Piotr Nathan. Der, der die Sterne zählt.

AUSSTELLUNG 27.04 – 08.07.01

Das Werk des in Berlin lebenden Künstlers Piotr Nathan (geb. 1956 in Danzig) umfasst mittlerweile zwanzig Jahre und bewegt sich auf unterschiedlichen medialen Ebenen: Malerei, Zeichnung, Skulptur, Fotografie und Rauminstallation. Seine vielfältigen Arbeiten kreisen um die Themen des Körpers und seiner Identität im Spannungsfeld von Begreifen und Entgleiten. Der ehemalige Polke-Schüler ist bestrebt, dem Vergänglichen und Disparaten einen Ort zu geben, ohne diesen Momenten ihre komplexen Erfahrungsqualitäten zu nehmen. Unter dem Titel "Der, der die Sterne zählt" hat Nathan für das Haus der Kunst eine Abfolge von drei Arbeiten geschaffen, die in einzelnen Räumen für sich stehen und sich doch zu einer Gesamtinstallation verbinden.
Unter dem Titel "Der verwunschene Garten" (1992) bieten sieben Großfotografien im Treppenhaus Einblicke in eine geheimnisvolle Pflanzenwelt. Ob es sich um ein Stück verwilderter Natur handelt oder um eine inszenierte Innenwelt bleibt unklar. Fotografien, rätselhafte Requisiten oder funkelnde Schmuckstücke erschaffen einen Bereich, in dem die Zeit in mehrfacher Hinsicht präsent ist – als Verwelken und Überwuchern zum einen, als Erinnern und Vergessen zum anderen.
Die Installation im zweiten Raum, "Ein Sprung ins Wasser" (1989), besteht aus Reihen hängender Stoffe in kräftigen Farben, deren Raumwirkung sich erst beim Durchschreiten entfaltet. Sie konstruieren einen Bereich, der trennt, schützt und abschirmt, aber auch einen sanften Übergang markiert und den Betrachter einbindet.
Für den dritten Raum der Ausstellung hat Piotr Nathan in situ eine neue Arbeit geschaffen. Die riesige Wandzeichnung aus Kohle zeigt eine schwarze Figur kopfüber im Raum schwebend, durch Verschnürungen hilflos und ausgeliefert. Die Figur – "der, der die Sterne zählt"? – verkörpert zugleich Gefangensein sowie Würde und Unabhängigkeit.
Die drei unterschiedlichen Arbeiten bilden eine poetische Collage, die dem Erlebnis des "Dazwischen" Raum gibt. Piotr Nathan erschafft Metaphern für Zwischenstadien existenzieller menschlicher Erfahrung, in denen sich Lebenslust und Vergänglichkeit, Poesie und Abgrund begegnen.

Der Hardcover-Katalog ist als Künstlerbuch im Salon Verlag, Köln, erschienen. Er umfasst 128 Seiten mit 128 überwiegend ganzseitigen Farbabbildungen.

Piotr Nathan, Der verwunschene Garten, 1992, Sammlung Fred Bruss, Berlin © VG Bild-Kunst, Bonn, 2001
Piotr Nathan, Der verwunschene Garten, 1992, Sammlung Fred Bruss, Berlin © VG Bild-Kunst, Bonn, 2001
Piotr Nathan, ohne Titel, 2001, Detail, Sammlung des Künstlers © VG Bild-Kunst, Bonn, 2001
Piotr Nathan, ohne Titel, 2001, Detail, Sammlung des Künstlers © VG Bild-Kunst, Bonn, 2001

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