Grundsteinlegung zum "Haus der Deutschen Kunst" (inoffizielle Aufnahme), 15. Oktober 1933, Stadtarchiv München
Festzug "Zweitausend Jahre Deutsche Kultur", Zuggruppe „Die Neue Zeit: Opfer, Glaube und Treue", 18. Juli 1937
Stadtarchiv München
Eröffnung der ersten "Großen Deutschen Kunstausstellung", 18. Juli 1937. Ansprache Hitlers in der ehemaligen "Ehrenhalle"
Bayerische Staatsbibliothek, München / Fotoarchiv Hoffmann
Blick in einen der großen Ausstellungssäle der "Großen Deutschen Kunstausstellung" 1940
Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Photothek

Grundsteinlegung zum „Haus der Deutschen Kunst“ (inoffizielle Aufnahme), 15. Oktober 1933
Stadtarchiv München

Festzug „Zweitausend Jahre Deutsche Kultur“, Zuggruppe „Die Neue Zeit: Opfer, Glaube und Treue“, 18. Juli 1937
Stadtarchiv München

Eröffnung der dritten „Großen Deutschen Kunstausstellung“, 16. Juli 1939. Ansprache Hitlers in der ehemaligen „Ehrenhalle“
Bayerische Staatsbibliothek, München / Fotoarchiv Hoffmann

Blick in einen der großen Ausstellungssäle der „Großen Deutschen Kunstausstellung" 1940
Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Photothek

Kunst und Propaganda

Mit der Grundsteinlegung am 15. Oktober 1933, dem "Tag der Deutschen Kunst", soll zugleich der Grundstein zur Erneuerung des deutschen Kunstlebens gesetzt und das nationalsozialistische Deutschland vor den Blicken der Welt als friedliche Kulturnation präsentiert werden. München wird zur "Hauptstadt der Deutschen Kunst" erhoben und mit einem historischen Festzug entsprechend gewürdigt. Wie die Grundsteinlegung wird auch die Eröffnung des "Hauses der Deutschen Kunst" am 18. Juli 1937 durch die nationalsozialistische Propaganda als ein pompöses Spektakel inszeniert. Man feiert wieder den "Tag der Deutschen Kunst", der nun jährlich begangen werden soll, 1939 jedoch kriegsbedingt zum letzten Mal stattfindet. Durch die jährliche Abhaltung der "Großen Deutschen Kunstausstellungen" avanciert das "Haus der Deutschen Kunst" bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges zum zentralen Schauplatz der offiziellen, staatlich gelenkten Kunst des NS-Regimes. Die "Großen Deutschen Kunstausstellungen" gelten als wichtigste Leistungsschauen deutscher Kunst. Obwohl die zur Ausstellung zugelassenen Werke nur zu einem geringen Teil offene nationalsozialistische Propaganda zeigen, vermitteln sie doch ein Wertesystem, in dem sich das Weltbild des nationalsozialistischen Regimes widerspiegelt. Ein großer Teil der Werke gehört der Landschafts- und Genremalerei an. Adolf Hitler greift selbst in die Auswahl ein und kauft jährlich mehrere hundert Exponate an. Künstler wie Max Beckmann und Oskar Schlemmer, die in der Zeit der Weimarer Republik die Avantgarde gebildet hatten, werden zur Flucht oder in die innere Emigration getrieben. Ihre Werke werden aus den Sammlungen entfernt, im Ausland verkauft oder sogar verbrannt. Gleichzeitig und in Laufnähe zur Ausstellung im "Haus der Deutschen Kunst" werden am 19. Juli 1937 im Galeriegebäude im Hofgarten (heute: Kunstverein München und Deutsches Theatermuseum) beschlagnahmte Werke der Moderne in diffamierender Weise vorgeführt. Die Ausstellung "Entartete Kunst", die in verschiedenen Städten Deutschlands gezeigt wird, und die "Großen Deutschen Kunstausstellungen" in München werden von Hunderttausenden besucht. Noch im Februar 1945 ordnet Hitler die Vorbereitungen für eine weitere "Große Deutsche Kunstausstellung" an.

