Exportschau. Leistungsschau der Bayerischen Wirtschaft

AUSSTELLUNG 26.05.1946 — 31.12.1948

Ludwig Ehrhard, damals Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, ging es mit der "Leistungsschau der Bayerischen Wirtschaft" kurz nach dem kriegsbedingten Zusammenbruch um eine Demonstration des Fleißes sowie des handwerklichen und industriellen Könnens der Menschen in Bayern. Er verband damit nicht nur die Hoffnung auf einen wirtschafts- und handelspolitischen Neuanfang, sondern auch die Forderung nach neuen sozialen und politischen Lebensformen im Rahmen einer demokratischen Gesellschaftsordnung. Die Erzeugung "künstlerisch, geschmacklich und ästhetisch hochwertiger Verbrauchsgüter", die einem "gehobenen und kultivierten Lebensstil Ausdruck geben" sollte demzufolge der "wirtschaftlichen Neuordnung und politischen Befriedung der Welt" dienen.
Mit der Unterstützung der amerikanischen Militärregierung und in Zusammenarbeit mit der Economics Division für Bayern, der bayerischen Industrie- und Handelskammer sowie der Bayerischen Messe-Gesellschaft präsentierten sich im Ostteil des Haus der Kunst über 4000 Firmen, darunter auch einige der größten amerikanischen Importfirmen. Jenseits der "rationellen Maschinenfertigung normierter Verbrauchsgüter" suchte man mit hochwertigen und typischen Erzeugnissen ein Beispiel "deutscher Wertarbeit" und einen Querschnitt vom aktuellen Stand der Wirtschaft zu geben. Die Präsentation war nach den jeweiligen Landesstellen der Gewerbe gegliedert: Textil, Leder, Glas, Porzellan und Keramik, Eisen und Metalle, Holz, Chemie, Steine und Erden, Papier, Feinmechanik und Optik sowie Kunstgewerbe allgemein. Die Produkte wurden auf langen Tischen in den Ausstellungsräumen präsentiert und begleitet von einem vielfältigen Programm, das dem Fachpublikum z. B. durch Modenschauen Anreize zum Besuch bot. Die Exportschau verfolgte vor dem Hintergrund der Erschöpfung der Rohstofflager vor allem das Ziel, durch die Wiederbelebung des deutschen Exports an Devisen für Rohstoffeinkäufe zu gelangen und dem Außenhandel internationale Akzeptanz zu verschaffen. Sie war jenen Menschen gewidmet, "die mit Fleiß und Können ihr Bestes gaben, um wieder arbeiten zu dürfen, um leben zu können."

Dwirght Eisenhower in der Ausstellung "Exportschau. Leistungsschau der Bayerischen Wirtschaft", Stadtarchiv München, NK-Stl-0069

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