Made in Munich — Editionen von 1968 bis 2008

AUSSTELLUNG 19.09.08 – 11.01.09

"Ich bin interessiert an der Verbreitung von physischen Vehikeln in Form von Editionen, weil ich an der Verbreitung von Ideen interessiert bin." (Joseph Beuys)

Seit Beginn der 1970er-Jahre ist München neben New York und London führend in den Bereichen Editionen und Multiples. Die Ausstellung "Made in Munich" zeigt Arbeiten von 1968 bis heute, die u.a. von engagierten Münchner Galerien und Editeuren initiiert und produziert wurden; sie boten Künstlern in den vergangenen 40 Jahren immer wieder die Möglichkeit, ihr künstlerisches Vokabular in ein neues Medium zu übersetzen – und so nicht selten zu verdichten. 
Was aber macht eine Edition oder ein Multiple aus? Sind es Kunstwerke, Experimente oder Vehikel, um ein größeres Publikum zu erreichen?
Grafische Editionen – Drucke, Radierungen, Fotogravuren – bieten dem Künstler Möglichkeiten zum Experimentieren; Konzeption und Herstellungsprozess sind eng verflochten, und der Künstler arbeitet nicht selten wochenlang in der Werkstatt bis zur Druckfreigabe – mit oft außergewöhnlichem Resultat.
Hermann Nitsch brauchte für seine Edition "Die Architektur des Orgien Mysterien Theaters I + II", in der er Materialien und Techniken wie Tusche, Kreidezeichnung und Radierung mischte, mehr als sieben Jahre; 16 Drucke werden in der Ausstellung zu sehen sein, in zwei Blöcken und mit insgesamt zwölf Metern Breite. Ein Multiple hat eher Objekt-Charakter, wird nach der Idee des Künstlers produziert oder vom ihm selbst in mehreren Exemplaren angefertigt: etwa die Porzellan-Editionen von Rosenthal, die Lucio Fontana oder Roy Lichtenstein gestalteten; Skulpturen oder Einladungen – als von Künstlern selbst gestaltete Mini-Kunstwerke. 
Joseph Beuys beschränkte sich bei einigen seiner Multiples darauf, das Material aufzuspüren und die Ideen zu verknüpfen. Bei anderen gestaltete er jede Einzelheit selbst, wie z.B. beim Multiple "Freitagsobjekt '1a gebratene Fischgräte Hering'" von 1970, das er in einer Auflage von 25 Stück selbst herstellte: "Bei gewissen Arbeiten muss die Auflage limitiert sein, (...) denn ich bin nicht daran interessiert, mein Leben lang Fischgräten zu braten!" Beuys schuf eine Fülle von Multiples, so dass ihm in der Ausstellung ein ganzer Raum gewidmet ist.
"Made in Munich" zeigt herausragende Arbeiten von internationalen wie deutschen Künstlern: u.a. von Georg Baselitz, Joseph Beuys, Marcel Broodthaers, Dan Flavin, Lucio Fontana, Richard Hamilton, Carsten Höller, Jeff Koons, Hermann Nitsch, Blinky Palermo, Gerhard Richter, Dieter Roth und Andy Warhol.

Blinky Palermo, alle Werke © Blinky Palermo / VG Bild-Kunst, Bonn, Installationsansicht Made in Munich – Editionen von 1968 bis 2008, Haus der Kunst, 2008, Foto Wilfried Petzi
Blinky Palermo, alle Werke © Blinky Palermo / VG Bild-Kunst, Bonn, Installationsansicht Made in Munich – Editionen von 1968 bis 2008, Haus der Kunst, 2008, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Made in Munich – Editionen von 1968 bis 2008, Haus der Kunst, 2008, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Made in Munich – Editionen von 1968 bis 2008, Haus der Kunst, 2008, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Made in Munich – Editionen von 1968 bis 2008, Haus der Kunst, 2008, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Made in Munich – Editionen von 1968 bis 2008, Haus der Kunst, 2008, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Made in Munich – Editionen von 1968 bis 2008, Haus der Kunst, 2008, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Made in Munich – Editionen von 1968 bis 2008, Haus der Kunst, 2008, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Made in Munich – Editionen von 1968 bis 2008, Haus der Kunst, 2008, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Made in Munich – Editionen von 1968 bis 2008, Haus der Kunst, 2008, Foto Wilfried Petzi

