Gerhard Richter — Abstrakte Bilder

AUSSTELLUNG 27.02 – 17.05.09

"Es gibt für mich keinen Unterschied zwischen einer Landschaft und einem abstrakten Bild." (Gerhard Richter) 

Für den britischen Guardian ist Gerhard Richter der "Picasso des 21. Jahrhunderts", für die Frankfurter Allgemeine Zeitung "Der Meister aller Klassen". Berühmt wurde Gerhard Richter (*1932, Dresden) in den 1960er-Jahren mit fotorealistischen Gemälden, doch gehören zu seinem umfangreichen Oeuvre auch monochrome und abstrakte Bilder, Druckgrafik, Glasarbeiten und Skulpturen. Die Ausstellung zeigt nun erstmals eine umfassende Auswahl der abstrakten Gemälde Gerhard Richters, die er seit Mitte der 1970er-Jahre schuf und die sein Werk heute dominieren. Die großformatigen Bilder entstehen meist in Serien und zeugen von der unablässigen Auseinandersetzung des Künstlers mit den Bedingungen der Malerei, mit ihren Prinzipien, Grenzen und Möglichkeiten. Von zentraler Bedeutung für Richters Abstraktionen ist die Eigenwirkung von Farbe und Form sowie das Einbeziehen des Zufalls in den malerischen Prozess: "Ich ... möchte am Ende ein Bild erhalten, das ich gar nicht geplant hatte... ich möchte ja gern etwas Interessanteres erhalten als das, was ich mir ausdenken kann". So geht Richter bei seinen abstrakten Gemälden nicht von einem vorgefundenen Motiv aus, sondern arbeitet sich ohne Vorgabe bis zum Erkennen des Bildes vor – eine Arbeitsweise, die der Künstler als eine "sehr geplante Spontaneität" beschreibt. In einem intensiven Schaffensprozess werden mit Pinseln, Rakeln und Spachteln Schicht für Schicht Farbelemente und -strukturen aufgetragen, bereits vorhandene durch neue überlagert, ausgelöscht oder durch Kratzen wieder freigelegt. Die Spuren der Werkzeuge und Schichten der Farbe fügen sich häufig zu Strukturen von räumlicher oder landschaftlicher Anmutung, ohne sich jedoch zu einem erkennbaren Gegenstand zu verfestigen. Manche von Richters abstrakten Gemälden durchlaufen über dreißig Zustände, von denen am Ende nicht mehr als eine Ahnung bleibt; und doch haben sie entscheidenden Anteil am fertigen Werk. Die abstrakten Bilder zeugen also einerseits deutlich von ihrem Entstehungsprozess, um ihn andererseits aber auch zu verschleiern.
Die Ausstellung im Haus der Kunst zeigt mehr als fünfzig, zum Teil sehr große Bilder; sie sind von einer ungeheuren malerischen Dichte und wirken auf den Betrachter wie "Kaskaden rauschhaft-psychedelischer Farben" (Tagesspiegel).

In Kooperation mit
Museum Ludwig, Köln

Gefördert durch
Gesellschaft der Freunde Haus der Kunst

Medienpartner

Gerhard Richter, Fluss, 1989, Toronto, Art Gallery of Ontario; Blau, 1988, Privatsammlung; Schwan (2), 1989, Philadelphia Museum of Art, Installationsansicht Gerhard Richter – Abstrakte Bilder, Haus der Kunst, 2009, Foto Wilfried Petzi
Gerhard Richter, Fluss, 1989, Toronto, Art Gallery of Ontario; Blau, 1988, Privatsammlung; Schwan (2), 1989, Philadelphia Museum of Art, Installationsansicht Gerhard Richter – Abstrakte Bilder, Haus der Kunst, 2009, Foto Wilfried Petzi
Gerhard Richter, Bach, 1992, Moderna Museet, Stockholm, Installationsansicht Gerhard Richter – Abstrakte Bilder, Haus der Kunst, 2009, Foto Wilfried Petzi
Gerhard Richter, Bach, 1992, Moderna Museet, Stockholm, Installationsansicht Gerhard Richter – Abstrakte Bilder, Haus der Kunst, 2009, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Gerhard Richter – Abstrakte Bilder, Haus der Kunst, 2009, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Gerhard Richter – Abstrakte Bilder, Haus der Kunst, 2009, Foto Wilfried Petzi
Gerhard Richter, Abstraktes Bild, 1987, Sammlung Froehlich; Abstraktes Bild, 1987, Museu Coleccao Berardo, Lissabon; Abstraktes Bild, 1987, Privatsammlung, Installationsansicht Gerhard Richter – Abstrakte Bilder, Haus der Kunst, 2009, Foto Wilfried Petzi
Gerhard Richter, Abstraktes Bild, 1987, Sammlung Froehlich; Abstraktes Bild, 1987, Museu Coleccao Berardo, Lissabon; Abstraktes Bild, 1987, Privatsammlung, Installationsansicht Gerhard Richter – Abstrakte Bilder, Haus der Kunst, 2009, Foto Wilfried Petzi
Gerhard Richter, Rot-Blau-Grün, 1994, Abgeordnetenhaus von Berlin, Installationsansicht Gerhard Richter – Abstrakte Bilder, Haus der Kunst, 2009, Foto Wilfried Petzi
Gerhard Richter, Rot-Blau-Grün, 1994, Abgeordnetenhaus von Berlin, Installationsansicht Gerhard Richter – Abstrakte Bilder, Haus der Kunst, 2009, Foto Wilfried Petzi
Gerhard Richter, Sankt Gallen, 1989, Universität Sankt Gallen; Abstraktes Bild, 1992, Kunstmuseum Winterthur, Leihgabe aus einer Privatsammlung; Installationsansicht Gerhard Richter – Abstrakte Bilder, Haus der Kunst, 2009, Foto Wilfried Petzi
Gerhard Richter, Sankt Gallen, 1989, Universität Sankt Gallen; Abstraktes Bild, 1992, Kunstmuseum Winterthur, Leihgabe aus einer Privatsammlung; Installationsansicht Gerhard Richter – Abstrakte Bilder, Haus der Kunst, 2009, Foto Wilfried Petzi
Gerhard Richter, Cage, 2006, London, Tate Modern, Leihgabe aus einer Privatsammlung, Installationsansicht Gerhard Richter – Abstrakte Bilder, Haus der Kunst, 2009, Foto Wilfried Petzi
Gerhard Richter, Cage, 2006, London, Tate Modern, Leihgabe aus einer Privatsammlung, Installationsansicht Gerhard Richter – Abstrakte Bilder, Haus der Kunst, 2009, Foto Wilfried Petzi
Gerhard Richter, Cage, 2006, London, Tate Modern, Leihgabe aus einer Privatsammlung; Lack hinter Glas, 2008, Privatsammlung, Installationsansicht Gerhard Richter – Abstrakte Bilder, Haus der Kunst, 2009, Foto Wilfried Petzi
Gerhard Richter, Cage, 2006, London, Tate Modern, Leihgabe aus einer Privatsammlung; Lack hinter Glas, 2008, Privatsammlung, Installationsansicht Gerhard Richter – Abstrakte Bilder, Haus der Kunst, 2009, Foto Wilfried Petzi

