Georg Petel — Bildhauer im 30-Jährigen Krieg

AUSSTELLUNG 09.05 – 19.08.07

Sein Name elektrisiert jeden, der seine Werke kennt: Georg Petel (1601/02–1634). Er gilt als eine der großen europäischen Bildhauer-Persönlichkeiten und war lange Zeit bekannt als der "Deutsche Michelangelo". Geboren und aufgewachsen im oberbayerischen Weilheim, kam Georg Petel über München nach Antwerpen, Paris, Rom und Genua, um sich 1625 in der freien Reichsstadt Augsburg niederzulassen. Mit Peter Paul Rubens verband ihn eine lebenslange Freundschaft. Während seiner wiederholten Besuche in Rubens’ Antwerpener Atelier schuf Petel nach dessen Vorlagen einige seiner berühmtesten Plastiken. Petel arbeitete überwiegend in Holz und Elfenbein, nicht minder geschickt auch in Bronze. Süddeutsche, italienische und flämische Elemente verband er zu einem eigenen Stil, der auf den Hochbarock vorausweist. Petel galt als der unübertroffene Elfenbeinschnitzer seiner Zeit und meisterte souverän große wie kleine Formate. Seine technische Virtuosität war ihm jedoch nie Selbstzweck, sondern Mittel zum Ausdruck von Schmerz und Freude. Petel trug zur Ausstattung zahlreicher Kirchen mit Altarbildwerken bei und wandte sich häufig der Darstellung des Gekreuzigten zu, welche zu den schwierigsten Themen der Kunst zählt. Die Bewältigung des Themas bezeugt seine frühe Meisterschaft und seelische Reife. Petel schuf außerdem Heiligenfiguren und widmete sich wiederholt der Darstellung des häufig als Pestpatron angerufenen Hl. Sebastian. Aufträge von Adel und Kirche flossen ihm zu, bis die Stadt Augsburg in den Würgegriff des Krieges genommen wurde. Bei deren Belagerung durch das Heer der Katholischen Liga starben Tausende – in den Wirren verliert sich auch die Spur Georg Petels. Trotz seines kurzen Lebens aber hinterließ er ein imposantes, qualitätvolles Oeuvre, das seinesgleichen sucht. Mit einer repräsentativen Auswahl seiner Elfenbein-, Holz- und Bronzebildwerke zeigt die Ausstellung alle Facetten im Schaffen Georg Petels. Sie vereint kostbare Werke aus Kirchen und Klöstern sowie öffentlichen und privaten Sammlungen, darunter auch interessante Neuentdeckungen und Stücke, die frisch restauriert in neuem Glanz erstrahlen.

In Zusammenarbeit mit
Institut für Kunstgeschichte der Ludwig-Maximilians-Universität München
Lehrstuhl für Restaurierung, Kunsttechnologie und Konservierungswissenschaft der Technischen Universität München
Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege
und
Bayerisches Nationalmuseum München


 

Gefördert von der Ernst von Siemens Kunststiftung




Medienpartner der Ausstellung

Installationsansicht Georg Petel – Bildhauer im Dreißigjährigen Krieg, Haus der Kunst, 2007, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Georg Petel – Bildhauer im Dreißigjährigen Krieg, Haus der Kunst, 2007, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Georg Petel – Bildhauer im Dreißigjährigen Krieg, Haus der Kunst, 2007, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Georg Petel – Bildhauer im Dreißigjährigen Krieg, Haus der Kunst, 2007, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Georg Petel – Bildhauer im Dreißigjährigen Krieg, Haus der Kunst, 2007, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Georg Petel – Bildhauer im Dreißigjährigen Krieg, Haus der Kunst, 2007, Foto Wilfried Petzi
Georg Petel, Heiliger Wandel, um 1628-1633, Frauenwörth, Benediktinerinnenabtei Frauenchiemsee, Installationsansicht Georg Petel – Bildhauer im Dreißigjährigen Krieg, Haus der Kunst, 2007, Foto Wilfried Petzi
Georg Petel, Heiliger Wandel, um 1628-1633, Frauenwörth, Benediktinerinnenabtei Frauenchiemsee, Installationsansicht Georg Petel – Bildhauer im Dreißigjährigen Krieg, Haus der Kunst, 2007, Foto Wilfried Petzi

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