Jenny Holzer. Da wo Frauen sterben bin ich hellwach.

Ausstellung 16.11 – 12.12.93

Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit der Süddeutschen Zeitung und zeigt die Blätter zu jenem Zyklus von Arbeiten der amerikanischen Konzeptkünstlerin Jenny Holzer (geb. 1950), den sie unter dem Titel "Da wo Frauen sterben, bin ich hellwach" für die Ausgabe "No. 46" des SZ-Magazins schuf. Holzer etablierte sich nach einem Malerei- und Designstudium als Multimedia-Künstlerin mit Werken, die Wortbotschaften auf Plakatwänden, kommerziellen Reklameflächen, LED-Anzeigen und elektronischen Laufbändern übermitteln. Nach zwei documenta-Teilnahmen widmete ihr das Guggenheim-Museum 1989/90 eine Einzelausstellung und 1990 vertrat sie als erste Frau die USA auf der Biennale in Venedig.
Die seit 1977 entwickelten "Truisms", lakonische Aussagen, die bei näherer Betrachtung gleich "Binsenweisheiten" einen tieferen Sinn entfalten, bilden den textlichen Ausgangspunkt von Jenny Holzers Kunst. Als Sprachzeichen platzierte die Künstlerin anfangs gedruckte Sätze wie "Aus Liebe zu sterben ist schön, aber dumm" auf Postern, T-Shirts oder Schildern im öffentlichen Raum der Großstadt. Diese künstlerische Strategie fand 1982 ihren Höhepunkt in einer elektronischen Anzeigentafel am New Yorker Times Square. Inmitten der bunten Werbebilder flimmerten dort Einzeiler wie "Geld entwickelt Geschmack", "Väter sind oft gewalttätig" und "Schütze mich vor dem, was ich will". Die Phrasen reflektieren die Sprachkultur und Denkschemata unserer Zeit und wollen den Betrachter zum Lesen, zur kurzfristigen Konzentration und zur Suche nach dem Sinn anregen. 
Nachdem sich Jenny Holzer vom computergesteuerten Display abgewandt und ihre Botschaften zuletzt auf einem BMW-artcar verewigt und in Granitbänke gemeißelt hat, findet sie im Haus der Kunst von der Straße zurück zur Präsentation in Zeitung und Museum. Ihr Fotozyklus nimmt mit dem Titel "Lustmord" auf die sexuelle Gewalt Bezug, der die Frauen im Krieg im ehemaligen Jugoslawien seitens der Männer ausgesetzt waren. In Großaufnahme wird jeweils ein Ausschnitt menschlicher Haut gezeigt, auf dem sich, ähnlich einer Tätowierung, Sätze geschrieben finden wie "MIT DIR IN MIR BEGINNE ICH DEN TOD ZU AHNEN". Mit einem Anteil von menschlichem Blut vermischt und gedruckt, setzt die Künstlerin die massenmediale Schockwirkung gezielt ein, um den Betrachter den körperlichen wie seelischen Schmerz der Opfer spüren zu lassen. Jenny Holzer legt mit den "Truisms" nicht nur den Finger in die Wunden unserer Konsumgesellschaft, sondern sie erweist sich mit den hier gezeigten Arbeiten als politisch "hellwaches" moralisches Gewissen der Gegenwartskunst.

In Zusammenarbeit mit dem Magazin der Süddeutschen Zeitung München.

Jenny Holzer, Wo Frauen sterben, bin ich hellwach, 1993

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Ausstellung

Mythos Weimar

15.05 – 27.06.99

Anlässlich des 250. Geburtstags des Dichters Johann Wolfgang von Goethe begab sich die Fotografin Ute Klophaus 1998 in Weimar auf seine Spuren und schuf ein Porträt der Stadt. MEHR


Essay

Die Bedingungen der Spektralität und des Sehens in den Fotografien von Thomas Ruff

Aufsatz von Okwui Enwezor MEHR


Ausstellung

Andreas Gursky

17.02 – 13.05.07

Die Bilder des international renommierten Fotografen Andreas Gursky sind keine Darstellungen der Wirklichkeit; sie sind künstlerisch begründete Ideale – von der Zeit losgelöste Momente. MEHR


Ausstellung

Albert Renger-Patzsch — Retrospektive

01.02 – 13.04.98

Neben August Sander und Karl Blossfeld zählt Albert Renger-Patzsch (1897-1966) zu den bedeutendsten Vertretern der Fotografie in Deutschland. MEHR


Ausstellung

Bernd und Hilla Becher

16.06 – 19.09.04

Die Ausstellung in München wurde im Vergleich zum ersten Tourneeort Düsseldorf um ein Viertel erweitert und ist mit über 80 Typologien, der Dokumentation der Zeche Zollern 2 und mit über 50 Aufnahmen von Industrielandschaften die bislang größte Ausstellung des Künstlerpaars zu diesem Thema. MEHR


