Meisterzeichnungen der Goethezeit. Von Füssli bis Menzel.

AUSSTELLUNG 06.09 – 09.11.97

Um 1800 vollzog sich in Deutschland und Europa ein gesellschaftlicher, politischer und wirtschaftlicher Umbruch. Die Französische Revolution, der Zusammenbruch des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, die Säkularisation, die Napoleonischen Kriege, die Restauration haben auch in der Kunst ihre Spuren hinterlassen. In der vorwiegend literarisch geprägten Goethezeit kam den Zeichnungen als "Handschrift" eine besondere Rolle zu. Im Geist der Romantik des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts haben die besten Künstler gerade als Zeichner Bedeutendes geleistet, indem sie den Reichtum ästhetischer Bildfindungen mit einem hohen Maß an geistigem Gehalt verbanden. Die in der Ausstellung gezeigten Aquarelle und Zeichnungen bilden das Herzstück einer der qualitätvollsten Privatsammlungen dieser Art in Deutschland. Sie wurde 1925 begonnen und über fünf Jahrzehnte hinweg mit großer Kennerschaft zusammengetragen. Unter dem Titel "Von Füssli bis Menzel" vereint sie die großen Künstler jener Zeit und bezeichnet zugleich die konträren Temperamente, welche die Epoche zwischen Sturm und Drang und frühem Realismus im deutschen Sprachgebiet rahmen. 
Den thematischen Schwerpunkt der Ausstellung bilden die Landschaften. Johann Georg von Dillis verbindet in seiner Darstellung des "Apollo-Tempels" (1795) Mythos und Naturerlebnis, während Caspar David Friedrich "Die Elbquelle im Riesengebirge" (um 1830) in ihrer Kargheit und Einsamkeit vorführt. Frei von zivilisatorischen Zwängen und im Einklang mit der Natur darf sich der Knabe mit dem Wunderhorn bei Moritz von Schwind ("Im Walde" um 1840-1843) fühlen, dessen zeichnerische Meisterschaft sich in der Ausstellung eindrucksvoll zeigt. In anderen Blättern, etwa in Carl Rottmanns in klarem Licht wiedergegebener "Campagna-Landschaft" (1826), spiegeln sich die Eindrücke einer Italienreise wider. Neben der Landschaft kommt dem Porträt in der Ausstellung eine besondere Rolle zu. Das Doppelbildnis der Künstlerfreunde Friedrich Overbeck und Peter Cornelius (1812) gilt heute als Inbegriff des romantischen Freundschaftsbildes. 
Den hohen Rang der außergewöhnlichen Kunstsammlung belegen außerdem Einzelblätter und Werkensembles zahlreicher weiterer Künstler, unter ihnen Carl Blechen, Carl Gustav Carus, Carl Philipp Fohr, Friedrich Gilly, Johann Wolfgang von Goethe, Franz Horny, Georg Friedrich von Kersting, Wilhelm von Kobell, Franz Pforr, Philipp Otto Runge, Karl Friedrich Schinkel und Julius Schnorr von Carolsfeld.

Johann Georg von Dillis, Altmüchner Bach, um 1790-1800, Privatsammlung, Foto Engelbert Seehuber, München

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Bildergalerie


AUSSTELLUNG

Die Sammlung Maximilian Speck von Sternburg

28.01 – 01.05.00

Die Sammlung des Leipziger Großkaufmanns und Kunstmäzens Maximilian Speck von Sternburg (1776-1856) zählt zu den bedeutendsten bürgerlichen Kunstsammlungen des 19. Jahrhunderts. MEHR


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Goethes italienisches Museum

13.05 – 30.07.00

"Geheimster Wohnsitz" ist der Titel eines um 1810 entstandenen Gedichts von Johann Wolfgang von Goethe, es handelt von einem imaginären Bauwerk in Italien, das der geistigen Erziehung dienen soll. MEHR


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Carl Philipp Fohr

25.04 – 20.07.97

Carl Philipp Fohr zählt zu den bedeutendsten Künstlern der deutschen Romantik und gilt heute als Inbegriff des "frühvollendeten" Künstlers. MEHR


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Pierrot — Melancholie und Maske.

