Andreas Gursky. Retrospektive 1984–2007

AUSSTELLUNG 17.02 – 13.05.07

"Wirklichkeit ist überhaupt nur darzustellen, indem man sie konstruiert." (Andreas Gursky)

Die Bilder des international renommierten Fotografen Andreas Gursky (*1955, Leipzig) faszinieren und irritieren zugleich. Sie führen uns in einen Bereich der zeitgenössischen Fotografie, der für unsere Betrachtung Neuland bedeutet: Einerseits möchten wir Gurskys Aufnahmen dokumentarisch lesen und sie als Belege einer konkreten Gegebenheit gelten lassen, andererseits aber erkennen wir darin die Konstruktion und stellen so ihre Wahrhaftigkeit und Authentizität in Frage.
Die Bilder Andreas Gurskys sind keine Darstellungen der Wirklichkeit; sie sind künstlerisch begründete Ideale – von der Zeit losgelöste Momente. Seit mehr als 15 Jahren nutzt er Techniken der digitalen Bildherstellung und komponiert aus einer Vielzahl von Aufnahmen das endgültige Werk, das uns verschiedene Betrachtungsmöglichkeiten bietet: Aus der Ferne sehen wir eine Makrostruktur – ein Arrangement von Farben, den Einsatz von Kontrasten, oft eine ornamentale Gestaltung.
Treten wir näher und beginnen das Studium der Bilder, eröffnet sich uns ein flimmernder Mikrokosmos an Details; wir machen unzählige Entdeckungen, verknüpfen unendlich viele Beziehungen zu eigenen Geschichten. Wir werden so zu aktiven Partnern des Künstlers.
Die Motive Andreas Gurskys kreisen um die Themen der Zeit, um sichtbare Phänomene einer globalisierten Welt. Er zeigt die Zusammenhänge des modernen Lebens und zeichnet ein analytisches Bild vom Kapitalismus in seinen verschiedenen Ausformungen. Seine Darstellungen von Produktionsstätten, Börsen und Luxusgütern, von Großveranstaltungen und Aspekten des Massentourismus sind dabei von einer formalen Präzision, die zum Staunen verführt. Die großen Bildformate und die bewusst gesteuerte Farbigkeit seiner Fotografien tragen dazu bei, dass die Motive ins Monumentale und Abstrakte gesteigert werden. Gurskys Aufnahmen sind meist von ungewöhnlichen, normalerweise nicht einnehmbaren Standpunkten aus fotografiert; in Verbindung mit ihrer digitalen Konstruktion entsteht so eine künstliche, privilegierte Perspektive, die uns üblicherweise verwehrt ist und uns irritiert, aber auch die komplexen Zusammenhänge erkennen lässt.
Andreas Gurskys Arbeiten sind letztlich subjektive Sichten auf die Welt – Fiktionen auf der Grundlage von Fakten, Konstruktionen von Authentizität im Gewand des Dokuments.
Nach seiner viel beachteten Präsentation im Museum of Modern Art, New York, im Jahre 2001, ist die Ausstellung im Haus der Kunst die größte Gesamtschau des Künstlers.

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Installationsansicht Andreas Gursky – Retrospektive 1984-2007, Haus der Kunst, 2007, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Andreas Gursky – Retrospektive 1984-2007, Haus der Kunst, 2007, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Andreas Gursky – Retrospektive 1984-2007, Haus der Kunst, 2007, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Andreas Gursky – Retrospektive 1984-2007, Haus der Kunst, 2007, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Andreas Gursky – Retrospektive 1984-2007, Haus der Kunst, 2007, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Andreas Gursky – Retrospektive 1984-2007, Haus der Kunst, 2007, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Andreas Gursky – Retrospektive 1984-2007, Haus der Kunst, 2007, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Andreas Gursky – Retrospektive 1984-2007, Haus der Kunst, 2007, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Andreas Gursky – Retrospektive 1984-2007, Haus der Kunst, 2007, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Andreas Gursky – Retrospektive 1984-2007, Haus der Kunst, 2007, Foto Wilfried Petzi
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Installationsansicht Andreas Gursky – Retrospektive 1984-2007, Haus der Kunst, 2007, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Andreas Gursky – Retrospektive 1984-2007, Haus der Kunst, 2007, Foto Wilfried Petzi
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Installationsansicht Andreas Gursky – Retrospektive 1984-2007, Haus der Kunst, 2007, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Andreas Gursky – Retrospektive 1984-2007, Haus der Kunst, 2007, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Andreas Gursky – Retrospektive 1984-2007, Haus der Kunst, 2007, Foto Wilfried Petzi

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Bildergalerie


Ausstellungskatalog

Andreas Gursky

Erschienen im Snoeck Verlag, 2007; mit einem Essay von Thomas Weski. MEHR


Essay

Die Bedingungen der Spektralität und des Sehens in den Fotografien von Thomas Ruff

Aufsatz von Okwui Enwezor MEHR


Video, Gespräch

Thomas Ruff im Interview mit Thomas Weski

16.02.12

Das Werk Thomas Ruffs ist hinsichtlich seiner Vielschichtigkeit und Komplexität in der Geschichte der künstlerischen Fotografie einzigartig. Kurator Thomas Weski befragte den Künstler MEHR