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Ausstellungskatalog

Gerhard Richter. Abstrakte Bilder

Mit Beiträgen von Benjamin H.D. Buchloh, Beate Söntgen, Gregor Stemmrich und Ulrich Wilmes MEHR

Bildergalerie


Podcast, Audioguide

Gerhard Richter — Audioguide, 2009

Die Ausstellung zeigte eine umfassende Auswahl der abstrakten Gemälde Gerhard Richters, die er seit Mitte der 1970er-Jahre schuf und die heute sein Werk dominieren. Der Audioguide beleuchtet ausgewählte Werke der Ausstellung, wie den Bilderzyklus "Cage" oder das farbintensive Gemälde "Claudius". MEHR


Audioguide

Black Paintings — Audioguide, 2006

Die Ausstellung zeigte die berühmten schwarzen Gemälde von Künstlern der New York School erstmals im Überblick – Werke von Barnett Newman, Robert Rauschenberg, Mark Rothko, Frank Stella u.a. MEHR


AUSSTELLUNG

Wege zur Abstraktion

12.08 – 09.10.88

Anstelle der wiederholten Präsentation berühmter Werke der Alten Kunst konzentrierte man sich in der Ausstellung auf "80 Meisterwerke" der Klassischen Moderne aus der Sammlung Thyssen-Bornemisza, um an ihnen die "Wege zur Abstraktion" exemplarisch nachzuvollziehen. MEHR


AUSSTELLUNG

Black Paintings

15.09.06 – 14.01.07

Ende der 1940er-Jahre begannen amerikanische Künstler wie Robert Rauschenberg oder Mark Rothko, sich intensiv mit der Farbe Schwarz zu beschäftigen. In der Ausstellung sind die schwarzen Bildserien der legendären New York School nun erstmals vereint zu sehen. MEHR


AUSSTELLUNG

Imi Knoebel

23.08 – 20.10.96

Imi Knoebel zählt zu den wichtigsten deutschen Künstlern der Generation nach Joseph Beuys. Die Ausstellung stellt als erste große Retrospektive dieses Künstlers sämtliche Werkphasen vor. MEHR


AUSSTELLUNG

Paul Klee — In der Maske des Mythos

01.10.99 – 09.01.00

Die Ausstellung präsentiert das Gesamtwerk Paul Klees im Überblick und bietet eine neue Sicht auf Klees Methode, mythologische Wesen darzustellen und sich zugleich selbst dahinter zu verbergen – wie hinter einer Maske. MEHR


AUSSTELLUNG

Blast!

16.11.96 – 26.01.97

1914 bildete sich in England eine Gruppe von Künstlern und Schriftstellern, die mit modernen Thesen gegen das Establishment und die im viktorianischen Geist befangene Kunst aufbegehrten. MEHR


AUSSTELLUNG

Emil Schumacher — Retrospektive

08.05 – 12.07.98

Die Bilder Emil Schumachers (1912-1999) gelten als Inbegriff der deutschen Nachkriegskunst. MEHR


AUSSTELLUNG

Made in Munich

19.09.08 – 11.01.09

Seit Beginn der 1970er-Jahre ist München neben New York und London führend in den Bereichen Editionen und Multiples. Die Ausstellung zeigt Arbeiten von 1968 bis heute, die u.a. von engagierten Münchner Galerien und Editeuren initiiert und produziert wurden. MEHR


AUSSTELLUNG

Frank Stella — Die Retrospektive.

10.02 – 21.04.96

Frank Stella gehört zu den Klassikern der Kunst der zweiten Jahrhunderthälfte und gilt in Fortführung des Abstrakten Expressionismus als einer der radikalen Reformer der Abstraktion. MEHR


AUSSTELLUNG

Spuren des Geistigen

19.09.08 – 11.01.09

Ausgehend von der Mystik im Werk eines Caspar David Friedrich führte die künstlerische Suche nach geistigen und spirituellen Inhalten im Laufe des 20. Jahrhunderts zu herausragenden künstlerischen Positionen, die versuchten, dem Kosmischen und Unendlichen Ausdruck zu verleihen. MEHR