Mel Bochner: The Joys of Yiddish

Zur Eröffnung der Ausstellung "Wenn sich die Farbe ändert" wurde an der Fassade des Haus der Kunst Mel Bochners monumentales Spruchband "The Joys of Yiddish" installiert. Die Wortkette in grell gelben Buchstaben enthält umgangssprachliche Begriffe aus dem Jiddischen; der Hintergrund ist schwarz. Die Farben erinnern an die Armbinden und Aufnäher, mit denen die Nationalsozialisten die jüdische Bevölkerung einst stigmatisierten. Sie stehen im Spannungsverhältnis zu den Worten, mit denen die Bewohner der jüdischen Ghettos im Dritten Reich ihrer Einigkeit und ihrem Trotz gegenüber den Besatzern Ausdruck verliehen. Diese Verknüpfung der Farbe der Täter mit der Sprache der Opfer ist eine für Bochner typische subtile Provokation, die sich durch sein gesamtes Werk zieht.

KIBBITZER: Klugscheißer, Schlaumeier
KVETCHER: chronischer Nörgler
NUDNICK: Nervensäge
NEBBISH: Trottel, Stümper
NUDZH: Quälgeist, Belästiger
MESHUGENER: Verrückter, Bekloppter
ALTER KOCKER: mürrischer, quengeliger alter Mann
PISHER: unreife Person
PLOSHER: Angeber, Sprücheklopfer
PLATKE-MACHER: Stänkerer, Unruhestifter

Mel Bochner, The Joys of Yiddish, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2013, Foto Wilfried Petzi
Mel Bochner, The Joys of Yiddish, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2013, Foto Wilfried Petzi
Mel Bochner, The Joys of Yiddish, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2013, Foto Wilfried Petzi
Mel Bochner, The Joys of Yiddish, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2013, Foto Wilfried Petzi

Stretch your view


Stretch your view