Black Paintings

AUSSTELLUNG 15.09.06 – 14.01.07

"Black was a sacred colour for the Abstract Expressionists, it was their lapis lazuli." (David Sylvester)

Ende der 1940er-Jahre begannen amerikanische Künstler wie Robert Rauschenberg, Mark Rothko oder Frank Stella, sich intensiv mit der Farbe Schwarz zu beschäftigen. Sie schufen eine erstaunliche Anzahl nahezu monochromer schwarzer Bildserien, die heute zu den Glanzstücken international bedeutender Sammlungen zählen.
Die schwarzen Gemälde entstanden vor dem Hintergrund einer Aufbruchstimmung im New York der Nachkriegszeit, die neben der Kunst auch Musik, Theater und Literatur erfasste und zu einem neuen Selbstverständnis und einer grundsätzlichen Neupositionierung der amerikanischen Kunst führte. Maler wie Robert Motherwell, Willem de Kooning und Jackson Pollock begründeten mit Barnett Newman, Mark Rothko und anderen die erste Generation der New York School, die sich von den Einflüssen der europäischen Tradition lossagte und die Kunst des 20. Jahrhunderts fortan maßgeblich prägen sollte. New York wurde – neben Paris – zum Zentrum der künstlerischen Avantgarde.
In der Ausstellung sind die schwarzen Bildserien der legendären New York School nun erstmals vereint zu sehen. Die Schau bietet damit Gelegenheit, Unterschiede und Gemeinsamkeiten in den Werken so berühmter Künstler wie Robert Rauschenberg, Ad Reinhardt, Mark Rothko und Frank Stella zu entdecken. Zugleich offenbart sie die Radikalität der einzelnen künstlerischen Positionen. Frank Stella, ebenso wie Robert Rauschenberg, die jungen "Freiheitskämpfer", setzten die Farbe Schwarz ein, um die Spuren von Tradition und eigener Konditionierung verschwinden zu lassen und so ihr künstlerisches Vokabular neu zu erfinden. Bei Mark Rothko steht Schwarz für die Leere und das Nichts, die den Betrachter auf existenzielle Fragen und Erfahrungen zurückwerfen; für Ad Reinhardt schließlich bedeutet die Farbe Schwarz Verweigerung, auch Unsichtbarkeit, Farblosigkeit und Gleichmut. Gemeinsam ist den Black Paintings, dass sie im Œuvre der einzelnen Künstler Übergänge und Durchbrüche markieren und auf einen grundlegenden Wandel in ihrem künstlerischen Schaffen schließen lassen.
Die Betrachtung der schwarzen Gemälde erfordert dabei eine andere, neue Form des Sehens: Trifft der Blick auf Schwarz, entsteht in der Konzentration ein differenzierteres, präziseres Sehen; Nuancen in Struktur und Farbe werden sichtbar. Die Unterschiedlichkeit des scheinbar Ähnlichen wird deutlich. "Black Paintings" ist somit ein Gegengewicht zur Bilderflut unserer multimedialen Welt und erlaubt uns eine sensible, intensive Form des Betrachtens.

Gefördert durch die
Dr. Karl Wamsler Foundation

Mit freundlicher Unterstützung



Medienpartner

Installationsansicht Black Paintings, Haus der Kunst, 2006, Foto Florian Holzherr
Installationsansicht Black Paintings, Haus der Kunst, 2006, Foto Florian Holzherr
Installationsansicht Black Paintings, Haus der Kunst, 2006, Foto Florian Holzherr
Installationsansicht Black Paintings, Haus der Kunst, 2006, Foto Florian Holzherr
Installationsansicht Black Paintings, Haus der Kunst, 2006, Foto Florian Holzherr
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Installationsansicht Black Paintings, Haus der Kunst, 2006, Foto Florian Holzherr
Installationsansicht Black Paintings, Haus der Kunst, 2006, Foto Florian Holzherr
Installationsansicht Black Paintings, Haus der Kunst, 2006, Foto Florian Holzherr
Installationsansicht Black Paintings, Haus der Kunst, 2006, Foto Florian Holzherr
Installationsansicht Black Paintings, Haus der Kunst, 2006, Foto Florian Holzherr
Installationsansicht Black Paintings, Haus der Kunst, 2006, Foto Florian Holzherr

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Bildergalerie


Ausstellungskatalog

Black Paintings

Mit einem Vorwort von Chris Dercon, einem Essay von Stephanie Rosenthal, umfangreichen Künstlerbiografien und einer Werkliste. MEHR


Audioguide

Black Paintings — Audioguide, 2006

Die Ausstellung zeigte die berühmten schwarzen Gemälde von Künstlern der New York School erstmals im Überblick – Werke von Barnett Newman, Robert Rauschenberg, Mark Rothko, Frank Stella u.a. MEHR


AUSSTELLUNG

Robert Rauschenberg

09.05 – 14.09.08

In den 1950er-Jahren begann der amerikanische Künstler Robert Rauschenberg, die Grenzen zwischen Malerei und Skulptur auszuloten, indem er Fundstücke wie Glühbirnen, Tapetenreste oder Autoreifen in seine Arbeiten integrierte. MEHR


AUSSTELLUNG

Frank Stella — Die Retrospektive.

