Tivadar Kosztka Csontváry 1853–1919

AUSSTELLUNG 18.11.94 – 29.01.95

Tivadar Kosztka Csontváry (1853–1919) gilt als einer der bedeutendsten Künstler Ungarns und als einer der eigenwilligsten Maler seiner Zeit. In seiner Heimat lange Zeit verfemt, blieb das Werk des Einzelgängers bisher nahezu unbeachtet. Er steht stilistisch am Übergang vom Spätimpressionismus zum Symbolismus, seine visionären Bilder bewegen sich an der Grenze von Traum und Wirklichkeit. Der Maler, der sich berufen fühlte, die Welt durch seine Kunst zu erneuern, hinterließ nach sechzehn intensiven Schaffensjahren ein Oeuvre von höchster Originalität. Dieses galt es im Rahmen der Retrospektive mit mehr als siebzig erhaltenen Gemälden und Zeichnungen neu zu beleuchten.
Der gelernte Apotheker Csontváry fühlt sich aufgrund einer Vision seit seiner Kindheit zur Kunst berufen. Das 1894 mit 41 Jahren in München begonnene Kunststudium an einer Privatschule bricht er schon nach einem Jahr ab, um Reisen in alle Welt zu unternehmen und seine Eindrücke zur Grundlage seines künstlerischen Schaffens zu machen. Während die Zeichnungen der frühen Jahre noch ganz im akademischen Stil gehalten sind, entwickelt er seit 1899 eine eigene Licht- und Farbenlehre. Seine "Sonnenweg-Malerei" versucht die Energie der Sonne und ihr Strahlen in Landschaften von surreal-glühender Farbwirkung festzuhalten, die sich an der bunten Palette van Goghs und den Lichtfarben der italienischen Divisionisten orientieren ("Die Ruinen des griechischen Theaters bei Taormina", 1904/05). Den Futurismus vorwegnehmend, sucht er Naturphänomene mit den Energien der modernen Technik zu einer harmonischen Einheit zu verbinden. So kombiniert er Flüsse, Meeresbrandung, Vulkane und Sonnenuntergänge mit Kirchen, Kraftwerken, Fabrikschornsteinen, Straßenlaternen und Fahrzeugen ("Castellamare di Stabia", 1902).
Csontváry verstand sich als einer kosmologischen Weltsicht verpflichtetes Medium, das die universellen Energieströme in den leuchtenden Farben und fließenden Formen seiner Gemälde bündelt. Diese sollten quasi als Kraftwerk die Vorstellung des Betrachters verstärken. Von der Malerei erhoffte er sich die Erlösung der Menschheit durch die Verschmelzung mit der allgegenwärtigen Weltenergie. Das Jahr 1911 leitete mit dem Ausbruch einer Psychose das Ende eines Kunstschaffens ein, dem sich luzide Werke von höchster poetischer Ausdruckskraft verdanken ("Pilgerfahrt zu den Zedern des Libanon", 1907).

Der broschierte Katalog im DIN A4-Format zeigt auf dem Titel "Die Ruinen des griechischen Theaters bei Taormina". Er umfasst 208 Seiten; der Textteil enthält neben dem Vorwort Aufsätze von Hubertus Gaßner und Géza Perneczky sowie eine Biografie und Bibliografie. Das Werkverzeichnis umfasst 53 Gemälde und 19 graphische Werke, es ist mit zahlreichen Farbabbildungen illustriert.

Tivadar Kosztka Csontváry 1853–1919, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1995, Foto Wilfried Petzi
Tivadar Kosztka Csontváry 1853–1919, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1995, Foto Wilfried Petzi
Tivadar Kosztka Csontváry 1853–1919, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1995, Foto Wilfried Petzi
Tivadar Kosztka Csontváry 1853–1919, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1995, Foto Wilfried Petzi
Tivadar Kosztka Csontváry 1853–1919, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1995, Foto Wilfried Petzi
Tivadar Kosztka Csontváry 1853–1919, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1995, Foto Wilfried Petzi
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Tivadar Kosztka Csontváry 1853–1919, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1995, Foto Wilfried Petzi

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