Lawrence Weiner

AUSSTELLUNG 07.02.07 – 31.03.08

Wir bleiben Schiffe auf dem Meer / Überhaupt nicht Enten auf einem Teich / Sail on [segelt weiter]

Lawrence Weiner (*1942 in New York, USA) schafft Bilder und Skulpturen mit den Mitteln der Sprache. Er gehört zu den zentralen Figuren der Konzeptkunst; schon in den 1960er-Jahren formulierte er die Überzeugung, dass ein Kunstwerk existiert, unabhängig davon, ob es ausgeführt wird oder nicht:
"1. Der Künstler kann das Werk bauen
2. Das Werk kann angefertigt werden
3. Das Werk muss nicht ausgeführt werden
Jede Möglichkeit ist gleichwertig und entspricht der Absicht des Künstlers. Die Entscheidung über den Zustand liegt beim Empfänger im Moment des Empfangs"
Bald fertigte Weiner Werke, die nur als schriftliche Beschreibung ihrer selbst bestehen, und schließlich wurden diese Texte selbst zur Kunst. Weiners Interesse gilt den Denkgewohnheiten, die in Sprachgewohnheiten Ausdruck finden.
1990 las Lawrence Weiner auf Containerkisten im Hamburger Hafen den Satz "Wir sind Schiffe auf dem Meer". Die Veränderung, die er für seinen Schriftzug vornahm, ist geringfügig, aber wirkungsvoll — "Wir bleiben" statt "Wir sind". Die Botschaft ist erfrischend und ermutigend: Sie fordert dazu auf, sich nicht wie eine schutzlose Ente auf einem kleinen Teich, sondern wie ein seetüchtiges Schiff auf dem grenzenlosen Ozean zu fühlen. Der Aphorismus kann als ein Kommentar zum Zusammenspiel von Ortsgebundenheit und Denkgewohnheit verstanden werden.
Der Schriftzug war 2007 im Haus der Kunst an einer Wand in der Mittelhalle angebracht — der ehemaligen Ehrenhalle, in der Adolf Hitler seine Reden zur nationalsozialistischen Kunst- und Kulturpolitik hielt. Wie sich das für den Künstler anfühlt? "Wenn ich bedenke, wer und was alles mit verworrenen Argumenten geehrt wird, kann ich mehr oder weniger damit leben." Weiner reduziert ortspezifische Gegebenheiten auf das Wesentliche: "Eine Wand ist eine Wand." Seit 2014 ist der Schriftzug wieder im östlichen Verwaltungsflur angebracht.

Lawrence Weiner, Schriftzug im Haus der Kunst © VG Bild-Kunst, Bonn, 2007, Foto Wilfried Petzi
Lawrence Weiner, Schriftzug im Haus der Kunst © VG Bild-Kunst, Bonn, 2007, Foto Wilfried Petzi
Lawrence Weiner, Schriftzug im Haus der Kunst © VG Bild-Kunst, Bonn, 2007, Foto Wilfried Petzi
Lawrence Weiner, Schriftzug im Haus der Kunst © VG Bild-Kunst, Bonn, 2007, Foto Wilfried Petzi
Lawrence Weiner, Schriftzug im Haus der Kunst © VG Bild-Kunst, Bonn, 2007, Foto Wilfried Petzi
Lawrence Weiner, Schriftzug im Haus der Kunst © VG Bild-Kunst, Bonn, 2007, Foto Wilfried Petzi
Lawrence Weiner, Sprachskulptur am Dachfries:
Lawrence Weiner, Sprachskulptur am Dachfries: "Reihen von Kohl mit roter Tinte markiert und morgen vergraben", 2007 © VG Bild-Kunst, Bonn, 2007, Installationsansicht Haus der Kunst, 2007, Foto Jens Weber, München
Lawrence Weiner, Sprachskulptur am Dachfries:
Lawrence Weiner, Sprachskulptur am Dachfries: "Reihen von Kohl mit roter Tinte markiert und morgen vergraben", 2007 © VG Bild-Kunst, Bonn, 2007, Installationsansicht Haus der Kunst, 2007, Foto Jens Weber, München
Lawrence Weiner, Sprachskulptur am Dachfries:
Lawrence Weiner, Sprachskulptur am Dachfries: "Reihen von Kohl mit roter Tinte markiert und morgen vergraben", 2007 © VG Bild-Kunst, Bonn, 2007, Installationsansicht Haus der Kunst, 2007, Foto Christoph Seeberger

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AUSSTELLUNG

Allora & Calzadilla

13.06 – 14.09.08

Das in Puerto Rico lebende Künstlerpaar Jennifer Allora und Guillermo Calzadilla arbeitet in den unterschiedlichsten künstlerischen Medien. In der ehemaligen "Ehrenhalle" des Haus der Kunst präsentieren Allora & Calzadilla nun eine Arbeit, die sich mit der Geschichte dieses Raums befasst. MEHR


Die Mittelhalle im Haus der Kunst

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