AUSSTELLUNG

Albert Renger-Patzsch — Retrospektive

01.02 – 13.04.98

Neben August Sander und Karl Blossfeld zählt Albert Renger-Patzsch (1897-1966) zu den bedeutendsten Vertretern der Fotografie in Deutschland. MEHR


AUSSTELLUNG

Bernd und Hilla Becher

16.06 – 19.09.04

Die Ausstellung in München wurde im Vergleich zum ersten Tourneeort Düsseldorf um ein Viertel erweitert und ist mit über 80 Typologien, der Dokumentation der Zeche Zollern 2 und mit über 50 Aufnahmen von Industrielandschaften die bislang größte Ausstellung des Künstlerpaars zu diesem Thema. MEHR


AUSSTELLUNG

Parrworld

07.05 – 17.08.08

Seit mehr als 30 Jahren dokumentiert der britische Fotograf Martin Parr gesellschaftliches Leben und Alltagskultur vorwiegend in seiner Heimat Großbritannien, darüber hinaus globale Phänomene wie Massentourismus, Konsumverhalten oder Freizeitgestaltung. MEHR


AUSSTELLUNG

William Eggleston

20.02 – 17.05.09

Die umfangreiche Retrospektive des amerikanischen Künstlers folgt seiner künstlerischen Entwicklung von den frühen Schwarz-Weiß-Bildern und dem bahnbrechenden Übergang zur Farbfotografie bis hin zur Gegenwart. MEHR


AUSSTELLUNG

Michael Schmidt

21.05 – 22.08.10

Mit den Arbeiten des Berliner Künstlers Michael Schmidt zeigt das Haus der Kunst eine weitere stilbildende Position der zeitgenössischen Fotografie. "Grau als Farbe" ist die bislang umfangreichste Einzelausstellung des Künstlers. MEHR


Essay

Withholding Images [Über das Zurückhalten von Bildern]

Withholding Images [Über das Zurückhalten von Bildern] MEHR


AUSSTELLUNG

Brassai — Vom Surrealismus zum Informel.

21.01 – 26.03.95

Die Fotografien von Gyula Halász, der sich Brassai nannte, führen ins Paris der 1930er-Jahre, wo er zunächst als Journalist arbeitete und dann autodidaktisch zur künstlerischen Fotografie fand. MEHR


AUSSTELLUNG

Germaine Krull

22.01 – 12.03.00

Germaine Krull profilierte sich als große Fotografin vor dem Hintergrund einer kosmopolitischen Biografie. Geboren in Ostpreußen, aufgewachsen in Italien, Frankreich und der Schweiz, begann sie 1915 ihre Fotografie-Ausbildung in München. MEHR


AUSSTELLUNG

Herlinde Koelbl

16.03 – 14.05.00

Wie verändern sich Menschen, die Minister, Bundeskanzler oder Leiter eines großen Unternehmens werden, unter dem Druck der Verantwortung und der öffentlichen Aufmerksamkeit? MEHR


AUSSTELLUNG

Sammlung Herzog

06.04 – 12.06.05

"Wichtiger als ein berühmter Autorenname ist der Bildinhalt." (Ruth Herzog) Das Haus der Kunst zeigte ausgewählte Werke der Sammlung Ruth und Peter Herzog aus Basel. MEHR


AUSSTELLUNG

Robert Adams

29.06 – 25.09.05

Robert Adams gehört zu den stilbildenden Fotografen des 20. Jahrhunderts. Seit nunmehr vier Jahrzehnten dokumentiert er die stete Veränderung des noch immer mythosbeladenen Amerikanischen Westens von einer Natur- zu einer Kulturlandschaft. MEHR


AUSSTELLUNG

Lee Friedlander

16.11.05 – 12.02.06

Lee Friedlander gilt als einer der stilbildenden Fotografen des 20. Jahrhunderts und als Erfinder eines neuen Sehens in der Fotografie. Seine umfangreichen Bildserien der 1960er-Jahre setzen sich mit der "social landscape" Amerikas auseinander. MEHR


AUSSTELLUNG

Click Doubleclick

08.02 – 23.04.06

Die Ausstellung stellt aktuelle Werke von Künstlerinnen und Künstlern vor, bei denen es sich weniger um direkte Darstellungen der Wirklichkeit handelt, als vielmehr um eine künstlerisch begründete, subjektive Vorstellung von Welt. MEHR


AUSSTELLUNG

Umbo

24.05 – 28.07.96

Otto Umbehr, genannt Umbo, gilt neben Laszlo Moholy-Nagy als einer der großen Fotografen des Weimarer Bauhauses. MEHR


AUSSTELLUNG

Richard Prince

15.11.96 – 06.01.97

Richard Prince erzielte erste Erfolge mit "refotografierten" Bildern aus den Medien, die, wie etwa die "Cowboys", Motive der Konsumwelt aufgreifen und zu Mythen stilisieren. MEHR


AUSSTELLUNG

Thomas Ruff

17.02 – 20.05.12

Die Ausstellung im Haus der Kunst ist die erste umfassende Präsentation der Werke Thomas Ruffs seit über zehn Jahren und vollzieht in chronologischer Reihenfolge seine künstlerische Entwicklung nach. MEHR