Der Symbolismus in England 1860-1910. Der Traum von Liebe und Tod

AUSSTELLUNG 01.02 – 26.04.98

Der Symbolismus entstand um 1860 als ein kulturelles Phänomen in ganz Europa. Ausgelöst durch eine neu erwachte Begeisterung für die Psychologie und die immaterielle Welt der Fantasie erfuhren traditionelle Themen in Kunst und Literatur Umdeutungen. Insbesondere die Beschäftigung mit Erotik, Lust, Traum und Tod rückte in den Vordergrund. Den Künstlern ging es dabei weniger um das Erzählen einer bestimmten Geschichte oder die realitätsnahe Abbildung der Natur, als vielmehr darum, beim Betrachter persönliche Empfindungen hervorzurufen und Stimmungen zu schaffen, die häufig dunkler oder mystischer Art waren.
Mit dem Symbolismus verbindet die Kunstgeschichte vor allem die Franzosen Gustave Moreau und Odilon Redon, die Belgier James Ensor und Fernand Khnopff, die Schweizer Arnold Böcklin und Ferdinand Hodler, die Deutschen Max Klinger und Franz von Stuck. Im Gegensatz zu den bisherigen Erkenntnissen belegt die Ausstellung zum "Symbolismus in England" die bedeutsame Rolle, die Großbritannien zwischen 1860 und 1910 innerhalb der gesamteuropäischen Kunstentwicklung zukommt. Unter vielen anderen Künstlern sind hier Dante Gabriel Rossetti (1828-1882), Edward Burne-Jones (1833-1898) und George Frederic Watts (1817-1904) zu nennen. Sie schufen einen spezifischen Zweig des europäischen Symbolismus, dessen Bandbreite als "Ein Traum von Liebe und Tod" nun erstmals in dieser Fokussierung vorgeführt wird. In der Ausstellung werden ihren Werken Beispiele kontinentaleuropäischer Malerei gegenübergestellt.
Dante Gabriel Rossetti, Protagonist der Künstlergruppe der "Präraffaeliten", erfand mit dem mystisch-erotischen Frauenporträt, verkörpert in der kühl-elegischen "Proserpina" (1877) einen charakteristischen Figurentypus des Symbolismus. Seine Vorstellung von der Femme fatale fand später auch im übrigen Europa Verbreitung und führte zu Franz von Stucks lasziven Musen oder Edvard Munchs schicksalsschweren Frauengestalten. Ein besonderes Augenmerk richtet die Ausstellung auf George Frederic Watts, der in den 1890er-Jahren in ganz Europa hoch geschätzt wurde und später zu Unrecht in Vergessenheit geriet. Sein monumentales Bild "Chaos" (1873-82) sowie eine Reihe weiterer Werke rechtfertigen die zentrale Stellung des Malers. Gleichzeitig führen seine Gemälde die Bedeutung des Symbolismus für die Entwicklung der Abstraktion im frühen 20. Jahrhundert sowie für den Surrealismus exemplarisch vor Augen. 

Der Symbolismus in England 1860-1910. Der Traum von Liebe und Tod, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1998, Foto Wilfried Petzi
Der Symbolismus in England 1860-1910. Der Traum von Liebe und Tod, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1998, Foto Wilfried Petzi
Der Symbolismus in England 1860-1910. Der Traum von Liebe und Tod, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1998, Foto Wilfried Petzi
Der Symbolismus in England 1860-1910. Der Traum von Liebe und Tod, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1998, Foto Wilfried Petzi
Der Symbolismus in England 1860-1910. Der Traum von Liebe und Tod, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1998, Foto Wilfried Petzi
Der Symbolismus in England 1860-1910. Der Traum von Liebe und Tod, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1998, Foto Wilfried Petzi
Der Symbolismus in England 1860-1910. Der Traum von Liebe und Tod, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1998, Foto Wilfried Petzi
Der Symbolismus in England 1860-1910. Der Traum von Liebe und Tod, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1998, Foto Wilfried Petzi
Der Symbolismus in England 1860-1910. Der Traum von Liebe und Tod, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1998, Foto Wilfried Petzi
Der Symbolismus in England 1860-1910. Der Traum von Liebe und Tod, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1998, Foto Wilfried Petzi
Der Symbolismus in England 1860-1910. Der Traum von Liebe und Tod, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1998, Foto Wilfried Petzi
Der Symbolismus in England 1860-1910. Der Traum von Liebe und Tod, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1998, Foto Wilfried Petzi
Der Symbolismus in England 1860-1910. Der Traum von Liebe und Tod, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1998, Foto Wilfried Petzi
Der Symbolismus in England 1860-1910. Der Traum von Liebe und Tod, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1998, Foto Wilfried Petzi

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