Beschlagnahme der "Entarteten Kunst" 1937/1938

Nach der Machtergreifung Adolf Hitlers am 30. Januar 1933 wurden zahlreiche Museumsdirektoren, die moderne Kunst gesammelt hatten, aus ihren Ämtern entlassen. Ihre Nachfolger verbannten die nun verfemte moderne Kunst ins Depot oder stellten sie in sogenannten „Schreckenskammern“ an den Pranger.
 Bereits im September 1933 wurde in Dresden die Ausstellung "Entartete Kunst“ u.a. mit Werken von Otto Dix, Hans Grundig, Eugen Hoffmann und Christoph Voll gezeigt, die von 1934 bis 1936 durch mehrere deutsche Städte ging.
Am 19. Juli 1937, einen Tag nach der Eröffnung des „Hauses der Deutschen Kunst“, eröffnete im benachbarten Hofgarten die von Joseph Goebbels verantwortete Femeschau „Entartete Kunst“, für die 650 Kunstwerke aus 32 deutschen Museen konfisziert wurden. Während die Ausstellung  in veränderter Form in Deutschland und Österreich gastierte, wurden weitere 17.000 Kunstwerke aus über 100 Museen beschlagnahmt und größtenteils als Devisenbringer oder Tauschobjekte auf dem internationalen Kunstmarkt veräußert („Gesetz über Einziehung von Erzeugnissen entarteter Kunst“, vom 31. Mai 1938). Diese Welle der Beschlagnahmung kam einer Liquidierung der modernen Kunst in Deutschland gleich. 

Der Fachbereich der Geschichts- und Kulturwissenschaften der Freien Universität Berlin hat ein Gesamtverzeichnis der 1937/38 in deutschen Museen beschlagnahmten Werke "entarteter Kunst" angelegt und in einer Online-Datenbank zugänglich gemacht. Sie kann nach Künstlern, Werken und Abbildungen durchsucht werden.

→ Datenbank durchsuchen 

Ausstellung „Entartete Kunst“, München, Zentralarchiv der Staatlichen Museen zu Berlin © bpk – Bildagentur für Kunst, Kultur und Geschichte

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