"Die Kraftprobe" 200 Jahre Kunstakademie München

AUSSTELLUNG 30.05 – 31.08.08

In diesem Jahr wird die Münchner Kunstakademie 200 Jahre alt – Anlass für das Haus der Kunst, eine große Ausstellung mit beispielhaften Werken ihrer Professoren und Studenten zu zeigen. Anhand einer pointierten Auswahl von etwa 100 Exponaten macht "Die Kraftprobe" die ebenso spannende wie wechselvolle Geschichte der Münchner Kunstakademie anschaulich. Zu ihren Studierenden und Absolventen zählten so bedeutende Künstler wie Franz von Stuck, Franz Marc, Paul Klee oder Wassily Kandinsky.
Der erste Teil der Schau widmet sich der Gründungs- und Aufbruchphase der Akademie, als herausragende Lehrerpersönlichkeiten wie Peter von Cornelius oder Karl Theodor von Piloty die Münchner Kunstakademie zu internationaler Bedeutung führten; zeitweise zog diese ebenso viele Künstler an, wie die Akademien in Paris, Wien oder Düsseldorf. Ein Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf der Historienmalerei – bis zum Ende des 19. Jahrhunderts das Aushängeschild der Münchner Kunstakademie. Die Historienmalerei war dabei keineswegs eine rein künstlerische Angelegenheit, sondern bot darüber hinaus die Möglichkeit, dem europaweit erstarkenden Nationalbewusstsein Ausdruck zu verleihen. Dies galt vor allem für die in verschiedene Vielvölkerstaaten aufgeteilten Länder Mittel- und Osteuropas, die sich nun für die Begründung ihrer angestrebten staatlichen Unabhängigkeit verstärkt auf die eigene Geschichte und Kultur bezogen.
Der zweite Teil der Ausstellung widmet sich der Entwicklung der Münchner Kunstakademie von der Jahrhundertwende bis heute. Nach dem Bedeutungsverlust der Historienmalerei unternahm die Akademie den Versuch, den Anschluss an die fortgeschrittene Moderne zu finden – mit Erfolg: Um die Wende zum 20. Jahrhundert wird sie noch einmal zum internationalen Zentrum, das Studenten wie Wassily Kandinsky, Paul Klee oder Franz Marc anlockt. Doch weigert sich die Akademie, die Moderne dauerhaft zu integrieren; zunächst beginnt ein schleichender Bedeutungsverlust und kurze Zeit später ihr zweifelhafter Aufstieg zur NS-Vorzeigeakademie. Erst nach 1945 hält die Abstraktion Einzug in die Akademie, die sich vergleichsweise spät wieder international orientiert. Um 1968 war sie die Hochburg der Studentenproteste in München; eine eigens zu der Ausstellung produzierte Bild- und Filminstallation von heutigen Akademiestudentinnen/en stellt die Frage, was von diesem Aufbruch blieb.

Eine Ausstellung des Haus der Kunst, kuratiert von León Krempel
in Zusammenarbeit mit der Forschergruppe zur Geschichte der Künstlerausbildung unter Leitung von Walter Grasskamp, München

