Krieg und Frieden — Eine deutsche Zarin in Schloss Pawlowsk

AUSSTELLUNG 09.11.01 – 10.02.02

Das Zarenschloss Pawlowsk mit seinem weitläufigen Parkensemble, etwa 30 km südlich von St. Petersburg gelegen, kann als Schöpfung einer deutschen Prinzessin gelten. Sein internationaler Ruf ist untrennbar verbunden mit dem Namen der russischen Großfürstin, Zarin und Zarenwitwe Maria Fjodorowna, einer geborenen Prinzessin Sophie Dorothée von Württemberg, die der Errichtung und Ausgestaltung von Schloss und Parkanlage mehr als vierzig Jahre ihres Lebens widmete. Mit ihrer großen künstlerischen Begabung, ihren botanischen Kenntnissen, ihrem sozialen Engagement und nicht zuletzt mit den ihr als Großfürstin und Zarin zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln hat sie Pawlowsk von einer naturbelassenen Wildnis in ein kulturelles Zentrum deutsch-russischer Beziehungen verwandelt, das weit über ihr Leben hinaus wirkte und bis heute eine wichtige Rolle im kulturellen Leben Russlands spielt.
Die Ausstellung macht jene historischen Aspekte sichtbar, die zur Gründung von Pawlowsk geführt haben, und entwirft ein lebhaftes Bild von den in Schloss und Park verwirklichten Ideen. Einen überzeugenden Eindruck von der künstlerischen Qualität der Anlage und ihrer Ausstattung vermitteln die mehr als 500 Exponate aller Kunstgattungen. Darüber hinaus erzählen die ausgestellten Werke eindrücklich von der bewegten Geschichte des Schlosses und dem Leben seiner Bewohner am Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts, als der russische Adel politisch und kulturell in Blüte stand – eine Geschichte, die Tolstoj in seinem Roman "Krieg und Frieden" einfühlsam beschrieben hat. 
Die Ausstellung ist in thematische Kapitel unterteilt, die die kulturhistorischen und künstlerischen Aspekte von Schloss Pawlowsk in chronologisch erzählter Abfolge aufblättern:
1. Die Protagonisten Sophie Dorothée und Paul I. und ihre Eltern: Herzog Friedrich Eugen und Sophie Dorothée von Württemberg sowie Katharina die Große und Peter III. Die Jugend der Sophie Dorothée, die Heirat mit Großfürst Paul in Berlin, Kinder und Familie, die Ermordung ihres Gatten Paul I. und ihr Leben als Witwe.
2. Die Grand Tour des russischen Fürstenpaares durch Westeuropa: Route, Besuche anderer Fürsten- und Königshäuser, Geschenke und Erwerbungen. Die Ausstellung präsentiert zahlreiche königliche und fürstliche Geschenke, darunter Services, Stoffe, Möbel, Gemälde und Skulpturen, die das Fürstenpaar in Italien, Deutschland und Frankreich erwarb, um das im Entstehen begriffene Schloss Pawlowsk nach dem neuesten Geschmack einzurichten. Die Gemälde stammen u.a. von Angelika Kauffmann und Pompeo Batoni in Rom sowie von Hubert Robert in Paris. Aus Italien kamen antike Marmorwerke, Statuen, Büsten und Terrakotten, aus Frankreich vor allem Gobelins, Tapisserien, Kandelaber, Uhren und Porzellan. 
3. Erbauung und Ausstattung des Schlosses Pawlowsk: Der Klassizismus der Architekten Charles Cameron, Vincenzo Brenna, Andrej Woronichin und Carlo Rossi. In Ölgemälden, Aquarellen, Stichen und Architekturentwürfen werden Ansichten von Schloss und Park vorgeführt. Die Veduten werden durch Porzellanmalereien der Zeit ergänzt, die das Schloss und die Pavillonbauten auf Vasen, Tellern und Tassen festhalten. In dem eigens eingerichteten Medienraum zeigen Diaprojektionen und Videofilme den heutigen Zustand der Schloss- und Parkanlagen in ihrer ganzen Vielfalt und Schönheit. Neben den alten Parkansichten und -plänen sind Modelle von Pavillonbauten wie auch einzelne Stücke ihres Mobiliars zu sehen. 
4. Prunk- und Wohnräume mit dem Mobiliar französischer, deutscher und russischer Ebenisten des 18. und frühen 19. Jahrhunderts.
5. Künstlerische und kunsthandwerkliche Tätigkeit Maria Fjodorownas: Selbst gefertigte Zeichnungen, Elfenbeinschnitzereien, Stickereien und Gemäldekopien. Dazu Gemälde von Angelika Kauffmann, Raphael Mengs und Hubert Robert, die ihre schöpferische Fantasie angeregt haben.
Die Ausstellungsarchitektur versucht, die höfische und zugleich intime Atmosphäre eines russischen Adelspalasts des ausgehenden 18. Jahrhunderts nachzuempfinden und den Ausstellungsräumen die Anmutung einer ästhetisch verfeinerten, femininen Kultur zu verleihen. In der von den Idealen der Aufklärung geleiteten, höfischen Kultur des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts spielten Frauen, darunter Maria Fjodorowna, eine wichtige Rolle und hatten großen Einfluss auf das gesellschaftliche und kulturelle Leben ihrer Zeit, mehr, als dies später im bürgerlichen Zeitalter der Fall war.

