Frantisek Kupka und Otto Gutfreund. Zwei Wegbereiter der Moderne. Aus der Sammlung Jan und Meda Mladek

AUSSTELLUNG 15.05 – 20.07.97

Der tschechische Maler, Grafiker und Illustrator František Kupka (1871-1957) zählt neben Kandinsky zu den wichtigsten Begründern der abstrakten Kunst zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Obwohl er größtenteils in Paris lebte, liegen die Wurzeln seines Werks im ost- und mitteleuropäischen Kulturraum. Kupka studierte an den Akademien in Prag und Wien, bevor er sich 1895 in Paris niederließ. Nach Beendigung seiner Ausbildung schuf er zunächst Mode- und Plakatentwürfe, ab 1900 arbeitete er für verschiedene Zeitschriften. Gleichzeitig verfasste er anarchistische Flugblätter und beteiligte sich wiederholt an den Ausstellungen des "Salon d'Automne" und der "Indépendants". Sein Schaffen war darüber hinaus durch ein ausgeprägtes Interesse für Spiritismus, Okkultismus und Theosophie gekennzeichnet. 
Die Ausstellung präsentiert über 200 Arbeiten František Kupkas aus sämtlichen Werkphasen, die seinen Wandel von der gegenständlichen zur abstrakten Kunst vor Augen führen. Während die "Kabarett-Tänzerin" (um 1900) noch den Einfluss von Symbolismus und Jugendstil erkennen lässt, spiegeln Kupkas spätere Form- und Farbstudien ("Striche, Flächen, Räume", 1911/12) die Auseinandersetzung mit dem lichthaltigen Orphismus sowie mit den rhythmischen Strukturen im Ornament und der Musik. Sein Streben nach einer abstrakten Bildsprache mündet in den 1920er- und 1930er-Jahren in geometrisch-ornamentalen Stilisierungen, die der Künstler als Ausdruck des Kosmischen versteht.
Kupkas gemalten Farbsymphonien sind 18 Bronzeskulpturen seines Zeitgenossen und Landsmannes Otto Gutfreund (1889-1927) gegenübergestellt. Der Expressionismus von Gutfreunds frühen Skulpturen, deren zentrales Thema der Mensch ist, entsteht durch eine Dynamisierung der Oberflächen, die bisweilen die Zertrümmerung der Form zur Folge hat. Wiederholte Aufenthalte in Paris beeinflussen das Werk entscheidend. Die ab 1912/13 entstandenen Arbeiten, darunter die "Kubistische Büste" (1913/14), gehören zu den bedeutendsten Zeugnissen kubistischer Bildhauerei. 
František Kupka und Otto Gutfreund erhielten erst nach der Öffnung des Eisernen Vorhangs 1989 einen gebührenden Platz in der Kunstgeschichte. Sämtliche nach 1918 entstandenen Werke der Ausstellung stammen aus der Sammlung von Meda und Jan Mladek, die zu den bedeutenden Kennern der Kunst Mitteleuropas und zu den wichtigsten Sammlern abstrakter Kunst in Amerika zählen.