Ausstellung

Parrworld

07.05 – 17.08.08

Seit mehr als 30 Jahren dokumentiert der britische Fotograf Martin Parr gesellschaftliches Leben und Alltagskultur vorwiegend in seiner Heimat Großbritannien, darüber hinaus globale Phänomene wie Massentourismus, Konsumverhalten oder Freizeitgestaltung. MEHR


Ausstellung

William Eggleston

20.02 – 17.05.09

Die umfangreiche Retrospektive des amerikanischen Künstlers folgt seiner künstlerischen Entwicklung von den frühen Schwarz-Weiß-Bildern und dem bahnbrechenden Übergang zur Farbfotografie bis hin zur Gegenwart. MEHR


Ausstellung

Michael Schmidt

21.05 – 22.08.10

Mit den Arbeiten des Berliner Künstlers Michael Schmidt zeigt das Haus der Kunst eine weitere stilbildende Position der zeitgenössischen Fotografie. "Grau als Farbe" ist die bislang umfangreichste Einzelausstellung des Künstlers und umfasst Werkgruppen aus fünf Jahrzehnten mit insgesamt 400 Originalfotografien. MEHR


Essay

Withholding Images [Über das Zurückhalten von Bildern]

Withholding Images [Über das Zurückhalten von Bildern] MEHR


Ausstellung

Brassai — Vom Surrealismus zum Informel.

21.01 – 26.03.95

Die Fotografien von Gyula Halász, der sich Brassai nannte, führen ins Paris der 1930er-Jahre, wo er zunächst als Journalist arbeitete und dann autodidaktisch zur künstlerischen Fotografie fand. MEHR


Ausstellung

Germaine Krull

22.01 – 12.03.00

Germaine Krull profilierte sich als große Fotografin vor dem Hintergrund einer kosmopolitischen Biografie. Geboren in Ostpreußen, aufgewachsen in Italien, Frankreich und der Schweiz, begann sie 1915 ihre Fotografie-Ausbildung in München. MEHR


Ausstellung

Sammlung Herzog

06.04 – 12.06.05

"Wichtiger als ein berühmter Autorenname ist der Bildinhalt." (Ruth Herzog) Das Haus der Kunst zeigte ausgewählte Werke der Sammlung Ruth und Peter Herzog aus Basel. MEHR


Ausstellung

Robert Adams

29.06 – 25.09.05

Robert Adams gehört zu den stilbildenden Fotografen des 20. Jahrhunderts. Seit nunmehr vier Jahrzehnten dokumentiert er die stete Veränderung des noch immer mythosbeladenen Amerikanischen Westens von einer Natur- zu einer Kulturlandschaft. MEHR


Ausstellung

Lee Friedlander

16.11.05 – 12.02.06

Lee Friedlander gilt als einer der stilbildenden Fotografen des 20. Jahrhunderts und als Erfinder eines neuen Sehens in der Fotografie. Seine umfangreichen Bildserien der 1960er-Jahre setzen sich mit der "social landscape" Amerikas auseinander. MEHR


Ausstellung

Click Doubleclick

08.02 – 23.04.06

Die Ausstellung stellt aktuelle Werke von Künstlerinnen und Künstlern vor, bei denen es sich weniger um direkte Darstellungen der Wirklichkeit handelt, als vielmehr um eine künstlerisch begründete, subjektive Vorstellung von Welt. MEHR


Ausstellung

Umbo

24.05 – 28.07.96

Otto Umbehr, genannt Umbo, gilt neben Laszlo Moholy-Nagy als einer der großen Fotografen des Weimarer Bauhauses. MEHR


Ausstellung

Richard Prince

15.11.96 – 06.01.97

Richard Prince erzielte erste Erfolge mit "refotografierten" Bildern aus den Medien, die, wie etwa die "Cowboys", Motive der Konsumwelt aufgreifen und zu Mythen stilisieren. MEHR


Ausstellung

Sammlung Daled

30.04 – 25.07.10

Die Ausstellung "Weniger ist mehr" legt den Schwerpunkt auf die Jahre von 1966 bis 1978 – der produktivsten Phase in der Sammlungstätigkeit von Herman und Nicole Daled – und zeichnet ein lebendiges Bild der progressiven, internationalen Kunstszene dieser Zeit. MEHR


Ausstellung

Thomas Ruff

17.02 – 20.05.12

Die Ausstellung im Haus der Kunst ist die erste umfassende Präsentation der Werke Thomas Ruffs seit über zehn Jahren und vollzieht in chronologischer Reihenfolge seine künstlerische Entwicklung nach. MEHR


Ausstellung

Hanne Darboven

18.09.15 – 17.01.16

Die Ausstellung "Zeitgeschichten — Aufklärung" ist die erste große Retrospektive zum Werk Hanne Darbovens nach ihrem Tod und vereint Schlüsselwerke aus allen Schaffensphasen. MEHR