Karl Ferdinand von Kügelgen, Ansicht von Pawlowsk, o.D. © Staatliches Schloßmuseum Pawlowsk
Karl Ferdinand von Kügelgen, Ansicht von Pawlowsk, o.D. © Staatliches Schloßmuseum Pawlowsk
Gerhard von Kügelgen, Zar Paul I. mit seiner Familie, 1800 © Staatliches Schloßmuseum Pawlowsk
Gerhard von Kügelgen, Zar Paul I. mit seiner Familie, 1800 © Staatliches Schloßmuseum Pawlowsk
Tête-à-Tête mit antiken Motiven, 1819 © Staatliches Schloßmuseum Pawlowsk
Tête-à-Tête mit antiken Motiven, 1819 © Staatliches Schloßmuseum Pawlowsk
Claude Joseph Vernet, Sturm, 1785 © Staatliches Schloßmuseum Pawlowsk
Claude Joseph Vernet, Sturm, 1785 © Staatliches Schloßmuseum Pawlowsk
Hubert Robert, Der Laokoon-Saal im Louvre © Staatliches Schloßmuseum Pawlowsk
Hubert Robert, Der Laokoon-Saal im Louvre © Staatliches Schloßmuseum Pawlowsk
Angelika Kauffmann, Vergiftete Eleanora, 1782 © Staatliches Schloßmuseum Pawlowsk
Angelika Kauffmann, Vergiftete Eleanora, 1782 © Staatliches Schloßmuseum Pawlowsk

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AUSSTELLUNG

Angelika Kauffmann

07.02 – 18.04.99

Die Künstlerin (* 1741, Chur/Schweiz) erhielt eine für Mädchen ungewöhnlich sorgfältige Erziehung. Im Alter von 12 Jahren malte Angelika ihr erstes Selbstbildnis und erhielt erste Porträtaufträge. MEHR


AUSSTELLUNG

Die Sammlung Maximilian Speck von Sternburg

28.01 – 01.05.00

Die Sammlung des Leipziger Großkaufmanns und Kunstmäzens Maximilian Speck von Sternburg (1776-1856) zählt zu den bedeutendsten bürgerlichen Kunstsammlungen des 19. Jahrhunderts. MEHR


AUSSTELLUNG

Goethes italienisches Museum

13.05 – 30.07.00

"Geheimster Wohnsitz" ist der Titel eines um 1810 entstandenen Gedichts von Johann Wolfgang von Goethe, es handelt von einem imaginären Bauwerk in Italien, das der geistigen Erziehung dienen soll. MEHR


AUSSTELLUNG

Es muss nicht immer Rembrandt sein...

02.07 – 01.08.99

Das 90-jährige Jubiläum des Kunsthistorischen Instituts München bildet den Anlass, seine bedeutende Sammlung von Druckgrafik im Haus der Kunst zu präsentieren. MEHR


AUSSTELLUNG

Die Nacht

01.11.98 – 14.02.99

Thema der Ausstellung ist die Entwicklung des Nachtbildes in der abendländischen Malerei vom 15. bis ins 20. Jahrhundert. MEHR


AUSSTELLUNG

Russische Avantgarde

10.05.96 – 04.08.97

Zunächst erwarb George Costakis Kunstwerke von verarmten Sammlern; ab 1946 konzentrierte er sich auf die russische Avantgarde, die in den Jahren der Revolution um 1917 in Blüte stand. MEHR


