Sean Scully: Die 90er Jahre – Gemälde, Pastelle, Aquarelle

AUSSTELLUNG 14.06 – 16.09.01

Der gebürtige Ire Sean Scully (geboren 1945), der in New York, Barcelona und London lebt, hat in den vergangenen drei Jahrzehnten ein charakteristisches malerisches Œuvre geschaffen. Im Zentrum der Ausstellung im Haus der Kunst, die rund 100 Gemälde, Pastelle, Aquarelle und Fotografien zeigt, steht Sean Scullys Schaffen in den 1990er Jahren.
Piet Mondrian, Mark Rothko und Henri Matisse sind die großen Bezugspunkte von Sean Scullys Malerei. Seit den 1970er-Jahren beschränkt sich der Künstler in seinen Bildern auf ein streng reduziertes Formenrepertoire aus Linien, Streifen und Blöcken. Diese gruppiert Scully in wechselnder Anordnung zu einem monumentalen und dennoch subtilen Bildgefüge, dessen Allover-Struktur häufig durch ein räumlich betontes Mittelfeld oder eine separat eingesetzte Farbtafel, ein sogenanntes "Inset", aufgebrochen wird. So entsteht ein Spannungsfeld aus Wiederholung und Unterschied, Gleichgewicht und Ungleichgewicht, Symmetrie und Asymmetrie. Die Farbe fungiert – in der Tradition des Minimalismus – als Träger expressiver und sinnlich-emotionaler Qualitäten. Scullys auf ein minimales Vokabular beschränkte Bilder bieten dem Betrachter wegen des Verzichts auf Anbindung an die gegenständliche Welt und als Zeugnisse "menschlicher Ausdruckskraft" größtmögliche Freiheit zur Projektion eigener Eindrücke. 
Zentrales Motiv von Scullys Bildern ist jenseits ihrer Struktur und Farbe die Malweise selbst: Der Künstler legt mehrere, pastos aufgetragene Schichten übereinander, die sich zu irritierenden Farbklängen summieren. Der Malvorgang als zeitlicher Prozess bleibt vor allem in den Randzonen der Streifen, dort, wo die kontrastierenden Farben aufeinander stoßen, sichtbar. Auch der Farbauftrag ist in der Pinselführung nachvollziehbar und sorgt im Wechsel der Felder und Farben für einen ausgeprägten Bildrhythmus aus Trennung und Verbindung, Farbe und Nichtfarbe, Undurchsichtigkeit und Transparenz. Das Interesse des Malers gilt insbesondere dem Figur-Grund-Verhältnis, das er – zum Beispiel am wiederkehrenden Motiv des Schachbretts – in allen Varianten untersucht. 
In Scullys mehrteiligen Leinwänden, aber auch im Vergleich der einzelnen Werke gibt es Ähnlichkeiten und Widersprüche. Alle Teile bewahren ihre Eigenständigkeit und gehören doch zu einem größeren Ganzen. Dieses folgt einem Rhythmus, der sich, ähnlich der Musik, in Einleitung, Steigerung und Ausklang gliedern lässt. Das Prinzip der Reihung und das Prinzip der Komposition, der Unterordnung der Teile unter das Ganze, halten sich dabei souverän die Waage.

In Zusammenarbeit mit der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf.

Sean Scully, Small Barcelona Painting 9.28.99, 1999, Privatsammlung, Frankfurt/Main © Sean Scully
Sean Scully, Small Barcelona Painting 9.28.99, 1999, Privatsammlung, Frankfurt/Main © Sean Scully
Sean Scully, Stone Light, 1992, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München © Sean Scully
Sean Scully, Stone Light, 1992, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München © Sean Scully
Sean Scully, Wall of Light Light, 1999, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf © Sean Scully
Sean Scully, Wall of Light Light, 1999, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf © Sean Scully
Sean Scully, Big Red Wall of Light, 2000, Galerie Bernd Klüser, München © Sean Scully
Sean Scully, Big Red Wall of Light, 2000, Galerie Bernd Klüser, München © Sean Scully

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AUSSTELLUNG

Beauty now

10.02 – 01.05.00

Lange Zeit war das Schöne keine Kategorie der modernen Kunst – Mode, Werbung und Massenmedien hatten es für sich beansprucht. Seit einigen Jahren jedoch zeichnet sich die Rückkehr der Schönheit in die Kunst der Gegenwart ab. MEHR


AUSSTELLUNG

Kurt Schwitters

09.03 – 27.05.01

Die Ausstellung ist eine umfangreiche Retrospektive des Künstlers und Antikünstlers, des Revolutionärs und Traditionalisten, des Bürgerschrecks und Kleinbürgers Kurt Schwitters. MEHR


AUSSTELLUNG

Michel François

15.12.00 – 04.03.01

Der belgische Künstler Michel François spielt mit dem von Carlos Castaneda entlehnten Ausstellungstitel "La plante en nous – Die Pflanze in uns" auf dessen Erfahrungen mit bewusstseinserweiternden Halluzinogenen an. MEHR


