.13

Kuratorenvortrag von Julienne Lorz 

Die Ausstellung "WORLD[K] IN PROGRESS?" von Joëlle Tuerlinckx ist eine Retrospektive in drei Teilen, die an drei Orten zu sehen war: in Brüssel, München und Bristol. Sie zeigt Arrangements aus Skulpturen, Fotografien und Filmen, Fundobjekten und Collagen und zitiert dabei museale Konventionen. Dass sich die Ausstellung von Station zu Station verändert, ist bei Joëlle Tuerlinckx Programm: "Wenn mir ein Ausstellungsraum angeboten wird, ist es, als ob ich eine Art Paket bekomme, ein Päckchen Luft." So sind ihre Ausstellungen stets Beschreibungen davon, wie sich der leere Raum verändert, wenn er ihre Werke beherbergt; sie füllt die Säle Schritt für Schritt mit ihrem künstlerischen Vokabular und lässt den Besucher an diesem Prozess teilhaben. Durch die Addition eigenständiger Teile zu größeren Gesamtheiten entstehen raumfüllende Präsentationen und eine visuelle Choreografie, die sich mit der Bewegung des Besuchers im Raum ständig ändert und entwickelt.
Julienne Lorz hat die Ausstellung kuratiert und widmete sich in ihrem Vortrag Joëlle Tuerlinckx' Verständnis von der "Ausstellung als Medium": Im Gegensatz zu Gemälden, Skulpturen oder Zeichnungen ist die Ausstellung als künstlerisches Medium nichts Bleibendes und kann in einem veränderten Raum nicht mehr auf dieselbe Art und Weise gezeigt werden. Das "Hier" und das "Jetzt" sind, so Tuerlinckx, wesentliche Faktoren, die das Erleben einer Ausstellung als Medium prägen; diese mag nach ihrem Ende in Abbildungen und Relikten fortbestehen, doch in erster Linie bleibt sie als Erinnerung zurück: als weitererzählte Geschichte, als geistiges Konstrukt, das sich mit der Zeit verändert. 
In deutscher Sprache

Kuratorin Julienne Lorz, Foto Jörg Koopmann

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