Joel Shapiro. Skulpturen 1989–1997.

AUSSTELLUNG 24.10.97 – 18.01.98

Joel Shapiro (*1941) zählt zu den wichtigsten amerikanischen Bildhauern der Gegenwart. Er repräsentierte die USA 1976 und 1980 auf der Biennale in Venedig und war 1977 und 1982 auf der documenta vertreten. Im Haus der Kunst werden elf Werke gezeigt, die seine künstlerische Entwicklung der Jahre 1993-1997 erkennen lassen.
Shapiro entwickelte seine frühen Werke in den 1970er-Jahren aus elementaren Volumina, die den Einfluss von Donald Judd und Robert Morris und deren minimalistischem Konzept erkennen lassen. Anders als sie legt Shapiro jedoch von Anfang an Wert auf eine Verbindung des Purismus mit emotionalen Qualitäten. Ausgehend von realen Objekten, Einrichtungsgegenständen wie einem Stuhl oder einer Couch, gelangt der Bildhauer zum Motiv des Hauses als zentralem Ort der menschlichen Existenz. Es wird für ihn zum Träger der Idee einer spannungsvollen Wechselwirkung von Außen und Innen, von öffentlicher und privater Sphäre. Trotz ihrer geometrisch vereinfachten Form lösen die in der Ausstellung gezeigten "Häuser" im Betrachter eine Fülle von sentimentalen Assoziationen aus. Von hier führt den Künstler der Weg zur Darstellung des menschlichen Körpers, der in äußerst abstrahierter Form – fast wie monumentale Strichmännchen – wiedergegeben ist und in den 1980er- und 1990er-Jahren das Hauptmotiv seines bildhauerischen Schaffens bildet. Shapiro begreift seine Skulpturen – wie den menschlichen Körper – als sensible Materie, in der die Grenze zwischen dem Materiellen und dem Psychischen durchlässig wird.
Die Skulpturen setzen sich aus Kuben zusammen, sind aus Bronze gegossen oder aus Holz gefertigt, das häufig ganz oder teilweise bemalt ist. Jede Skulptur stellt ein System aus Gegensätzen und Widersprüchen dar, das in einem prekären Gleichgewicht gehalten wird: Mit der Schwere des Materials kontrastiert die Leichtigkeit des Aufbaus, mit der massiven Form ihre tänzelnde Bewegung, mit der Geschlossenheit der Einzelform die Offenheit der gesamten Figur, mit der konstruktiven Technik die spielerische Montage, mit dem geometrischen Plan der Körper die zufällig wirkende Struktur ihrer Komposition. Das Ruhende wird in Bewegung versetzt, die Bewegung kommt zur Ruhe. Joel Shapiros Skulpturen verwandeln die Räume in eine Bühne. Die Choreografie der Rauminszenierung verbindet die Freude an der Bewegung des menschlichen Körpers mit den Anzeichen des Zerfalls und der Gefährdung seiner Existenz.
Die Kombination zweier autarker Ausstellungen – der Bilder von Julião Sarmento und der Plastiken von Joel Shapiro – will keine direkte künstlerische Verwandtschaft behaupten, sondern Korrespondenzen zwischen ihren Arbeiten aufzeigen. Privatheit und Intimität prägen das Werk beider Künstler und nicht von ungefähr spielt das Haus sowohl in den Skulpturen von Shapiro wie auch in den Gemälden von Sarmento eine wichtige Rolle. 

Joel Shapiro, ohne Titel, 1993/94, Courtesy Pace Wildenstein
Joel Shapiro, ohne Titel, 1993/94, Courtesy Pace Wildenstein
Joel Shapiro. Skulpturen 1989-1997, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1997, Foto Wilfried Petzi
Joel Shapiro. Skulpturen 1989-1997, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1997, Foto Wilfried Petzi
Joel Shapiro. Skulpturen 1989-1997, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1997, Foto Wilfried Petzi
Joel Shapiro. Skulpturen 1989-1997, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1997, Foto Wilfried Petzi
Joel Shapiro. Skulpturen 1989-1997, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1997, Foto Wilfried Petzi
Joel Shapiro. Skulpturen 1989-1997, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1997, Foto Wilfried Petzi
Joel Shapiro. Skulpturen 1989-1997, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1997, Foto Wilfried Petzi
Joel Shapiro. Skulpturen 1989-1997, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1997, Foto Wilfried Petzi

Stretch your view


Stretch your view


AUSSTELLUNG

Eine Reise ins Ungewisse

06.02 – 03.05.98

München ist der Ort, an dem die Fäden der Künstlerbiografien und die Linien der Werkentwicklung von Arnold Böcklin, Giorgio de Chirico und Max Ernst zusammenlaufen. MEHR


AUSSTELLUNG

Emil Schumacher — Retrospektive

08.05 – 12.07.98

Die Bilder Emil Schumachers (1912-1999) gelten als Inbegriff der deutschen Nachkriegskunst. MEHR


AUSSTELLUNG

Elan Vital oder Das Auge des Eros.

20.05 – 14.08.94

Entsprechend der Vorstellung vom Leben als einheitlichem, aber verzweigten Strom verfolgt die Ausstellung das Phänomen der organischen Abstraktion bei Kandinsky, Klee, Arp, Miró und Calder zwischen 1920 und 1945. MEHR


AUSSTELLUNG

Frantisek Kupka und Otto Gutfreund

15.05 – 20.07.97

Die Ausstellung präsentiert über 200 Arbeiten František Kupkas aus sämtlichen Werkphasen. Seinen Werken sind 18 Bronzeskulpturen Otto Gutfreunds gegenübergestellt. MEHR


AUSSTELLUNG

Ellsworth Kelly. Retrospektive.