AUSSTELLUNG

Sammlung Rau

05.10.01 – 13.01.02

Die Sammlung Rau ist eine der bedeutendsten privaten Kunstsammlungen in Europa. Bis vor kurzem noch nahezu unbekannt, wird sie mit dieser Ausstellung erstmals öffentlich vorgestellt. MEHR


AUSSTELLUNG

Hand-Arbeit

02.12.00 – 18.03.01

Unter dem mehrdeutigen Titel "Hand-Arbeit" rückt die Ausstellung den Anteil der Hand an Malerei und Bildhauerei in den Mittelpunkt der Kunstbetrachtung. MEHR


AUSSTELLUNG

Theatrum Mundi

24.05 – 21.09.03

Die Ausstellung, aus Anlass des 350-jährigen Jubiläums der Bayerischen Staatsoper, ist den vielfältigen Beziehungen zwischen Kunst, Bühne und Leben in Barock und Rokoko gewidmet. MEHR


AUSSTELLUNG

Klang und Stille – Sammlung Goetz im Haus der Kunst

13.04 – 09.09.12

Die akustische Wahrnehmung von bewegten Bildern im Raum ist eine der großen Möglichkeiten der Videokunst, die dadurch unserer Alltagswahrnehmung besonders nahe kommt. Andererseits können Bilder und Töne auch anders interpretiert und neu gelesen werden, speziell durch den starken Einfluss von Klängen auf unseren Gemütszustand. MEHR


AUSSTELLUNG

Das zweite Gesicht

14.02 – 27.04.97

Als Sammlung afrikanischer Skulptur dokumentiert die Sammlung Barbier-Mueller den Schwarzen Kontinent in seinem schöpferischen Reichtum so lückenlos wie kaum eine andere. MEHR


AUSSTELLUNG

Frantisek Kupka und Otto Gutfreund

15.05 – 20.07.97

Die Ausstellung präsentiert über 200 Arbeiten František Kupkas aus sämtlichen Werkphasen. Seinen Werken sind 18 Bronzeskulpturen Otto Gutfreunds gegenübergestellt. MEHR


AUSSTELLUNG

Venus und Mars

23.07 – 11.10.98

Das berühmte "Mittelalterliche Hausbuch" ist eine einzigartige Zusammenstellung von handschriftlichen Texten zu praktischen Themen und prachtvollen Zeichnungen. MEHR


AUSSTELLUNG

Leonardo da Vinci : Joseph Beuys

15.10.99 – 09.01.00

Der Codex Leicester im Spiegel der Gegenwart: Zwei der einflussreichsten Künstler aller Zeiten im Dialog – Leonardo da Vinci und Joseph Beuys . MEHR


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Johan Christian Dahl

12.07 – 13.10.02

Der Norweger Johan Christian Dahl gilt neben Caspar David Friedrich als wichtigster Vertreter der Malerei der Romantik. Ein erneuter Blick auf Dahls Bilder soll dessen Verdienste um die deutsche Malerei des beginnenden 18. Jahrhunderts würdigen. MEHR


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Der Glanz der Farnese — Kunst und Sammelleidenschaft in der Renaissance.

02.06 – 27.08.95

Der Aufstieg der italienischen Adelsfamilie Farnese begann 1493 mit der Ernennung Alessandro Farneses zum Kardinal und späteren Papst Paul III. MEHR


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Im Wettstreit

01.02 – 05.05.02

Das Nachdenken von Künstlern über ihr Medium ist so alt wie die Kunst selbst. Nicht nur gelehrte Diskussionen und literarische Abhandlungen machten die Kunst zu ihrem Thema, sondern immer wieder auch die Kunstwerke selbst. MEHR


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Elan Vital oder Das Auge des Eros.

20.05 – 14.08.94

Entsprechend der Vorstellung vom Leben als einheitlichem, aber verzweigten Strom verfolgt die Ausstellung das Phänomen der organischen Abstraktion bei Kandinsky, Klee, Arp, Miró und Calder zwischen 1920 und 1945. MEHR


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Ernste Spiele

04.02 – 01.05.95

Die Ausstellung stellt die deutsche Romantik als den Beginn der modernen Kunst in Deutschland vor und die künstlerische Avantgarde seit 1900 als eine zweite Romantik. MEHR


AUSSTELLUNG

Pierrot — Melancholie und Maske.

15.09 – 03.12.95

Die melancholische Komödiantenfigur des Pierrot fasziniert seit rund 400 Jahren die Künstler. Als facettenreiche Figur steht sie im Mittelpunkt dieser Ausstellung und belegt ihre bis heute anhaltende Aktualität. MEHR