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Bildergalerie


Ausstellungskatalog

Made in Munich. Editionen von 1968 bis 2008

Mit einem Essay von Julienne Lorz und einem Interview von Chris Dercon mit Laszlo Glozer; Werkliste und Kurzbiografien aller Editoren; Installationsaufnahmen von Wilfried Petzi und Objekt-Fotografien von Jann Averwerser. MEHR


AUSSTELLUNG

Leonardo da Vinci : Joseph Beuys

15.10.99 – 09.01.00

Der Codex Leicester im Spiegel der Gegenwart: Zwei der einflussreichsten Künstler aller Zeiten im Dialog – Leonardo da Vinci und Joseph Beuys . MEHR


AUSSTELLUNG

Spuren des Geistigen

19.09.08 – 11.01.09

Ausgehend von der Mystik im Werk eines Caspar David Friedrich führte die künstlerische Suche nach geistigen und spirituellen Inhalten im Laufe des 20. Jahrhunderts zu herausragenden künstlerischen Positionen, die versuchten, dem Kosmischen und Unendlichen Ausdruck zu verleihen. MEHR


Podcast, Audioguide

Gerhard Richter — Audioguide, 2009

Die Ausstellung zeigte eine umfassende Auswahl der abstrakten Gemälde Gerhard Richters, die er seit Mitte der 1970er-Jahre schuf und die heute sein Werk dominieren. Der Audioguide beleuchtet ausgewählte Werke der Ausstellung, wie den Bilderzyklus "Cage" oder das farbintensive Gemälde "Claudius". MEHR


AUSSTELLUNG

Roy Lichtenstein — Die Retrospektive.

14.10.94 – 08.01.95

Roy Lichtenstein gilt neben Andy Warhol als Begründer der Pop Art, die von Robert Rauschenberg und Jasper Johns vorbereitet worden war. MEHR


AUSSTELLUNG

Gerhard Richter

27.02 – 17.05.09

Die Ausstellung zeigt erstmals eine umfassende Auswahl der abstrakten Gemälde Gerhard Richters, die er seit Mitte der 1970er-Jahre schuf und die sein Werk heute dominieren. MEHR


AUSSTELLUNG

Imi Knoebel

23.08 – 20.10.96

Imi Knoebel zählt zu den wichtigsten deutschen Künstlern der Generation nach Joseph Beuys. Die Ausstellung stellt als erste große Retrospektive dieses Künstlers sämtliche Werkphasen vor. MEHR


Edition

Thomas Struth

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Edition

Robin Rhode, Walk Off, 2007

Beim Baseball verlässt das Team unmittelbar nach dem "walk off home run" das Spielfeld. Für Robin Rhode ist der "walk off" das letzte Bild einer Serie oder der letzte Strich einer Zeichnung, die den Ton der gesamten Arbeit angibt. MEHR


Edition

Kendell Geers: Edition "FF.V.II.", 2013

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Edition

Gilbert & George: "Fingers of Fate" / "Hearts of Plane", 2007

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Werkserie

Sarah Sze — Point for Point, 2017

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Edition

Lawrence Weiner, Rows of Cabbage, 2007

Die Edition bildet den Text von Weiners Sprachskulptur an der Fassade des Haus der Kunst vor der Silhouette des Gebäudes als Siebdruck auf Eisen ab. MEHR


Edition

Matt Mullican: Edition "Untitled (Chart)", 2011

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Edition

Sarah Sze — Point for Point, 2017

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Edition

Anish Kapoor: Svayambh, 2007

Mit der Edition bezieht sich der Künstler auf die für die Ausstellung geschaffenen, gleichnamige Skulptur sowie den damit vebundenen Schaffensprozess. Der Titel "Svayambh", der sich von Sanskrit "Svayambhu(v)" herleitet, bedeutet soviel wie "selbst erzeugt" oder "aus sich selbst geboren". MEHR


Edition

Thomas Ruff: Edition "ma.r.s.15", 2011/12

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Edition

Mel Bochner: Edition "Blah, Blah, Blah + Background Noise", 2013

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Edition

Luc Tuymans: Edition "Wenn der Frühling kommt", 2007

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