Jan Matejko, Der Narr Stanczyk, 1862, Warschau, Muzeum Narodowe w Warszawie
Jan Matejko, Der Narr Stanczyk, 1862, Warschau, Muzeum Narodowe w Warszawie
Alfred Wierusz-Kowalski, Wolf, um 1885, Bezirksmuseum Suwałki, Foto Bezirksmuseum Suwałki, Stanisław J. Woś
Alfred Wierusz-Kowalski, Wolf, um 1885, Bezirksmuseum Suwałki, Foto Bezirksmuseum Suwałki, Stanisław J. Woś
Stevan Aleksic, Das Verbrennen der Gebeine des Heiligen Sava 1594, 1912, Belgrad, Nationalmuseum
Stevan Aleksic, Das Verbrennen der Gebeine des Heiligen Sava 1594, 1912, Belgrad, Nationalmuseum
Carl von Marr, Die Flagellanten, 1889, Milwaukee, Sammlung Milwaukee Stadt als Leihgabe im Wisconsin Art Museum © Milwaukee, Museum of Wisconsin Art
Carl von Marr, Die Flagellanten, 1889, Milwaukee, Sammlung Milwaukee Stadt als Leihgabe im Wisconsin Art Museum © Milwaukee, Museum of Wisconsin Art
Franz von Defregger, Die Kraftprobe, 1898, Wien, Österreichische Galerie
Franz von Defregger, Die Kraftprobe, 1898, Wien, Österreichische Galerie
Jørgen V. Sonne, Morgen nach der Schlacht bei Istedt am 25. Juli 1850, 1876, Kopenhagen, Statens Museum für Kunst
Jørgen V. Sonne, Morgen nach der Schlacht bei Istedt am 25. Juli 1850, 1876, Kopenhagen, Statens Museum für Kunst
Paul Klee, ohne Titel (Aarelandschaft), um 1900, Privatbesitz Schweiz, Depositum im Zentrum Paul Klee, Bern
Paul Klee, ohne Titel (Aarelandschaft), um 1900, Privatbesitz Schweiz, Depositum im Zentrum Paul Klee, Bern
Peter von Cornelius, Gott als Schöpfer und Erhalter der Welt, 1838, Basel, Kunstmuseum Basel, Kupferstichkabinett, Foto Marino Solokhov
Peter von Cornelius, Gott als Schöpfer und Erhalter der Welt, 1838, Basel, Kunstmuseum Basel, Kupferstichkabinett, Foto Marino Solokhov
Ladislav (László) Mednyánszky, Tragödie, 1880-1885, Bratislava, Slowakische Nationalgalerie, Foto Marino Solokhov
Ladislav (László) Mednyánszky, Tragödie, 1880-1885, Bratislava, Slowakische Nationalgalerie, Foto Marino Solokhov
Ernst Geitlinger, Schwarz-Weiß, 1960, Besitz Stadt Neu-Ulm; Robert Jacobsen, Fontaine, 1965, Künzelsau, Sammlung Würth, Foto Marino Solokhov
Ernst Geitlinger, Schwarz-Weiß, 1960, Besitz Stadt Neu-Ulm; Robert Jacobsen, Fontaine, 1965, Künzelsau, Sammlung Würth, Foto Marino Solokhov
Otmar Lederer, Der Brand des Starnberger Bahnhofes, Oktober 1943, Besitz des Künstlers © VG Bild-Kunst, Bonn, 2008; Charlotte (Didi) Goltz, Hindukopf, um 1930/1940, Privatbesitz; Willi Geiger, Der Generalstab, 1947, Landshut, Museen der Stadt Landshut © VG Bild-Kunst, Bonn, 2008, Foto Marino Solokhov
Otmar Lederer, Der Brand des Starnberger Bahnhofes, Oktober 1943, Besitz des Künstlers © VG Bild-Kunst, Bonn, 2008; Charlotte (Didi) Goltz, Hindukopf, um 1930/1940, Privatbesitz; Willi Geiger, Der Generalstab, 1947, Landshut, Museen der Stadt Landshut © VG Bild-Kunst, Bonn, 2008, Foto Marino Solokhov

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Bildergalerie


AUSSTELLUNG

Die Münchner Schule 1850–1914

28.07 – 07.10.79

Die von den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen organisierte Ausstellung widmete sich einer umfassenden Darstellung der Münchner Malerei zwischen 1850 und 1914. MEHR


Presseecho

Geschichten im Konflikt

Zur Ausstellung sind in Rundfunk, Presse und Onlinemedien zahlreiche Berichte erschienen. MEHR


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Die Kunst für Alle

14.06 – 03.09.06

Die Kunstzeitschrift mit dem programmatischen Titel "Die Kunst für Alle" erschien zwischen 1885 und 1944. Die Ausstellung bringt die Zeitschrift mit den in ihr veröffentlichten Gemälden zusammen. Der Fokus liegt auf dem Motiv des Volkes selbst. MEHR


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Die Ausstellung erinnerte an die von Adolf Hitler angeordnete Femeausstellung "Entartete Kunst", die 1937 parallel zur pompösen Eröffnung des "Hauses der Deutschen Kunst" stattfand. MEHR


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Wenige Jahre nach Kriegsende rückte das Haus der Kunst mit der Ausstellung "Der Blaue Reiter" jene Kunst in den Mittelpunkt, die einst einen wesentlichen Anteil an der europäischen Avantgarde hatte und später als "entartet" diffamiert wurde. MEHR


