Henri de Toulouse-Lautrec

AUSSTELLUNG 17.10.1961 – 17.12.1961

In Zusammenarbeit mit dem Musée Toulouse-Lautrec, das 1922 in Albi, der Geburtsstadt des Künstlers, eröffnet wurde, gedachte das Haus der Kunst 1961 des großen französischen Malers und Begründers der Plakatkunst. Ein Kritiker hatte ihm bereits zu Lebzeiten vorausgesagt: "Er ist klein, und er wird Großes vollbringen".
Graf Henri Marie Raymond de Toulouse-Lautrec-Monfa (1864–1901), aus einem alten französischen Adelsgeschlecht stammend, wird durch den Privatunterricht bei den Malern Princeteau, Brown, Forain und Bonnat eine intensive Förderung seines künstlerischen Talents zuteil. In den frühen Werken stellt er wiederholt die "Comtesse Adèle de Toulouse-Lautrec, die Mutter des Künstlers" (1883) dar und macht durch impressionistische Bilder von Soldaten und Pferden auf sich aufmerksam ("Artillerist beim Pferdesatteln", 1879).
Im Jahr 1883 lässt sich Toulouse-Lautrec in Paris nieder und teilt sich mit Künstlerfreunden im Kreis um Émile Bernard ein Atelier. In den Cafés und Kneipen am Montmartre, in Nachtclubs wie dem "Moulin Rouge" ("Im Salon der Rue des Moulins", 1894) in Cabaret, Zirkus und Bordell wird er – angeregt durch Maler wie Renoir, Manet und Degas – zum Beobachter und Porträtisten der Belle Époque. Somit erfasst er jene Künstler ("Bildnis Vincent van Gogh", 1887), Herren und Damen der Gesellschaft ("Die Engländerin vom Café-Concert Star in Le Havre", 1899), Tänzerinnen ("Mademoiselle Marcelle Lender", 1895), Zirkusleute und Chansonniers, die die zeitgenössische Bohème bilden. Sein Interesse gilt darüber hinaus vor allem den Nachtseiten des Großstadtlebens – den Huren, Zuhältern, Dandys, Lustgreisen und vereinsamten Randfiguren der Gesellschaft. Ihnen fühlt er, der verkrüppelte und kleinwüchsige Maler und Außenseiter, sich nahe ("Die Absinth-Trinkerin").
Vor allem in der Zeichnung lässt Toulouse-Lautrec die Kunst des 19. Jahrhunderts und den ornamentalen Jugendstil hinter sich. Mit der Konzentration auf die Linie, die Fragmentierung der Figur, die Verkürzung auf physiognomische Details, die er zuweilen bis zur Grenze der Karikatur treibt, schildert er die Wirklichkeit und macht die Menschen zugleich zum Sinnbild einer neuen Zeit. Als wegweisend gilt darüber hinaus seine führende Rolle als Peintre-Graveur, der mit neuen Techniken der Farblithografie die Entwicklung des Plakats vorantreibt. Als Werbung für Auftritte von Künstlern ("Aristide Bruant in seinem Kabarett", 1893) und Titelseiten für Zeitschriften bestechen sie durch ihre flächige Komposition aus konturierten Figuren und großen Flächen in starken Farbkontrasten. Neuartig ist auch der Einbezug der Typografie ins Bild, dem sich die vielfältigen Signaturen des Künstlers als Element der Darstellung beigesellen. Das rote Monogramm wird erst nach Toulouse-Lautrecs frühem Tod 1901 durch seinen Kunsthändler Maurice Joyot mit jenem Stempel des Künstlers gesetzt, der heute im Museum zu besichtigen ist.

Der broschierte Katalog zeigt auf dem weißen Cover die farbige Reproduktion des Plakats "May Belfort" (1895), die auch in Form einer Extra-Beilage im gefalteten DIN A3-Format beigefügt ist. Er umfasst ca. 120 Seiten. Der Textteil enthält ein kurzes Vorwort von M. G. Dortu als Vertreter des Musée Toulouse-Lautrec in Albi, sowie eine Dokumentation. Diese besteht aus der Biografie, die mit Schwarz-Weiß-Fotografien und Skizzen illustriert und mit Kommentaren ergänzt ist, sowie dem zweiteiligen Verzeichnis der ausgestellten Werke: 1. Aus dem Museum Albi (132 Nummern) und 2. Werke aus Privatbesitz und öffentlichen Sammlungen (300 Nummern). Aufgeführt sind zahlreiche Gemälde sowie Zeichnungen, Druckgrafiken, Plakate und Keramiken. Der Abbildungsteil enthält 8 Farbabbildungen und eine Vielzahl von Schwarz-Weiß-Fotografien.

Henri de Toulouse-Lautrec, Im Salon der Rue des Moulins, 1894, Musée Toulouse-Lautrec, Albi © bpk Bildagentur, Foto Félicien Faillet
Henri de Toulouse-Lautrec, Im Salon der Rue des Moulins, 1894, Musée Toulouse-Lautrec, Albi © bpk Bildagentur, Foto Félicien Faillet
Henri de Toulouse-Lautrec, Monsieur, Madame und der Hund, um 1890, Musée Toulouse-Lautrec, Albi © bpk Bildagentur, Foto Lutz Braun
Henri de Toulouse-Lautrec, Monsieur, Madame und der Hund, um 1890, Musée Toulouse-Lautrec, Albi © bpk Bildagentur, Foto Lutz Braun
Henri de Toulouse-Lautrec, Umschlagblatt der
Henri de Toulouse-Lautrec, Umschlagblatt der "Estampe originale", 1893, Kupferstich-Kabinett, Staatliche Kunstsammlungen, Dresden © bpk Bildagentur, Foto Herbert Boswank

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