Quellen/Zeitzeugenberichte
  → Dedicatory Hammer Broken by Herr Hitler
  → Augenzeugenbericht an den Vorstand der SPD, 1937
  → "Stimmen zur Großen Deutschen Kunstausstellung 1940"
  → Josef Gieles an seinen Vater, 1941
  → Augenzeugenbericht zur Ausstellung „Entartete Kunst“, 1937 

Chronik

1933

14.10. Die deutsche Delegation verlässt die Abrüstungskonferenz in Genf; Deutschland tritt aus dem Völkerbund aus.

1934

01.12. Nach Ermordung Sergej Kirows erlässt Stalin die „Richtlinien vom 1. Dezember“; Beginn des Massenterrors in der UdSSR

1935

15.09. „Nürnberger Gesetze“: die Diskriminierung und Verfolgung von Juden wird auf eine juristische Basis nach biologistischen Kriterien gestellt.

1936

17.07. Militäraufstand gegen die Regierung Spaniens; Einmarsch General Francos; Beginn des Spanischen Bürgerkrieges (bis 01.04.1939)

01.-16.08. Eröffnung der XI. Olympischen Sommerspiele in Berlin. Anfängliche Boykottbestrebungen der USA und Frankreich werden aufgrund der Erklärung Deutschlands, die Spiele ständen „allen Rassen und Konfessionen“ offen, nicht umgesetzt.

1937

24.04. Die deutsche Luftwaffeneinheit „Legion Condor“ zerstört innerhalb eines dreistündigen Bombenangriffes die nordspanische Kleinstadt Guernica. 

25.05. Eröffnung der Weltausstellung in Paris, die durch die wachsende Macht der europäischen Diktaturen geprägt wird.

1938

12.03. Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Österreich; „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich

08.07. In den Londoner New Burlington Galleries wird als Protest auf die Schau „Entartete Kunst“ die Ausstellung „Exhibition of 20th Century German Art“ mit Werken von in Deutschland verfemten Künstlern eröffnet.

29.09. „Münchner Abkommen“ zwischen England, Frankreich, Deutschland und Italien;

01.10. Einmarsch der deutschen Wehrmacht in das Sudetengebiet 

09.11. Reichsweite Pogrome gegen die jüdische Bevölkerung. In ganz Deutschland werden in der sogenannten „Kristallnacht“ Synagogen, Friedhöfe und jüdische Geschäfte zerstört und jüdische Bürger misshandelt.

1939

23.08. Unterzeichnung eines deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakts durch die jeweiligen Außenminister

01.09. Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Polen; Beginn des Zweiten Weltkrieges; 

03.09. Kriegseintritt Englands und Frankreichs

1940

10.05. Westoffensive der deutschen Truppen gegen die neutralen Niederlande, Belgien und Luxemburg

10.06. Kriegseintritt Italiens

22.06. Kapitulation Frankreichs

27.09. Unterzeichnung des Dreimächteabkommens durch Deutschland, Italien und Japan

02.10. Errichtung des Warschauer Ghettos

1941

11.03. Gesetz über amerikanische Kriegslieferungen an England („Lend and Lease Bill“); wirtschaftlicher Kriegseintritt der USA

22.06. Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion

07.12. Angriff des US-Militärstützpunktes Pearl Harbour durch japanische Marineluftstreitkräfte; Kriegserklärung zwischen Japan und den USA

11.12. Kriegserklärung Deutschlands an die USA

1942

20.01. Wannseekonferenz über die „Endlösung der Judenfrage“

1943

14.-26.01. Konferenz der Alliierten in Casablanca: die bedingungslose Kapitulation Deutschlands wird als Kriegsziel formuliert.

31.01.-02.02. Kapitulation der 6. Armee in Stalingrad

1944

06.06. „D-Day“: alliierte Landung in der Normandie

21.08.-07.10. Konferenz von Dumbarton Oaks in Washington, D.C. über die Gründung der UNO 

1945

11.-17.01. Sowjetische Truppen erobern Warschau;

27.01. Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz

Chronik

1933

14.10. Die deutsche Delegation verlässt die Abrüstungskonferenz in Genf; Deutschland tritt aus dem Völkerbund aus.

1934

01.12. Nach Ermordung Sergej Kirows erlässt Stalin die „Richtlinien vom 1. Dezember“; Beginn des Massenterrors in der UdSSR

MEHR ...

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