Amrita Sher-Gil — Eine indische Künstlerfamilie im 20. Jahrhundert

AUSSTELLUNG 03.10.06 – 07.01.07

"I can only paint in India. Elsewhere I am not natural, I have no self confidence. Europe belongs to Picasso, Matisse and Braque and many others. India belongs only to me." (Amrita Sher-Gil, 1938)
Im Mittelpunkt der Ausstellung – einer Weltpremiere – stehen Leben und Werk der indisch-ungarischen Künstlerin Amrita Sher-Gil (1913-1941). Die emblematische Figur, vergleichbar mit Frida Kahlo, gilt als Vertreterin des Modernismus in Indien und wurde durch ihr Talent, ihre Schönheit und charismatische Persönlichkeit früh zu einer Legende. Aufgewachsen in einer kunstinteressierten, kosmopolitischen Familie in Budapest und Punjab, Indien, studierte Amrita Sher-Gil Malerei an der École des Beaux Arts in Paris und fand schnell Zugang zur Pariser Bohème der 1930er-Jahre. Zunächst arbeitete sie unter dem Einfluss des Realismus und der Kunst Paul Gauguins; Akte, Porträts und Stillleben waren ihre bevorzugten Sujets. 1934 kehrte Amrita Sher-Gil nach Indien zurück. Charakteristisch für die ersten Figuren, die sie nach ihrer Rückkehr malte, ist die Melancholie, die an das starke, unbestimmte Sehnen der Romantik erinnert. Die Begegnung mit ihrer Heimat, vor allem aber die Auseinandersetzung mit der frühen indischen Kunst, wurden für Amrita Sher-Gil zu einer (Selbst-) Entdeckungsreise und einer künstlerischen Offenbarung, die inhaltlich und formal eine vollständige Neuorientierung bewirkte. Durch den frühen Tod der Künstlerin im Jahr 1941 fand ihre viel versprechende Entwicklung jedoch ein jähes Ende.
Ergänzend zu den Gemälden und Collagen Amrita Sher-Gils präsentiert die Ausstellung zahlreiche Fotografien ihres Vaters, Umrao Singh Sher-Gil und ihres Neffen, Vivan Sundaram. In zahlreichen Fotografien hat Umrao Singh Sher-Gil (1870-1954), die strahlende Erscheinung seiner Tochter festgehalten. Amrita nutzte dieses Posieren vor der Kamera als Möglichkeit, ihrem von steter Verwandlung geprägten Selbstbild Ausdruck zu verleihen: Mal gab sie sich indisch, mal ungarisch, mal im mondänen Stil des Paris der 1930er-Jahre. Vivan Sundaram (*1943), einer der bedeutendsten indischen Gegenwartskünstler, hat nun die originalen Aufnahmen seines Großvaters neu verwendet: In digitalen Fotomontagen, sogenanten Re-takes, wählt er bestimmte Momente aus, arrangiert sie neu und lenkt die Aufmerksamkeit so auf ihre verborgene Aussagekraft.
Im Rahmen der Ausstellung wird der Film "Amrita Sher-Gil: Ein Familienalbum" gezeigt - eine filmische Reise durch das bewegte Leben der indisch-ungarischen Künstlerin. Die in Deutschland lebende Nichte Amrita Sher-Gils, die ARD-Fernsehjournalistin Navina Sundaram, nähert sich ihrer berühmten Tante Bild für Bild, Etappe für Etappe, Foto für Foto.
© Navina Sundaram 2006, 35,49 min

Die Ausstellung wird zeitgleich zur Frankfurter Buchmesse mit dem Schwerpunkt Indien gezeigt.

In Kooperation mit
National Gallery of Modern Art, Neu Delhi, Ministry of Culture, Government of India, Neu Delhi Goethe-Institut, Neu Delhi

Vivan Sundaram, Retake of Amrita [Wiederholung von Amrita], 2001/2002, Umrao Sher-Gil – Boris © Vivan Sundaram
Vivan Sundaram, Retake of Amrita [Wiederholung von Amrita], 2001/2002, Umrao Sher-Gil – Boris © Vivan Sundaram
Installationsansicht Amrita Sher-Gil – Eine indische Künstlerfamilie im 20. Jahrhundert, Haus der Kunst, 2006, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Amrita Sher-Gil – Eine indische Künstlerfamilie im 20. Jahrhundert, Haus der Kunst, 2006, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Amrita Sher-Gil – Eine indische Künstlerfamilie im 20. Jahrhundert, Haus der Kunst, 2006, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Amrita Sher-Gil – Eine indische Künstlerfamilie im 20. Jahrhundert, Haus der Kunst, 2006, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Amrita Sher-Gil – Eine indische Künstlerfamilie im 20. Jahrhundert, Haus der Kunst, 2006, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Amrita Sher-Gil – Eine indische Künstlerfamilie im 20. Jahrhundert, Haus der Kunst, 2006, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Amrita Sher-Gil – Eine indische Künstlerfamilie im 20. Jahrhundert, Haus der Kunst, 2006, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Amrita Sher-Gil – Eine indische Künstlerfamilie im 20. Jahrhundert, Haus der Kunst, 2006, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Amrita Sher-Gil – Eine indische Künstlerfamilie im 20. Jahrhundert, Haus der Kunst, 2006, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Amrita Sher-Gil – Eine indische Künstlerfamilie im 20. Jahrhundert, Haus der Kunst, 2006, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Amrita Sher-Gil – Eine indische Künstlerfamilie im 20. Jahrhundert, Haus der Kunst, 2006, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Amrita Sher-Gil – Eine indische Künstlerfamilie im 20. Jahrhundert, Haus der Kunst, 2006, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Amrita Sher-Gil – Eine indische Künstlerfamilie im 20. Jahrhundert, Haus der Kunst, 2006, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Amrita Sher-Gil – Eine indische Künstlerfamilie im 20. Jahrhundert, Haus der Kunst, 2006, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Amrita Sher-Gil – Eine indische Künstlerfamilie im 20. Jahrhundert, Haus der Kunst, 2006, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Amrita Sher-Gil – Eine indische Künstlerfamilie im 20. Jahrhundert, Haus der Kunst, 2006, Foto Wilfried Petzi

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