Frantisek Kupka, Kabarett-Tänzerin, ca. 1900, Detail, Sammlung Jan und Meda Mladek
Frantisek Kupka, Kabarett-Tänzerin, ca. 1900, Detail, Sammlung Jan und Meda Mladek
Frantisek Kupka, Studie zu Amorpha, 1911/12, Detail, Sammlung Jan und Meda Mladek
Frantisek Kupka, Studie zu Amorpha, 1911/12, Detail, Sammlung Jan und Meda Mladek
Frantisek Kupka und Otto Gutfreund. Zwei Wegbereiter der Moderne. Aus der Sammlung Jan und Meda Mladek, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1997, Foto Wilfried Petzi
Frantisek Kupka und Otto Gutfreund. Zwei Wegbereiter der Moderne. Aus der Sammlung Jan und Meda Mladek, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1997, Foto Wilfried Petzi
Frantisek Kupka und Otto Gutfreund. Zwei Wegbereiter der Moderne. Aus der Sammlung Jan und Meda Mladek, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1997, Foto Wilfried Petzi
Frantisek Kupka und Otto Gutfreund. Zwei Wegbereiter der Moderne. Aus der Sammlung Jan und Meda Mladek, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1997, Foto Wilfried Petzi
Frantisek Kupka und Otto Gutfreund. Zwei Wegbereiter der Moderne. Aus der Sammlung Jan und Meda Mladek, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1997, Foto Wilfried Petzi
Frantisek Kupka und Otto Gutfreund. Zwei Wegbereiter der Moderne. Aus der Sammlung Jan und Meda Mladek, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1997, Foto Wilfried Petzi
Frantisek Kupka und Otto Gutfreund. Zwei Wegbereiter der Moderne. Aus der Sammlung Jan und Meda Mladek, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1997, Foto Wilfried Petzi
Frantisek Kupka und Otto Gutfreund. Zwei Wegbereiter der Moderne. Aus der Sammlung Jan und Meda Mladek, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1997, Foto Wilfried Petzi
Frantisek Kupka und Otto Gutfreund. Zwei Wegbereiter der Moderne. Aus der Sammlung Jan und Meda Mladek, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1997, Foto Wilfried Petzi
Frantisek Kupka und Otto Gutfreund. Zwei Wegbereiter der Moderne. Aus der Sammlung Jan und Meda Mladek, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1997, Foto Wilfried Petzi

Stretch your view


Stretch your view


AUSSTELLUNG

Joel Shapiro

24.10.97 – 18.01.98

Joel Shapiro zählt zu den wichtigsten amerikanischen Bildhauern der Gegenwart. Die Ausstellung zeigt elf Werke, die seine künstlerische Entwicklung der Jahre 1993-1997 erkennen lassen. MEHR


AUSSTELLUNG

Albert Renger-Patzsch — Retrospektive

01.02 – 13.04.98

Neben August Sander und Karl Blossfeld zählt Albert Renger-Patzsch (1897-1966) zu den bedeutendsten Vertretern der Fotografie in Deutschland. MEHR


AUSSTELLUNG

Eine Reise ins Ungewisse

06.02 – 03.05.98

München ist der Ort, an dem die Fäden der Künstlerbiografien und die Linien der Werkentwicklung von Arnold Böcklin, Giorgio de Chirico und Max Ernst zusammenlaufen. MEHR


AUSSTELLUNG

Es muss nicht immer Rembrandt sein...

02.07 – 01.08.99

Das 90-jährige Jubiläum des Kunsthistorischen Instituts München bildet den Anlass, seine bedeutende Sammlung von Druckgrafik im Haus der Kunst zu präsentieren. MEHR


AUSSTELLUNG

Paul Klee — In der Maske des Mythos

01.10.99 – 09.01.00

Die Ausstellung präsentiert das Gesamtwerk Paul Klees im Überblick und bietet eine neue Sicht auf Klees Methode, mythologische Wesen darzustellen und sich zugleich selbst dahinter zu verbergen – wie hinter einer Maske. MEHR


AUSSTELLUNG

Emil Schumacher — Retrospektive

08.05 – 12.07.98

Die Bilder Emil Schumachers (1912-1999) gelten als Inbegriff der deutschen Nachkriegskunst. MEHR


AUSSTELLUNG

Germaine Krull

22.01 – 12.03.00

Germaine Krull profilierte sich als große Fotografin vor dem Hintergrund einer kosmopolitischen Biografie. Geboren in Ostpreußen, aufgewachsen in Italien, Frankreich und der Schweiz, begann sie 1915 ihre Fotografie-Ausbildung in München. MEHR


AUSSTELLUNG

Hundertwasser – Friedensreich – Regentag

22.02 – 11.05.75

Mit der Ausstellung des Werks von Friedensreich Hundertwasser widmete sich das Haus der Kunst dem vielfältigen künstlerischen Schaffen eines zeitgenössischen österreichischen Künstlers. MEHR