15.09 – 03.12.95

Die melancholische Komödiantenfigur des Pierrot fasziniert seit rund 400 Jahren die Künstler. Als facettenreiche Figur steht sie im Mittelpunkt dieser Ausstellung und belegt ihre bis heute anhaltende Aktualität. MEHR


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Johan Christian Dahl

12.07 – 13.10.02

Der Norweger Johan Christian Dahl gilt neben Caspar David Friedrich als wichtigster Vertreter der Malerei der Romantik. Ein erneuter Blick auf Dahls Bilder soll dessen Verdienste um die deutsche Malerei des beginnenden 18. Jahrhunderts würdigen. MEHR


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Giorgio Morandi

18.07 – 06.09.81

Die Retrospektive zum Werk von Giorgio Morandi würdigte einen Künstler, der damals nahezu als "Heiliger der modernen italienischen Malerei" verehrt wurde (Werner Haftmann). MEHR


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Hand-Arbeit

02.12.00 – 18.03.01

Unter dem mehrdeutigen Titel "Hand-Arbeit" rückt die Ausstellung den Anteil der Hand an Malerei und Bildhauerei in den Mittelpunkt der Kunstbetrachtung. MEHR


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Henri de Toulouse-Lautrec

In Zusammenarbeit mit dem Musée Toulouse-Lautrec gedachte das Haus der Kunst des großen französischen Malers und Begründers der Plakatkunst. Ein Kritiker hatte ihm bereits zu Lebzeiten vorausgesagt: "Er ist klein, und er wird Großes vollbringen". MEHR


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Georges Braque

Die Retrospektive zum Werk von Georges Braque erhielt durch den Tod des Künstlers wenige Monate vor der Eröffnung besondere Aktualität. MEHR


AUSSTELLUNG

Es muss nicht immer Rembrandt sein...

02.07 – 01.08.99

Das 90-jährige Jubiläum des Kunsthistorischen Instituts München bildet den Anlass, seine bedeutende Sammlung von Druckgrafik im Haus der Kunst zu präsentieren. MEHR


AUSSTELLUNG

Angelika Kauffmann

07.02 – 18.04.99

Die Künstlerin (* 1741, Chur/Schweiz) erhielt eine für Mädchen ungewöhnlich sorgfältige Erziehung. Im Alter von 12 Jahren malte Angelika ihr erstes Selbstbildnis und erhielt erste Porträtaufträge. MEHR


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Corot, Courbet und die Maler von Barbizon.

04.02 – 21.04.96

250 Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Grafiken bezeugen ein neues Naturverständnis, das die Voraussetzung für die Malerei des Impressionismus und der Moderne in Europa geschaffen hat. MEHR


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Paul Gaugin

Mit Paul Gauguin rückte ein Künstler in den Blickpunkt, der zu seiner Zeit weit davon entfernt war, jenen "schöpferischen Geist Frankreichs" zu verkörpern, den Germain Bazin, Chefkurator des Louvre-Museums in Paris, in seinem Katalogaufsatz beschwört. MEHR


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Internationale Plakate 1871–1971

09.10.71 – 02.01.72

Hundert Jahre nach dem Plakat Fred Walkers "Woman in White" (1871) und in einer Zeit, in der sich Andy Warhol im Rahmen der Pop Art die Darstellung von Konsumprodukten zu eigen machte, machte sich die Ausstellung daran, die Kunstgeschichte des Plakats nachzuzeichnen. MEHR


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Die Münchner Schule 1850–1914

28.07 – 07.10.79

Die von den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen organisierte Ausstellung widmete sich einer umfassenden Darstellung der Münchner Malerei zwischen 1850 und 1914. MEHR


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Barnes Collection

23.06 – 22.10.95

Die Ausstellung zeigt die legendäre Sammlung moderner Kunst, die Alfred C. Barnes zusammengetragen hat. Gezeigt werden berühmte Schlüsselwerke der rund 2000 Werke umfassenden Sammlung. MEHR


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Eine Reise ins Ungewisse

06.02 – 03.05.98

München ist der Ort, an dem die Fäden der Künstlerbiografien und die Linien der Werkentwicklung von Arnold Böcklin, Giorgio de Chirico und Max Ernst zusammenlaufen. MEHR


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Kunst über Grenzen

07.03 – 30.05.99

Die Ausstellung charakterisiert die Sammlung des Schweizers Josef Müller, die zu den bedeutendsten privaten Kunstsammlungen der Welt gehörte. MEHR


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Schnorr von Carolsfeld

31.05 – 06.08.00

1908 erwarb das Dresdner Kupferstich-Kabinett die Zeichnungen zum "Landschaftsbuch" des Julius Schnorr von Carolsfeld. Es umfasst 115 Landschaftszeichnungen – eines der eindrucksvollsten Zeugnisse romantischer Landschaftskunst aus dem Kreis der Nazarener. MEHR