Robert Adams. Turning Back — Landschaftsfotografien.

AUSSTELLUNG 29.06 – 25.09.05

Robert Adams, geboren 1937 in New Jersey, USA, gehört zu den stilbildenden Fotografen des 20. Jahrhunderts. Seit nunmehr vier Jahrzehnten dokumentiert er die stete Veränderung des noch immer mythosbeladenen Amerikanischen Westens von einer Natur- zu einer Kulturlandschaft. In seiner neuen Serie "Turning Back" – "Umkehr", die als Weltpremiere im Haus der Kunst zu sehen ist, fotografiert Adams auf den Spuren von Meriwether Lewis und William Clark. Im Auftrag von Präsident Jefferson hatten sie den Nordwesten Amerikas in einer mehrjährigen, strapaziösen Expedition erkundet und die letzten unbekannten Gebiete der USA erschlossen. Die legendäre Reise endete 1805 mit dem Erreichen des Pazifiks an der natürlichen Grenze des Kontinents. 
Adams beginnt hier seine fotografische Recherche, durchquert das Gebiet der früheren Urwälder, die heute weitgehend zerstört sind, und erreicht schließlich eine intakte Kulturlandschaft im Mittleren Westen, die ihm als mögliche Perspektive für einen neuen, nachhaltigeren Umgang mit Natur und Landschaft erscheint. Die Ausstellung nimmt damit Bezug auf das Motto der BUGA 2005, Perspektivenwechsel, und diskutiert die Veränderung des Landschaftsbegriffs mit den Mitteln der künstlerischen, dokumentarischen Fotografie.
"Turning Back" kann als protokollierendes, fotografisches Tagebuch gelesen werden, wie auch als die Suche Adams' nach einer besseren Heimat: "Wenn diese Reise schwer wird, ist sie es deshalb, weil wir eine Landschaft durchqueren müssen, die wir geplündert haben. Wenn wir den Mut finden weiterzublicken, dann deshalb, weil wir schließlich einem Geheimnis begegnen, einer Herrlichkeit, die so ruhig und gelassen ist wie der Horizont des Ozeans." In den 164 Schwarzweiß-Fotografien seiner neuen Serie verbindet der Künstler auf die für ihn typische, scheinbar paradoxe Weise Kritik und Schönheit. Inhalt und formvollendete Gestaltung der Aufnahmen stehen sich bei Adams nicht als Gegensätze gegenüber, sondern sind die Pole einer persönlichen Fotografie, deren Ziel die Gesellschaftsanalyse ist. Doch geht es Adams um mehr als nur darum, Fehlentwicklungen zu kritisieren, immer will er auch auf das Schöne, Schützenswerte hinweisen, und so sind seine Arbeiten in ihrer Summe ein einziges Plädoyer für die Qualität des Lebens und dessen Schutz. Vereint sind die Bilder des international mehrfach ausgezeichneten Künstlers durch das charakteristische Licht des Westens, das er wie kaum ein anderer Fotograf derart intensiv in seinen Abzügen wiederzugeben weiß.
Ergänzend zur neuen Serie "Turning Back" zeigt das Haus der Kunst auch frühere Fotoessays des Künstlers: The New West (1974), Our Lives & Our Children (1983) sowie Auszüge aus den Serien From the Missouri West (1980), Listening to the River (1994) und West from the Columbia (1995). Die Ausstellung eröffnet somit einen retrospektiven Blick auf Adams' künstlerisches Werk und ist mit über 300 Exponaten die bislang umfangreichste Ausstellung des documenta X-Teilnehmers in Europa. "Turning Back" entstand in Kooperation mit dem Künstler und dem San Francisco Museum of Modern Art, wo die Ausstellung im Herbst 2005 zu sehen war.