AUSSTELLUNG

Das zweite Gesicht

14.02 – 27.04.97

Als Sammlung afrikanischer Skulptur dokumentiert die Sammlung Barbier-Mueller den Schwarzen Kontinent in seinem schöpferischen Reichtum so lückenlos wie kaum eine andere. MEHR


AUSSTELLUNG

Hand-Arbeit

02.12.00 – 18.03.01

Unter dem mehrdeutigen Titel "Hand-Arbeit" rückt die Ausstellung den Anteil der Hand an Malerei und Bildhauerei in den Mittelpunkt der Kunstbetrachtung. MEHR


AUSSTELLUNG

Christian Boltanski — Verloren in München.

14.11.97 – 11.01.98

Die im Zusammenhang mit der "Edition No. 46" des SZ-Magazins für das Haus der Kunst entstandene Installation führt die Ausstellungsbesucher in eine temporäre Filiale des Münchner Fundbüros. MEHR


AUSSTELLUNG

Tanz in der Moderne — Von Matisse bis Schlemmer

07.02 – 27.04.97

Die Künstler des beginnenden 20. Jahrhunderts waren begeisterte Besucher von Varietés und exotischen Tanzdarbietungen und empfingen aus der Begegnung mit dem Tanz wichtige Impulse. MEHR


AUSSTELLUNG

Die Münchner Schule 1850–1914

28.07 – 07.10.79

Die von den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen organisierte Ausstellung widmete sich einer umfassenden Darstellung der Münchner Malerei zwischen 1850 und 1914. MEHR


Presseecho

Geschichten im Konflikt

Zur Ausstellung sind in Rundfunk, Presse und Onlinemedien zahlreiche Berichte erschienen. MEHR


AUSSTELLUNG

Ernst Wilhelm Nay — Bilder und Dokumente

26.07 – 21.09.80

Ernst Wilhelm Nay (1902-1968) gilt wegen der abstrakten Bildsprache und der Auffassung vom "Gestaltwert der Farbe" als führender Vertreter der Nachkriegsmoderne. MEHR


AUSSTELLUNG

Amerikanische Malerei 1930-1980

14.11.81 – 31.01.82

Tom Armstrong bot dem deutschen Publikum einen repräsentativen Überblick über die Entwicklung der "Amerikanischen Malerei 1930-1980" – jene Epoche also, in der erstmals in der Kunstgeschichte die maßgeblichen Impulse nicht von Europa, sondern von Amerika ausgingen. MEHR


AUSSTELLUNG

Klang und Stille – Sammlung Goetz im Haus der Kunst

13.04 – 09.09.12

Die akustische Wahrnehmung von bewegten Bildern im Raum ist eine der großen Möglichkeiten der Videokunst, die dadurch unserer Alltagswahrnehmung besonders nahe kommt. Andererseits können Bilder und Töne auch anders interpretiert und neu gelesen werden, speziell durch den starken Einfluss von Klängen auf unseren Gemütszustand. MEHR


AUSSTELLUNG

Picasso 1900–1955

Die Ausstellung vollzog die künstlerische Entwicklung Pablo Picassos anhand von insgesamt 256 Gemälden, Zeichnungen, Grafiken, Skulpturen und Keramiken nach. MEHR


AUSSTELLUNG

Edvard Munch

Mit einer umfangreichen Retrospektive ehrten die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen in Zusammenarbeit mit der Nationalgalerie in Oslo den großen norwegischen Maler Edvard Munch (1863–1944). MEHR


AUSSTELLUNG

Der Blaue Reiter München und die Kunst des 20. Jahrhunderts

Wenige Jahre nach Kriegsende rückte das Haus der Kunst mit der Ausstellung "Der Blaue Reiter" jene Kunst in den Mittelpunkt, die einst einen wesentlichen Anteil an der europäischen Avantgarde hatte und später als "entartet" diffamiert wurde. MEHR