Alexander Calder

AUSSTELLUNG 10.05 – 13.07.75

Mit rund 170 Objekten würdigte das Haus der Kunst München das Lebenswerk des amerikanischen Bildhauers Alexander Calder (1898–1976), der die Retrospektive kurz vor seinem Tod noch wohlwollend unterstützte. Als Kurator fungierte Maurice Besset, Direktor des Musée de Peinture et de Sculpture in Grenoble, der in seinem informativen Katalogaufsatz die "Entstehung des Mobile" als die große konzeptuelle Leistung Alexander Calders darstellt, der als einer der Wegbereiter der modernen Plastik gilt.
Nach einem Ingenieurstudium fand Calder über die Art Students League in New York zur bildenden Kunst und beschäftigte sich zunächst mit Zeichnungen, welche die Motive in eine kontinuierliche Umrisslinie einbanden. Diese übertrug er ab 1925 in dreidimensionale Drahtfiguren, die nur die Konturen der Form wiedergeben; ihre Gestalt jedoch erscheint als ein nach allen Seiten hin offenes Kräftefeld ("Pferd", 1928). Nachdem sich Calder 1926 in Paris niedergelassen hatte, trat er in Zirkus-Vorführungen mit skurrilen Spielzeugfiguren auf, die in den Kreisen der künstlerischen Avantgarde Aufsehen erregten.
Von großem Einfluss für die Gestaltung bewegter Bilder erwies sich die Begegnung Alexander Calders mit Piet Mondrian im Jahr 1931. Calder begann, mit abstrakt-geometrischen Formen in Primärfarben zu experimentieren und entwickelte seine Skulpturen vor dem Hintergrund kosmischer Überlegungen – mithilfe von beweglichen Elementen, die, von Motoren angetrieben, sehr leicht wirkten. An der Decke befestigte Konstruktionen aus Draht und Schnüren lassen mit den schwebenden Fundstücken aus der Alltagswelt – Eierlöffel, Glasscherben, Korken, Blech etc. – den Einfluss der Surrealisten erkennen ("Ein Glas und zwei Löffel", 1934). So wurden mit dem Mobile, das seinen Namen Marcel Duchamp verdankt, Bewegung und Veränderlichkeit zum ästhetischen Leitbild, das der Skulptur eine universelle Symbolsprache von neuer Heiterkeit und Poesie erschloss. Unter dem Einfluss von Joan Miró und Hans Arp öffnete Calder seine Objekte im Bewusstsein für die Einheit des kosmischen Lebens für den "Élan vital", der alle organischen Erscheinungen der Welt durchströmt und einer Metamorphose unterzieht. Im Wirken der Naturkräfte, im zufälligen Spiel des Lufthauchs, vollzieht sich eine stete Veränderung, die die Grenzen zwischen der wirklichen und imaginären Welt, zwischen Raum und Zeit auflöst ("Tag und Nacht", 1965).
In seinem Spätwerk und als Gegengewicht zu den Mobiles schuf der in Frankreich und in den USA beheimatete Bildhauer so genannte Stabiles. Diese sind in der Ausstellung repräsentiert durch Werke aus den 1940er- und 1950er-Jahren ("Semaphore", 1959) bis zu den "crags" und "critters" der frühen 1970er-Jahre ("Grand Crinkly", 1971). Aus einem Standfuß entwickelt, eignen sich diese Skulpturen von wuchtig-raumgreifender Monumentalität und kräftiger Farbe insbesondere zur Aufstellung im Freien und gelten heute als Paradigma der urbanen Kunst.

Retrospektive in Zusammenarbeit mit dem Kunsthaus Zürich.

Der broschierte Katalog umfasst 140 Seiten und enthält im Textteil einen Aufsatz von Maurice Besset über die "Entstehung des Mobile", eine durch Fotos illustrierte Biografie des Künstlers sowie eine Bibliografie. Der Katalog der "Ausgestellten Werke" listet insgesamt 166 Objekte, untergliedert in 12 Werkgruppen: Draht- und Blechfiguren, Konstruktionen mit Motorantrieb, Mobiles, Konstellationen, Mobiles – Stabiles, Totems, Stabiles, Holz- und Bronzeplastiken, Zeichnungen, Ölbilder, Gouachen und Teppiche. Der Abbildungsteil enthält 10 Farb- und circa 45 s/w-Fotos.

