Frank Stella — Die Retrospektive.

AUSSTELLUNG 10.02 – 21.04.96

Frank Stella (*1936) gehört zu den Klassikern der Kunst der zweiten Jahrhunderthälfte. Ende der 1940er-Jahre hatten Jackson Pollock, Mark Rothko und Willem de Kooning mit dem "Abstract Expressionism" den ersten eigenständig amerikanischen Kunststil geschaffen und die europäische Führungsrolle gebrochen. Um 1960 vollzog sich neuerlich ein tief greifender Wandel, indem Jasper Johns, Andy Warhol und Roy Lichtenstein mit der Pop Art der Kunst eine neue Richtung der Gegenständlichkeit wiesen. Frank Stella gilt in Fortführung des Abstrakten Expressionismus als einer der radikalen Reformer der Abstraktion. In den vielen Jahrzehnten seines Schaffens lotete er ihre vielfältigen bildnerischen Möglichkeiten in Werkreihen kreativ aus. Ihre Abfolge spannt trotz manch scheinbar harter Brüche einen geschlossenen Entwicklungsbogen, den die Ausstellung nachvollziehbar macht.
Während die malerischen Frühwerke bereits die Hinwendung zur Farbfeldmalerei erkennen lassen, gelingt dem 23-jährigen mit der konsequenten Reduktion aller traditionellen Bildelemente zu einer nur durch Linien unterbrochenen Monochromie in den "Black Paintings", den "Aluminium-" und "Copper Paintings" der Durchbruch zu internationaler Beachtung. In den Serien "Benjamin Moore" und "Concentric Squares" verbindet der Maler die leuchtende Farbigkeit mit der geometrischen Formensprache. Die epochemachende Erfindung der "Shaped Canvas", der geformten Leinwand, in welcher die Form der Darstellung und das Format der Leinwand zu einer Einheit verschmelzen, kennzeichnet als stilistische Neuerung die Werkreihen "Notched-V" und "Running-V". In den "Irregular Polygons" und den monumentalen "Protractors" werden die Formen wieder freier und vielfältiger, die Farbpalette nuancenreicher. In der Serie der "Polish Villages" stößt Stella erstmals in die reale Räumlichkeit vor und schafft erste Reliefs, deren strenge Geometrie und unmodulierte Farbigkeit sich in der nachfolgenden "Brazilian"-Reihe lockert. In den "Exotic Birds" und "Indian Birds" wird Stellas Formen- und Farbensprache immer freier und opulenter, eine Entwicklung, die sich bei den "Circuits" in Folge der intensiven Auseinandersetzung mit dem italienischen Barock anlässlich eines längeren Studienaufenthaltes in Rom noch verstärkt.
Die Werkreihen der "Cones and Pillars", "Moby Dick" und "Imaginary Places" fassen gleich einer Synthese Elemente früherer Schaffensphasen zusammen, indem der Künstler konstruktivistische Anklänge mit dem freien Spiel von Volumina und Flächen verbindet, um schließlich mit seinen monumentalen Objekten die Grenze zwischen Malerei und Skulptur zu sprengen.

Frank Stella – Die Retrospektive, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1996, Foto Wilfried Petzi
Frank Stella – Die Retrospektive, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1996, Foto Wilfried Petzi
Frank Stella – Die Retrospektive, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1996, Foto Wilfried Petzi
Frank Stella – Die Retrospektive, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1996, Foto Wilfried Petzi
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Frank Stella – Die Retrospektive, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1996, Foto Wilfried Petzi
Frank Stella – Die Retrospektive, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1996, Foto Wilfried Petzi
Frank Stella – Die Retrospektive, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1996, Foto Wilfried Petzi
Frank Stella – Die Retrospektive, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1996, Foto Wilfried Petzi
Frank Stella – Die Retrospektive, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1996, Foto Wilfried Petzi
Frank Stella – Die Retrospektive, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1996, Foto Wilfried Petzi
Frank Stella – Die Retrospektive, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1996, Foto Wilfried Petzi
Frank Stella – Die Retrospektive, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1996, Foto Wilfried Petzi
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Frank Stella – Die Retrospektive, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1996, Foto Wilfried Petzi
Frank Stella – Die Retrospektive, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1996, Foto Wilfried Petzi
Frank Stella – Die Retrospektive, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1996, Foto Wilfried Petzi
Frank Stella – Die Retrospektive, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1996, Foto Wilfried Petzi
Frank Stella – Die Retrospektive, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1996, Foto Wilfried Petzi

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AUSSTELLUNG

Black Paintings

15.09.06 – 14.01.07

Ende der 1940er-Jahre begannen amerikanische Künstler wie Robert Rauschenberg oder Mark Rothko, sich intensiv mit der Farbe Schwarz zu beschäftigen. In der Ausstellung sind die schwarzen Bildserien der legendären New York School nun erstmals vereint zu sehen. MEHR


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Black Paintings — Audioguide, 2006

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Frank Lloyd Wright — 60 Jahre Architektur

Mit der Ausstellung zum Lebenswerk von Frank Lloyd Wright verband sich im Jahr 1952 neben der Würdigung eines der größten, noch lebenden Architekten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auch das Bekenntnis zur Moderne. MEHR


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Mit rund 170 Objekten würdigte das Haus der Kunst München das Lebenswerk des amerikanischen Bildhauers Alexander Calder, der die Retrospektive kurz vor seinem Tod noch wohlwollend unterstützte. MEHR


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Podcast, Audioguide

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AUSSTELLUNG

Matt Mullican

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AUSSTELLUNG, App

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07.10.11 – 22.01.12

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27.02 – 17.05.09

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Wege zur Abstraktion

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