Thomas Schütte

AUSSTELLUNG 07.06 – 06.09.09

"Für mich ist das Normale das Unaussprechlichste..." (Thomas Schütte)

Der Düsseldorfer Künstler Thomas Schütte (*1954) verfügt über ein beeindruckendes Repertoire an unterschiedlichen Themen und Ausdrucksformen. International zählt er zu den wichtigsten künstlerischen Positionen aus Deutschland. Dreimal nahm Schütte an der documenta in Kassel teil; 2005 gewann er den Goldenen Löwen der Biennale in Venedig als bester Künstler der Ausstellung.
In seiner Produktivität und Vielseitigkeit ist Schüttes Werk eine Ausnahmeerscheinung: Es zeugt von einem unablässigen Experimentieren mit verschiedensten Techniken und einer außerordentlichen Freude am Material. Neben seinem Bekenntnis zum Handwerklichen und dem für ihn typischen – nicht selten schwarzen – Humor, bestimmen vor allem gesellschaftskritische Themen das Werk Thomas Schüttes.
Die Ausstellung gibt nun mit Arbeiten von den 1980er-Jahren bis heute einen Überblick über sein facettenreiches Schaffen.
Bekannt wurde Thomas Schütte durch tischhohe Architekturmodelle, doch zeigt die Ausstellung auch seine Fotografien, Installationen und Aquarelle sowie Beispiele aus den zentralen Skulpturengruppen "Frauen" und "Große Geister". So verschiedenartig die Medien, in denen Thomas Schütte arbeitet, so elementar und vertraut sind die Inhalte, die seinen Werken zugrunde liegen: das menschliche Miteinander, Themen wie Verletzlichkeit und Isolation, Liebe, Glück und Verlust. Dabei gelingt es dem Künstler stets, ebenso berührende wie kritische Bilder für solch komplexe Inhalte zu schaffen. Insbesondere trifft dies auf das Herzstück der Ausstellung zu: das über fünf Meter hohe Modell des "Mann im Matsch" – einer Bronzeskulptur, die ab Juni 2009 in Oldenburg zu sehen ist. Thomas Schütte hat sich verschiedentlich mit der Bedeutung von Denkmälern auseinandergesetzt; nun konfrontiert er die geschichtsträchtigen Räume des Haus der Kunst mit einem klassischem "Anti-Monument". Die dem Bau eingeschriebene "Unmöglichkeit" des Scheiterns wird so von Schüttes übergroßer, doch hilflos wirkender Figur subtil konterkariert – ein prägnantes Bild für die ambivalente Verquickung von Monumentalität und Isolation.
Die Präsentation im Haus der Kunst ist die erste große Werkschau von Thomas Schütte in München und wurde in engem Austausch mit dem Künstler entwickelt.

Gefördert durch

Amuseument, 2002, aus der Serie Kreuzzug Modelle, Foto: Nic Tenwiggenhorn © Thomas Schütte / VG Bild-Kunst, Bonn
Amuseument, 2002, aus der Serie Kreuzzug Modelle, Foto: Nic Tenwiggenhorn © Thomas Schütte / VG Bild-Kunst, Bonn
Ferienhaus für Terroristen II + III, 2002, Foto: Nic Tenwiggenhorn © Thomas Schütte / VG Bild-Kunst, Bonn
Ferienhaus für Terroristen II + III, 2002, Foto: Nic Tenwiggenhorn © Thomas Schütte / VG Bild-Kunst, Bonn
Kleiner Respekt, 1994, Foto: Whitechapel Art Gallery © Thomas Schütte / VG Bild-Kunst, Bonn
Kleiner Respekt, 1994, Foto: Whitechapel Art Gallery © Thomas Schütte / VG Bild-Kunst, Bonn
Mann im Matsch, Installationsansicht Haus der Kunst, 2009
Mann im Matsch, Installationsansicht Haus der Kunst, 2009
Wicht, 2006, Foto: Nic Tenwiggenhorn © Thomas Schütte / VG Bild-Kunst, Bonn
Wicht, 2006, Foto: Nic Tenwiggenhorn © Thomas Schütte / VG Bild-Kunst, Bonn

Stretch your view


Stretch your view

Bildergalerie


Ausstellungskatalog

Thomas Schütte

Mit einer Geschichte von Stefanie Manthey und einem Nachwort von Patrizia Dander MEHR


Edition

Thomas Schütte: Edition "Fucking Flowers", 2009

MEHR