Alexander Calder mit dem "Zirkus", 1929, Charenton-le-Pont, Ministère de la Culture – Médiathèque du Patrimoine, Dist. RMN-Grand Palais © bpk Bildagentur, Foto André Kertész

Stretch your view


Stretch your view


AUSSTELLUNG

Elan Vital oder Das Auge des Eros.

20.05 – 14.08.94

Entsprechend der Vorstellung vom Leben als einheitlichem, aber verzweigten Strom verfolgt die Ausstellung das Phänomen der organischen Abstraktion bei Kandinsky, Klee, Arp, Miró und Calder zwischen 1920 und 1945. MEHR


AUSSTELLUNG

Die Kunst der Naiven. Themen und Beziehungen

01.11.74 – 12.01.75

Zu Beginn der 1970er-Jahre ging eine Welle der Begeisterung für "Die Kunst der Naiven" durchs Land – figurativ-bunte Bilder in stark vereinfachter Darstellung aus der Hand von Laien. MEHR


AUSSTELLUNG

Egon Schiele 1890–1918

22.02 – 11.05.75

Egon Schieles kurzes Leben "im Umkreis der noch einmal vom Glanz einer sterbenden Epoche verklärten Wiener Kultur" bildete den Hintergrund für die Ausstellung mit rund 300 Werken des Künstlers. MEHR


AUSSTELLUNG

Hundertwasser – Friedensreich – Regentag

22.02 – 11.05.75

Mit der Ausstellung des Werks von Friedensreich Hundertwasser widmete sich das Haus der Kunst dem vielfältigen künstlerischen Schaffen eines zeitgenössischen österreichischen Künstlers. MEHR


Audioguide

Black Paintings — Audioguide, 2006

Die Ausstellung zeigte die berühmten schwarzen Gemälde von Künstlern der New York School erstmals im Überblick – Werke von Barnett Newman, Robert Rauschenberg, Mark Rothko, Frank Stella u.a. MEHR


AUSSTELLUNG

Frank Lloyd Wright — 60 Jahre Architektur

Mit der Ausstellung zum Lebenswerk von Frank Lloyd Wright verband sich im Jahr 1952 neben der Würdigung eines der größten, noch lebenden Architekten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auch das Bekenntnis zur Moderne. MEHR


AUSSTELLUNG

Black Paintings

15.09.06 – 14.01.07

Ende der 1940er-Jahre begannen amerikanische Künstler wie Robert Rauschenberg oder Mark Rothko, sich intensiv mit der Farbe Schwarz zu beschäftigen. In der Ausstellung sind die schwarzen Bildserien der legendären New York School nun erstmals vereint zu sehen. MEHR


AUSSTELLUNG

Roy Lichtenstein — Die Retrospektive.

14.10.94 – 08.01.95

Roy Lichtenstein gilt neben Andy Warhol als Begründer der Pop Art, die von Robert Rauschenberg und Jasper Johns vorbereitet worden war. MEHR


AUSSTELLUNG

Frank Stella — Die Retrospektive.

10.02 – 21.04.96

Frank Stella gehört zu den Klassikern der Kunst der zweiten Jahrhunderthälfte und gilt in Fortführung des Abstrakten Expressionismus als einer der radikalen Reformer der Abstraktion. MEHR


AUSSTELLUNG

Ellsworth Kelly. Retrospektive.

17.10.97 – 20.01.98

Ellsworth Kelly gehört zur Generation derer, die in den 1950er-Jahren den Abstrakten Expressionismus überwanden und eine neuartige Bildsprache entwickelten. MEHR


AUSSTELLUNG

Matt Mullican

10.06 – 11.09.11

Im Mittelpunkt der künstlerischen Arbeit Matt Mullicans stehen der Sinn des Lebens und die Ordnung der Welt, die der Künstler in seinen raumgreifenden Installationen zu erfassen und sichtbar zu machen versucht. MEHR


AUSSTELLUNG, App

Ellsworth Kelly

07.10.11 – 22.01.12

Ellsworth Kelly (geb. 1923) zählt zu den wichtigsten Protagonisten der Farbfeld-Malerei. Seine überwiegend großformatigen Gemälde, die meist aus mehreren Tafeln bestehen, sind ein beeindruckendes Zusammenspiel von Form, Farbe und Raum. MEHR