AUSSTELLUNG

Cardiff & Miller — Werke aus der Sammlung Goetz

13.04 – 08.07.12

Die Ausstellung zeigt acht Arbeiten des kanadischen Künstler-Duos Janet Cardiff und George Bures Miller, die durch die Kombination von Bild, Ton und nachgebildeten Räumen möglichst viele Sinne des Betrachters ansprechen, um das Geschehen so real wie möglich erscheinen zu lassen. 2012 nahmen Cardiff/Miller an der dOCUMENTA (13) in Kassel teil. MEHR


AUSSTELLUNG

Hughie O'Donoghue

10.01 – 11.02.97

Wie Francis Bacon, konzentriert sich auch Hughie O'Donoghue auf den menschlichen Körper, seine Fleischlichkeit, Verwundbarkeit und sinnliche Kraft. MEHR


AUSSTELLUNG

Das zweite Gesicht

14.02 – 27.04.97

Als Sammlung afrikanischer Skulptur dokumentiert die Sammlung Barbier-Mueller den Schwarzen Kontinent in seinem schöpferischen Reichtum so lückenlos wie kaum eine andere. MEHR


AUSSTELLUNG

Julião Sarmento

24.10.97 – 18.01.98

Julião Sarmento gilt als einer der bedeutendsten portugiesischen Künstler der Gegenwart. Mit rund 80 Gemälden bietet die Ausstellung im Haus der Kunst einen Überblick über sein bisheriges Schaffen. MEHR


AUSSTELLUNG

Mythos Weimar

15.05 – 27.06.99

Anlässlich des 250. Geburtstags des Dichters Johann Wolfgang von Goethe begab sich die Fotografin Ute Klophaus 1998 in Weimar auf seine Spuren und schuf ein Porträt der Stadt. MEHR


AUSSTELLUNG

Imi Knoebel

23.08 – 20.10.96

Imi Knoebel zählt zu den wichtigsten deutschen Künstlern der Generation nach Joseph Beuys. Die Ausstellung stellt als erste große Retrospektive dieses Künstlers sämtliche Werkphasen vor. MEHR


AUSSTELLUNG

Elan Vital oder Das Auge des Eros.

20.05 – 14.08.94

Entsprechend der Vorstellung vom Leben als einheitlichem, aber verzweigten Strom verfolgt die Ausstellung das Phänomen der organischen Abstraktion bei Kandinsky, Klee, Arp, Miró und Calder zwischen 1920 und 1945. MEHR


AUSSTELLUNG

Ernste Spiele

04.02 – 01.05.95

Die Ausstellung stellt die deutsche Romantik als den Beginn der modernen Kunst in Deutschland vor und die künstlerische Avantgarde seit 1900 als eine zweite Romantik. MEHR


AUSSTELLUNG

Ellsworth Kelly. Retrospektive.

17.10.97 – 20.01.98

Ellsworth Kelly gehört zur Generation derer, die in den 1950er-Jahren den Abstrakten Expressionismus überwanden und eine neuartige Bildsprache entwickelten. MEHR


AUSSTELLUNG

Joel Shapiro

24.10.97 – 18.01.98

Joel Shapiro zählt zu den wichtigsten amerikanischen Bildhauern der Gegenwart. Die Ausstellung zeigt elf Werke, die seine künstlerische Entwicklung der Jahre 1993-1997 erkennen lassen. MEHR


AUSSTELLUNG

Eine Reise ins Ungewisse

06.02 – 03.05.98

München ist der Ort, an dem die Fäden der Künstlerbiografien und die Linien der Werkentwicklung von Arnold Böcklin, Giorgio de Chirico und Max Ernst zusammenlaufen. MEHR


AUSSTELLUNG

Die Nacht

01.11.98 – 14.02.99

Thema der Ausstellung ist die Entwicklung des Nachtbildes in der abendländischen Malerei vom 15. bis ins 20. Jahrhundert. MEHR


AUSSTELLUNG

Hand-Arbeit

02.12.00 – 18.03.01

Unter dem mehrdeutigen Titel "Hand-Arbeit" rückt die Ausstellung den Anteil der Hand an Malerei und Bildhauerei in den Mittelpunkt der Kunstbetrachtung. MEHR


AUSSTELLUNG

Robert Ryman

08.12.00 – 18.02.01

Der amerikanische Künstler Robert Ryman zählt zu den Klassikern der Malerei des 20. Jahrhunderts. Mit Räumen von Ariane Epars, Clay Ketter, Albert Weis, Beat Zoderer MEHR


AUSSTELLUNG

Stories

28.03 – 23.06.02

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AUSSTELLUNG

Jana Sterbak

21.06 – 22.09.02

Die Objekte Jana Sterbaks bewegen sich im Grenzbereich von Installation, Performance, Video und Film. Die Retrospektive zeigt Arbeiten Jana Sterbaks aus den Jahren 1974-2001. MEHR


AUSSTELLUNG

Richard Lindner

07.02 – 27.04.97

Richard Lindner floh 1933 vor der Nazi-Diktatur aus Deutschland. In den 1940er-Jahren entwickelte er – avantgardistischen Trends diametral entgegengesetzt – sein verstörendes Oeuvre. MEHR