17.10.97 – 20.01.98

Ellsworth Kelly gehört zur Generation derer, die in den 1950er-Jahren den Abstrakten Expressionismus überwanden und eine neuartige Bildsprache entwickelten. MEHR


AUSSTELLUNG

Albert Renger-Patzsch — Retrospektive

01.02 – 13.04.98

Neben August Sander und Karl Blossfeld zählt Albert Renger-Patzsch (1897-1966) zu den bedeutendsten Vertretern der Fotografie in Deutschland. MEHR


AUSSTELLUNG

Paul Klee — In der Maske des Mythos

01.10.99 – 09.01.00

Die Ausstellung präsentiert das Gesamtwerk Paul Klees im Überblick und bietet eine neue Sicht auf Klees Methode, mythologische Wesen darzustellen und sich zugleich selbst dahinter zu verbergen – wie hinter einer Maske. MEHR


AUSSTELLUNG

Germaine Krull

22.01 – 12.03.00

Germaine Krull profilierte sich als große Fotografin vor dem Hintergrund einer kosmopolitischen Biografie. Geboren in Ostpreußen, aufgewachsen in Italien, Frankreich und der Schweiz, begann sie 1915 ihre Fotografie-Ausbildung in München. MEHR


AUSSTELLUNG

Richard Lindner

07.02 – 27.04.97

Richard Lindner floh 1933 vor der Nazi-Diktatur aus Deutschland. In den 1940er-Jahren entwickelte er – avantgardistischen Trends diametral entgegengesetzt – sein verstörendes Oeuvre. MEHR


AUSSTELLUNG

Michail Wrubel

08.05 – 20.07.97

Michail Wrubel gilt als Schlüsselfigur des russischen Symbolismus, dessen Ringen mit sich und dem eigenen Werk ihn schon zu Lebzeiten zu einer Legende werden ließ. MEHR


AUSSTELLUNG

Beauty now

10.02 – 01.05.00

Lange Zeit war das Schöne keine Kategorie der modernen Kunst – Mode, Werbung und Massenmedien hatten es für sich beansprucht. Seit einigen Jahren jedoch zeichnet sich die Rückkehr der Schönheit in die Kunst der Gegenwart ab. MEHR


AUSSTELLUNG

Kurt Schwitters

09.03 – 27.05.01

Die Ausstellung ist eine umfangreiche Retrospektive des Künstlers und Antikünstlers, des Revolutionärs und Traditionalisten, des Bürgerschrecks und Kleinbürgers Kurt Schwitters. MEHR


AUSSTELLUNG

Dora Maar

13.10.01 – 06.01.02

Bekannt als Gefährtin, Modell und Muse Pablo Picassos und als solche Motiv vieler seiner berühmtesten Bilder, wird allzu oft außer Acht gelassen, dass Dora Maar selbst eine herausragende Künstlerin war. MEHR


AUSSTELLUNG

Christian Boltanski — Verloren in München.

14.11.97 – 11.01.98

Die im Zusammenhang mit der "Edition No. 46" des SZ-Magazins für das Haus der Kunst entstandene Installation führt die Ausstellungsbesucher in eine temporäre Filiale des Münchner Fundbüros. MEHR


AUSSTELLUNG

Mattis-Teutsch

06.07 – 07.10.01

Die Ausstellung "Mattis-Teutsch und Der Blaue Reiter" ist die erste Retrospektive des siebenbürgischen Künstlers Hans Mattis-Teutsch. Zu sehen sind über 150 Gemälde, 40 Skulpturen, 30 Grafiken sowie 70 Linol- und Holzschnitte. MEHR


AUSSTELLUNG

Julião Sarmento

24.10.97 – 18.01.98

Julião Sarmento gilt als einer der bedeutendsten portugiesischen Künstler der Gegenwart. Mit rund 80 Gemälden bietet die Ausstellung im Haus der Kunst einen Überblick über sein bisheriges Schaffen. MEHR


AUSSTELLUNG

Die Münchner Schule 1850–1914

28.07 – 07.10.79

Die von den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen organisierte Ausstellung widmete sich einer umfassenden Darstellung der Münchner Malerei zwischen 1850 und 1914. MEHR


Presseecho

Geschichten im Konflikt

Zur Ausstellung sind in Rundfunk, Presse und Onlinemedien zahlreiche Berichte erschienen. MEHR


AUSSTELLUNG

Ernst Wilhelm Nay — Bilder und Dokumente

26.07 – 21.09.80

Ernst Wilhelm Nay (1902-1968) gilt wegen der abstrakten Bildsprache und der Auffassung vom "Gestaltwert der Farbe" als führender Vertreter der Nachkriegsmoderne. MEHR


AUSSTELLUNG

Amerikanische Malerei 1930-1980

14.11.81 – 31.01.82

Tom Armstrong bot dem deutschen Publikum einen repräsentativen Überblick über die Entwicklung der "Amerikanischen Malerei 1930-1980" – jene Epoche also, in der erstmals in der Kunstgeschichte die maßgeblichen Impulse nicht von Europa, sondern von Amerika ausgingen. MEHR