Expressionisten. Sammlung Buchheim.

AUSSTELLUNG 29.07 – 18.10.98

Der Grundstock der Kunstsammlung des Malers, Romanautors und Verlegers Lothar-Günther Buchheim wurde in den 1950er-Jahren gelegt, in einer Zeit also, in der die abstrakte Nachkriegskunst zum Inbegriff der Moderne wurde und Buchheim mit seinem Interesse an der Klassischen Moderne die Rolle des Außenseiters zugewiesen wurde. Unbeirrt vom Zeitgeist folgte er einem Sammlungskonzept, das auch der Vielzahl an zeichnerischen und druckgrafischen Arbeiten jene zentrale Bedeutung beimaß, welche ihnen die expressionistischen Künstler selbst im Streben nach Steigerung der Ausdruckskraft zuwiesen.
Im Zentrum der Ausstellung stehen die Werke großer Expressionisten wie Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff und Max Pechstein, die 1905 in Dresden die Künstlergruppe "Die Brücke" gründeten, welcher zeitweise auch Emil Nolde und Otto Mueller angehörten. Kirchners "Akt auf blauem Grund" (1911) bildet neben Heckels "Der schlafende Pechstein" (1910) den Höhepunkt der durch zahlreiche Bilder reich belegten Dresdner Periode. Die Gemälde, Aquarelle, Lithografien und Holzschnitte von Karl Schmidt-Rottluff , darunter die "Norwegische Landschaft (Skrygedal)" (1911), zeigen den Künstler auf dem Höhepunkt seines Schaffens. Otto Muellers Sehnsucht nach dem ursprünglichen Leben offenbart sich in Zigeunerbildern wie "Drei Akte vor dem Spiegel" (1912) ebenso wie in den Lithografien der "Zigeuner-Mappe" (1927). Max Pechstein und Emil Nolde sind ebenfalls mit reich bestückten Werkgruppen vertreten.
Die zweite künstlerische Erneuerungsbewegung, die zur Zeit des Expressionismus in Deutschland entstand, ist die Künstlervereinigung "Der Blaue Reiter". Sie wird in der Buchheim-Sammlung durch Arbeiten von Franz Marc, August Macke und Heinrich Campendonk repräsentiert. Alexej Jawlenskys "Kopf in Blau" (1912) steht am Anfang seiner lebenslangen Beschäftigung mit dem menschlichen Antlitz.
Die Ausstellung räumt auch denjenigen Künstlern einen Platz ein, die den Weg zur "Brücke" ebneten und über sie hinausführen, wie dies Lovis Corinth mit "Der tanzende Derwisch" (1914) zeigt, das den impressionistischen Duktus zur expressiven Malgeste steigert. Eine eigene Gruppe bilden die Werke großer Einzelgänger wie Max Beckmann, Lyonel Feininger, Oskar Kokoschka und Christian Rohlfs. Entsprechend ist für Buchheim der Expressionismus nicht mit der Auflösung der Brücke im Jahre 1913 beendet. So räumt er auch Künstlern, die mit dem Expressionismus nur zeitweilig in Berührung kamen, breiten Raum ein: Max Kaus, Anton Kerschbaumer, Otto Herbig, Konrad Felixmüller, Bernhard Kretzschmar, Otto Lange, Wilhelm Rudolf, Friedrich Karl Gotsch und die Ungarn Béla Czobel und Béla Kadar. Dem weiteren Umkreis des Expressionismus rechnet der Sammler schließlich auch die frühen Arbeiten von George Grosz und Otto Dix zu, der mit der Mappe "Der Krieg" (1924) in der Ausstellung vertreten ist. 

Expressionisten. Sammlung Buchheim, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1998, Foto Wilfried Petzi
Expressionisten. Sammlung Buchheim, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1998, Foto Wilfried Petzi
Expressionisten. Sammlung Buchheim, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1998, Foto Wilfried Petzi
Expressionisten. Sammlung Buchheim, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1998, Foto Wilfried Petzi
Expressionisten. Sammlung Buchheim, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1998, Foto Wilfried Petzi
Expressionisten. Sammlung Buchheim, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1998, Foto Wilfried Petzi
Expressionisten. Sammlung Buchheim, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1998, Foto Wilfried Petzi
Expressionisten. Sammlung Buchheim, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1998, Foto Wilfried Petzi

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