Frank Lloyd Wright — 60 Jahre Architektur

AUSSTELLUNG 16.05.1952 – 15.06.1952

Mit der Ausstellung zum Lebenswerk von Frank Lloyd Wright (1869–1959) verband sich im Jahr 1952 neben der Würdigung eines der größten, noch lebenden Architekten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auch das Bekenntnis zur Moderne. Wie der Architekt Otto Bartning in seinem Vorwort zum Katalog betont, stand man 1952, wenige Jahre nach Kriegsende, vor neuen architektonischen Herausforderungen beim Wiederaufbau und der Gestaltung der Städte. Auf der Suche nach einem ästhetischen Neuanfang wandte sich eine junge Architektengeneration den Avantgarde-Bewegungen vom Anfang des Jahrhunderts und insbesondere Frank Lloyd Wright zu, der großen Einfluss u. a. auf Bauhaus und de Stijl hatte.
Die Ausstellung bietet anhand von 152 Objekten – Fotografien, Modellen, Plänen und Originalzeichnungen – einen Überblick über 60 Jahre von Frank Lloyd Wrights Schaffen. Den Anfang macht Wrights große Innovation, das "Prärie-Haus", ein völlig neuer Gebäudetyp, den der junge Architekt seit etwa 1890, noch während seiner Mitarbeit im Büro von Louis H. Sullivan, entwickelte. Als selbstständiger Architekt in Chicago baute er in den folgenden Jahren zahlreiche Wohnhäuser. Ihre Kennzeichen sind – etwa beim "Robie House" (1909) – niedrige, horizontal in die Landschaft eingefügte Formen, weit auskragende Dächer und die Verwendung natürlicher Baumaterialien wie Holz und Naturstein. Die Idee, die Innenräume im "offenen Grundriss" um einen zentralen Kaminplatz anzuordnen, war ebenso neu wie die durch Glaswände erzielte Verbindung mit den Terrassen und Gärten. Den Höhepunkt von Wrights Vorstellung vom "organischen Bauen", einer Verbindung von Innenraum und Natur, bildet das für Edgar Kaufman entworfene "Falling Water", das Haus über dem Wasserfall in Bear Run/Pennsylvania (1936).
Neben den Privathäusern, darunter auch seine eigenen Wohn- und Atelierhäuser wie "Taliesin" in Spring Green/Wisconsin (1911/1925), trat Frank Lloyd Wright mit spektakulären Großbauten in Erscheinung. So brachte er mit dem "Larking-Building" in Buffalo (1904), einem der damals eigenständigsten Bürohochhäuser, seinen "Protest gegen das Dekorative" zum Ausdruck. Mit den plastischen Elementen am "Imperial Hotel" in Tokio (1916–22) erwies er der japanischen Kultur seine Referenz. Immer unabhängig von den internationalen Strömungen, fand Frank Lloyd Wright erst spät die breite internationale Anerkennung und erhielt endlich Großaufträge wie den für die "Johnson Wax Company" in Racine/Wisconsin (1936–39). Im urbanen Konzept von "Broadacre City" entwickelte der amerikanische Architekt ab 1932 ein utopisches Gesellschaftsmodell, dessen Grundzüge ein im Katalog abgedrucktes Interview sowie das Vorwort zum Buch "When Democracy Builds" skizzieren.
Von seinem berühmtesten Projekt, dem Guggenheim-Museum in New York, konnte die Ausstellung im Haus der Kunst München von 1952 nur das Modell vorstellen. Der Entwurf des als spiralförmige Rampe über ovalem Grundriss konzipierten Gebäudes wurde bereits 1943 vorgelegt. Jedoch sah er vehement diskutierte, neuartige Ausstellungsmethoden vor, so dass die Ausführung erst in den Jahren 1956 bis 1959 erfolgte. Das Museum festigte den Ruf Frank Lloyd Wrights als größter amerikanischer Architekt des 20. Jahrhunderts über seinen Tod hinaus.

Das schmale Katalogheft im DIN A5-Format umfasst 70 Seiten und zeigt auf dem Cover das stilisierte "Falling Water". Das Ausstellungsverzeichnis listet 152 Nummern und ist mit zahlreichen s/w-Fotos sowie Zeichnungen und Plänen illustriert.

Aufbau der Ausstellung "Frank Lloyd Wright. 60 Jahre Architektur", Foto Bayerische Staatsbibliothek/Bildarchiv

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