Max Beckmann

AUSSTELLUNG 09.11.1968 – 06.01.1969

Mit einer Retrospektive ehrte das Haus der Kunst im Jahr 1968 Max Beckmann (1884–1950) als einen der größten deutschen Maler des 20. Jahrhunderts. Als historischen Bezugspunkt setzte Günter Busch, Präsident der Max-Beckmann-Gesellschaft und Kurator der Ausstellung, den 30. Jahrestag jener Ausstellung moderner deutscher Kunst in London, die gegen die Ausstellung "Entartete Kunst" von 1937 in München protestiert hatte. Dort hielt Max Beckmann – von dem 10 Werke in der Femeausstellung gezeigt worden waren und der seither im Exil in Amsterdam lebte – seinen Vortrag "Meine Theorie der Malerei", der im Katalog abgedruckt ist. Mittelpunkt der Übersichtsschau waren die zahlreichen Selbstbildnisse Max Beckmanns – mit Zigarette (1907), rotem Schal (1917), Saxophon (1930) und Trompete (1938) – bis hin zum "Selbstporträt in Schwarz" (1944) führen sie die kunsthistorische Tradition der psychologischen Selbsterforschung seit Dürer und Rembrandt fort und liefern den Schlüssel für den Zugang zum Innersten des Künstlers.
Max Beckmanns künstlerischer Werdegang führt nach einem Malereistudium in Weimar und dem Umzug nach Berlin zu ersten Erfolgen mit expressiven Bildern ("Große Sterbeszene", 1906). Nach dem Austritt aus der Berliner Secession 1911 gilt er als Einzelgänger, dessen farbkräftige, schwarz akzentuierte Werke durch das Kriegserlebnis eine pessimistische Weltsicht zum Ausdruck bringen. In vielen Bildern tragen die Menschen als Protagonisten des Welttheaters Masken, hinter denen sie ihre innere Erschütterung über eine aus den Fugen geratene Welt verbergen ("Fastnacht", 1920).
Beckmanns zunehmende und durch die Galerien von Paul Cassirer in Berlin und Günther Franke in München beförderte Anerkennung als Maler und Professor am Frankfurter Städel basiert auf Gemälden, die die Wirklichkeit mit archetypischen Symbolen verknüpfen und ins Mythische überhöhen. Jahre nachdem Max Beckmann mit "Galleria Umberto" (1925) eine beklemmend hellsichtige Entlarvung des Faschismus gelang, erfährt seine künstlerische Entwicklung durch die Machtergreifung der Nationalsozialisten, die Beschlagnahmung seiner Werke, die Entlassung aus dem Amt und die Ausstellung "Entartete Kunst" eine tragische Wende. Er sieht sich 1937 zu jener Emigration gezwungen, die er in "Abfahrt" (1932/33) als eigenes Schicksal bereits vorweggenommen hatte.
Max Beckmanns Ringen um "die Magie der Realität" findet seinen Höhepunkt in den neun Triptychen – dreiteiligen Bildern in großem Format – die er zwischen 1932 und 1950 malt. Im Londoner Vortrag von 1938 beschreibt er die Raumerfahrung des Dreidimensionalen in der Kunst als "stärkstes Zaubererlebnis, aus dem mir eine Ahnung jener vierten Dimension entsteht" – eine "Idealität, die sich hinter der scheinbaren Realität befindet". In einer Zeit großer Bedrängnis gemalt, beschwört "Die Versuchung des Hl. Antonius" (1936/37) die innere Freiheit angesichts der Unausweichlichkeit des Schicksals. Als mythische Bestandsaufnahme menschlicher Existenz sind gerade die symbolisch aufgeladenen Triptychen geeignet, "uns den Zugang zu den inneren Räumen der Beckmann'schen Welt zu erschließen" (Günter Busch).

Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Réunion des Musées Nationaux Paris und dem Ministère de L'Éducation Nationale et de la Culture Brüssel.

Der broschierte Katalog trägt auf dem Titel die farbige Abbildung von Max Beckmanns Gemälde "Fußballspieler" (1929) und umfasst circa 150 Seiten. Er enthält im Textteil eine Einführung von Günter Busch sowie Max Beckmanns "Meine Theorie der Malerei", zudem die Lebensdaten, ein Ausstellungsverzeichnis und eine Bibliografie. Der Katalog der "Ausgestellten Werke" listet insgesamt 216 Objekte, davon 104 Gemälde sowie Aquarelle, Zeichnungen, Druckgrafik und wenige Skulpturen. Der Abbildungsteil enthält sechs Farb- und zahlreiche s/w-Fotos.

Max Beckmann, Messingstadt, 1944, Saarlandmuseum, Saarbrücken © VG Bild-Kunst, Bonn, 1968 / bpk Bildagentur
Max Beckmann, Messingstadt, 1944, Saarlandmuseum, Saarbrücken © VG Bild-Kunst, Bonn, 1968 / bpk Bildagentur
Max Beckmann, Große Sterbeszene, 1906, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München © VG Bild-Kunst, Bonn, 1968 / bpk Bildagentur
Max Beckmann, Große Sterbeszene, 1906, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München © VG Bild-Kunst, Bonn, 1968 / bpk Bildagentur
Max Beckmann, Scheveningen 5 Uhr Früh, 1928, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München © VG Bild-Kunst, Bonn, 1968 / bpk Bildagentur
Max Beckmann, Scheveningen 5 Uhr Früh, 1928, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München © VG Bild-Kunst, Bonn, 1968 / bpk Bildagentur

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