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Aschemünder

09.04 – 04.09.11

Seit Frühjahr 2011 zeigt das Haus der Kunst in den Räumen seines ehemaligen Luftschutzkellers Film- und Medienkunst aus der umfangreichen Sammlung von Ingvild Goetz. Die erste Gruppenausstellung trägt den Titel "Aschemünder" und zeigt Werke von David Claerbout, Willie Doherty, Harun Farocki, Omer Fast, Mona Hatoum, Anri Sala u.a. MEHR


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Frantisek Kupka und Otto Gutfreund

15.05 – 20.07.97

Die Ausstellung präsentiert über 200 Arbeiten František Kupkas aus sämtlichen Werkphasen. Seinen Werken sind 18 Bronzeskulpturen Otto Gutfreunds gegenübergestellt. MEHR


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Joel Shapiro

24.10.97 – 18.01.98

Joel Shapiro zählt zu den wichtigsten amerikanischen Bildhauern der Gegenwart. Die Ausstellung zeigt elf Werke, die seine künstlerische Entwicklung der Jahre 1993-1997 erkennen lassen. MEHR


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Albert Renger-Patzsch — Retrospektive

01.02 – 13.04.98

Neben August Sander und Karl Blossfeld zählt Albert Renger-Patzsch (1897-1966) zu den bedeutendsten Vertretern der Fotografie in Deutschland. MEHR


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Der Symbolismus in England 1860-1910

01.02 – 26.04.98

Der Symbolismus entstand um 1860 als ein kulturelles Phänomen in ganz Europa, ausgelöst durch eine neu erwachte Begeisterung für Psychologie und Fantasie. MEHR


AUSSTELLUNG

Eine Reise ins Ungewisse

06.02 – 03.05.98

München ist der Ort, an dem die Fäden der Künstlerbiografien und die Linien der Werkentwicklung von Arnold Böcklin, Giorgio de Chirico und Max Ernst zusammenlaufen. MEHR


AUSSTELLUNG

Shift I: Der Traum vom Ich

30.04 – 24.05.99

"Shift" stellt Positionen junger zeitgenössischer Kunst vor, bei denen sich ein besonderer Umgang mit vorgefundenen Situationen zeigt. Eine Installation von Sabrina Hohmann MEHR


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Shift II: Links of a Broken Chain

29.05 – 20.06.99

"Shift" stellt Positionen junger zeitgenössischer Kunst vor, bei denen sich ein besonderer Umgang mit vorgefundenen Situationen zeigt. Eine Installation von Christoph Brech MEHR


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Es muss nicht immer Rembrandt sein...

02.07 – 01.08.99

Das 90-jährige Jubiläum des Kunsthistorischen Instituts München bildet den Anlass, seine bedeutende Sammlung von Druckgrafik im Haus der Kunst zu präsentieren. MEHR


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Paul Klee — In der Maske des Mythos

01.10.99 – 09.01.00

Die Ausstellung präsentiert das Gesamtwerk Paul Klees im Überblick und bietet eine neue Sicht auf Klees Methode, mythologische Wesen darzustellen und sich zugleich selbst dahinter zu verbergen – wie hinter einer Maske. MEHR


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Odysseus — Mythos und Erinnerung

01.10.99 – 23.01.00

Zum Jahrtausendwechsel zeigt das Haus der Kunst vier Ausstellungen, die den Bogen von der Antike über die Renaissance bis in die Moderne und die Gegenwart spannen. MEHR


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TALK. Show

08.10.99 – 09.01.00

Der Titel bezieht sich auf das Format der Unterhaltungssendung in Form eines Gesprächs, wie wir es aus dem Fernsehen kennen. Die wörtliche Übersetzung erschließt die Dimension, die für die Ausstellung von zentraler Bedeutung ist: "Sprechen.Zeigen". MEHR


AUSSTELLUNG

Wunden der Erinnerung — Beate Passow und Andreas v. Weizsäcker.

06.05 – 28.05.95

Mit der Ausstellung wollte das Haus der Kunst anlässlich der 50. Wiederkehr des Tages der Befreiung von der nationalsozialistischen Diktatur das Augenmerk auf die schreckliche Alltäglichkeit des Krieges. MEHR


AUSSTELLUNG

Emil Schumacher — Retrospektive

08.05 – 12.07.98

Die Bilder Emil Schumachers (1912-1999) gelten als Inbegriff der deutschen Nachkriegskunst. MEHR