10.02 – 21.04.96

Frank Stella gehört zu den Klassikern der Kunst der zweiten Jahrhunderthälfte und gilt in Fortführung des Abstrakten Expressionismus als einer der radikalen Reformer der Abstraktion. MEHR


Podcast, Audioguide

Gerhard Richter — Audioguide, 2009

Die Ausstellung zeigte eine umfassende Auswahl der abstrakten Gemälde Gerhard Richters, die er seit Mitte der 1970er-Jahre schuf und die heute sein Werk dominieren. Der Audioguide beleuchtet ausgewählte Werke der Ausstellung, wie den Bilderzyklus "Cage" oder das farbintensive Gemälde "Claudius". MEHR


AUSSTELLUNG

Gerhard Richter

27.02 – 17.05.09

Die Ausstellung zeigt erstmals eine umfassende Auswahl der abstrakten Gemälde Gerhard Richters, die er seit Mitte der 1970er-Jahre schuf und die sein Werk heute dominieren. MEHR


AUSSTELLUNG

Frank Lloyd Wright — 60 Jahre Architektur

Mit der Ausstellung zum Lebenswerk von Frank Lloyd Wright verband sich im Jahr 1952 neben der Würdigung eines der größten, noch lebenden Architekten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auch das Bekenntnis zur Moderne. MEHR


AUSSTELLUNG

Alexander Calder

10.05 – 13.07.75

Mit rund 170 Objekten würdigte das Haus der Kunst München das Lebenswerk des amerikanischen Bildhauers Alexander Calder, der die Retrospektive kurz vor seinem Tod noch wohlwollend unterstützte. MEHR


AUSSTELLUNG

Wege zur Abstraktion

12.08 – 09.10.88

Anstelle der wiederholten Präsentation berühmter Werke der Alten Kunst konzentrierte man sich in der Ausstellung auf "80 Meisterwerke" der Klassischen Moderne aus der Sammlung Thyssen-Bornemisza, um an ihnen die "Wege zur Abstraktion" exemplarisch nachzuvollziehen. MEHR


Ausstellungsparcours, Booklet

Robert Rauschenberg "Travelling '70–'76"

09.05.08

Der Rundgang umfasst die einzelnen Stationen der Ausstellung und die Werkserien des Künstlers. MEHR


AUSSTELLUNG

Roy Lichtenstein — Die Retrospektive.

14.10.94 – 08.01.95

Roy Lichtenstein gilt neben Andy Warhol als Begründer der Pop Art, die von Robert Rauschenberg und Jasper Johns vorbereitet worden war. MEHR


AUSSTELLUNG

Ellsworth Kelly. Retrospektive.

17.10.97 – 20.01.98

Ellsworth Kelly gehört zur Generation derer, die in den 1950er-Jahren den Abstrakten Expressionismus überwanden und eine neuartige Bildsprache entwickelten. MEHR


AUSSTELLUNG

Paul Klee — In der Maske des Mythos

01.10.99 – 09.01.00

Die Ausstellung präsentiert das Gesamtwerk Paul Klees im Überblick und bietet eine neue Sicht auf Klees Methode, mythologische Wesen darzustellen und sich zugleich selbst dahinter zu verbergen – wie hinter einer Maske. MEHR


AUSSTELLUNG

Die Nacht

01.11.98 – 14.02.99

Thema der Ausstellung ist die Entwicklung des Nachtbildes in der abendländischen Malerei vom 15. bis ins 20. Jahrhundert. MEHR


AUSSTELLUNG

Blast!

16.11.96 – 26.01.97

1914 bildete sich in England eine Gruppe von Künstlern und Schriftstellern, die mit modernen Thesen gegen das Establishment und die im viktorianischen Geist befangene Kunst aufbegehrten. MEHR


AUSSTELLUNG

Emil Schumacher — Retrospektive

08.05 – 12.07.98

Die Bilder Emil Schumachers (1912-1999) gelten als Inbegriff der deutschen Nachkriegskunst. MEHR


AUSSTELLUNG

Matt Mullican

10.06 – 11.09.11

Im Mittelpunkt der künstlerischen Arbeit Matt Mullicans stehen der Sinn des Lebens und die Ordnung der Welt, die der Künstler in seinen raumgreifenden Installationen zu erfassen und sichtbar zu machen versucht. MEHR


AUSSTELLUNG, App

Ellsworth Kelly

07.10.11 – 22.01.12

Ellsworth Kelly (geb. 1923) zählt zu den wichtigsten Protagonisten der Farbfeld-Malerei. Seine überwiegend großformatigen Gemälde, die meist aus mehreren Tafeln bestehen, sind ein beeindruckendes Zusammenspiel von Form, Farbe und Raum. MEHR