ende august hat das haus der kunst seinen blog zur ausstellung „so sorry“ von ai weiwei gestartet. unter aiweiwei.blog.hausderkunst.de finden sie ab sofort aktuelle beiträge des künstlers, des hausderkunst teams oder anderer künstler und kulturschaffender. sie können jedes post mit eigenen kommentaren versehen und so aktiv an den diskussionen zu kunst, politik u.a. teilnehmen. der aufbau der ausstellung beginnt am 03 sep 09 mit der anlieferung der kunst; am 11 sep 09 reisen ai weiwei und sein chinesisches team aus peking an. im blog können sie alle etappen des ausstellungsaufbaus wie auch die happenings vor und zur ausstellungseröffnung direkt mitverfolgen.
als twitter follower erhalten sie aktuelle infos zum blog, zur ausstellung und zu den veranstaltungen direkt auf ihren twitteraccount – ebenso die einladungen zu den meist spontanen happenings von ai weiwei im vorfeld der eröffnung.
ai weiwei (*1957) gilt als der bedeutendste chinesische künstler der gegenwart und ist ein scharfer kritiker der politischen führung chinas; er fordert seit vielen jahren ein ende der zensur. sein eigener blog https://blog.aiweiwei.com (in chinesischer sprache) wird täglich von zehntausenden chinesen besucht und wurde in den letzten monaten immer wieder zensiert oder komplett geschlossen. jedes mal, wenn sein blog geschlossen wird, öffnet ai weiwei an anderer stelle einen neuen.
nach ansicht des künstlers sind in china die wichtigsten politischen debatten der letzten 10 jahre durch das internet initiiert worden. daher spricht ai weiwei dem internet das größte potenzial zu, gesellschaftliche veränderungen zu bewirken. in seinem blog dokumentiert ai weiwei seine aktivitäten und künstlerischen projekte, fordert immer wieder meinungs- und pressefreiheit und ruft seine chinesischen mitbürger zu kritik und unabhängigem urteil auf.
2008 erschütterte ein erdbeben die chinesische provinz sichuan. unter den etwa 80.000 opfern waren mehrere tausend kinder, die unter den trümmern eingestürzter schulen begraben wurden. da die nachbargebäude dieser schulen auffallend oft unbeschädigt blieben, wurde der vorwurf von pfusch am bau erhoben, den die regierung jedoch weit von sich wies. mit einem team von rund 30 freiwilligen recherchierte ai weiwei die namen der opfer – gegen den widerstand der regierung. diese hatte die anzahl der toten verschwiegen und drohte den eltern der opfer mit repressalien, würden sie den namen ihres verunglückten kindes nennen. dennoch konnte ai weiwei auf seinem blog über 4.000 namen der beim erdbeben umgekommenen schüler veröffentlichen. in seiner ausstellung im haus der kunst wird ai weiwei u.a. sein neuestes werk „remembering“ zeigen: eine installation von 9000 schulrucksäcken, die an die vermissten und umgekommenen kinder von sichuan erinnern, und die von weitem betrachtet das zitat einer mutter wiedergeben, die beim erdbeben ihre tochter verlor: „sieben jahre lebte sie glücklich auf dieser welt.“
aiweiwei.blog.hausderkunst.de
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