Robert Adams, alle Bilder aus der Serie
Robert Adams, alle Bilder aus der Serie "Turning Back", 2004 © Robert Adams, Installationsansicht Haus der Kunst, 2005, Foto Wilfried Petzi
Robert Adams, alle Bilder aus der Serie
Robert Adams, alle Bilder aus der Serie "Turning Back", 2004 © Robert Adams, Installationsansicht Haus der Kunst, 2005, Foto Wilfried Petzi
Robert Adams, alle Bilder aus der Serie
Robert Adams, alle Bilder aus der Serie "Turning Back", 2004 © Robert Adams, Installationsansicht Haus der Kunst, 2005, Foto Wilfried Petzi
Robert Adams, alle Bilder aus der Serie
Robert Adams, alle Bilder aus der Serie "Turning Back", 2004 © Robert Adams, Installationsansicht Haus der Kunst, 2005, Foto Wilfried Petzi
Robert Adams, alle Bilder aus der Serie
Robert Adams, alle Bilder aus der Serie "Turning Back", 2004 © Robert Adams, Installationsansicht Haus der Kunst, 2005, Foto Wilfried Petzi
Robert Adams, alle Bilder aus der Serie
Robert Adams, alle Bilder aus der Serie "Turning Back", 2004 © Robert Adams, Installationsansicht Haus der Kunst, 2005, Foto Wilfried Petzi

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Bildergalerie


Ausstellungskatalog

Robert Adams — Turning Back

Künstlerbuch zur Ausstellung MEHR


Essay

Die Bedingungen der Spektralität und des Sehens in den Fotografien von Thomas Ruff

Aufsatz von Okwui Enwezor MEHR


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Andreas Gursky

17.02 – 13.05.07

Die Bilder des international renommierten Fotografen Andreas Gursky sind keine Darstellungen der Wirklichkeit; sie sind künstlerisch begründete Ideale – von der Zeit losgelöste Momente. MEHR


Video, Gespräch

Thomas Ruff im Interview mit Thomas Weski

16.02.12

Das Werk Thomas Ruffs ist hinsichtlich seiner Vielschichtigkeit und Komplexität in der Geschichte der künstlerischen Fotografie einzigartig. Kurator Thomas Weski befragte den Künstler MEHR


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Albert Renger-Patzsch — Retrospektive

01.02 – 13.04.98

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Bernd und Hilla Becher

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AUSSTELLUNG

Parrworld

07.05 – 17.08.08

Seit mehr als 30 Jahren dokumentiert der britische Fotograf Martin Parr gesellschaftliches Leben und Alltagskultur vorwiegend in seiner Heimat Großbritannien, darüber hinaus globale Phänomene wie Massentourismus, Konsumverhalten oder Freizeitgestaltung. MEHR


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William Eggleston

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AUSSTELLUNG

Brassai — Vom Surrealismus zum Informel.

21.01 – 26.03.95

Die Fotografien von Gyula Halász, der sich Brassai nannte, führen ins Paris der 1930er-Jahre, wo er zunächst als Journalist arbeitete und dann autodidaktisch zur künstlerischen Fotografie fand. MEHR


AUSSTELLUNG

Germaine Krull

22.01 – 12.03.00

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AUSSTELLUNG

Herlinde Koelbl

16.03 – 14.05.00

Wie verändern sich Menschen, die Minister, Bundeskanzler oder Leiter eines großen Unternehmens werden, unter dem Druck der Verantwortung und der öffentlichen Aufmerksamkeit? MEHR


AUSSTELLUNG

Sammlung Herzog

06.04 – 12.06.05

"Wichtiger als ein berühmter Autorenname ist der Bildinhalt." (Ruth Herzog) Das Haus der Kunst zeigte ausgewählte Werke der Sammlung Ruth und Peter Herzog aus Basel. MEHR


AUSSTELLUNG

Lee Friedlander

16.11.05 – 12.02.06

Lee Friedlander gilt als einer der stilbildenden Fotografen des 20. Jahrhunderts und als Erfinder eines neuen Sehens in der Fotografie. Seine umfangreichen Bildserien der 1960er-Jahre setzen sich mit der "social landscape" Amerikas auseinander. MEHR


AUSSTELLUNG

Click Doubleclick

08.02 – 23.04.06

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AUSSTELLUNG

Umbo

24.05 – 28.07.96

Otto Umbehr, genannt Umbo, gilt neben Laszlo Moholy-Nagy als einer der großen Fotografen des Weimarer Bauhauses. MEHR


AUSSTELLUNG

Richard Prince

15.11.96 – 06.01.97

Richard Prince erzielte erste Erfolge mit "refotografierten" Bildern aus den Medien, die, wie etwa die "Cowboys", Motive der Konsumwelt aufgreifen und zu Mythen stilisieren. MEHR


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Thomas Ruff

17.02 – 20.05.12

Die Ausstellung im Haus der Kunst ist die erste umfassende Präsentation der Werke Thomas Ruffs seit über zehn Jahren und vollzieht in chronologischer Reihenfolge seine künstlerische Entwicklung nach. MEHR