Imi Knoebel — Retrospektive 1968–1996

AUSSTELLUNG 23.08 – 20.10.96

Imi Knoebel, geboren 1940 in Dessau, zählt zu den wichtigsten deutschen Künstlern der Generation nach Joseph Beuys. Sein drei Jahrzehnte umfassendes Werk lässt sich dem Minimalismus zurechnen, obwohl es durch die Vielzahl der Bildgattungen, die Gleichzeitigkeit geometrischer wie gestisch-expressiver Elemente und den Reichtum von Materialien und Farben beeindruckt. Die Ausstellung stellt als erste große Retrospektive dieses Künstlers sämtliche Werkphasen vor.
Knoebels Werk ist geprägt von der russischen Avantgardekunst, dem Neokonstruktivismus und der Monochromie. Bereits Anfang der 1960er-Jahre an der Werkkunstschule in Darmstadt legten sich Knoebel und sein Künstlerfreund Rainer Giese (1942-1974) den Künstlernamen Imi zu, eine Mischung aus dadaistischem Logo und ironischer Pop-Geste: Das gleichnamige, in der DDR gebräuchliche Waschmittel – "Garant für kompromisslose Reinheit" – diente dem Künstlerduo Imi + Imi als Motto für den radikalen Anspruch seiner künstlerischen Ideen.
1964 trat Knoebel in die Klasse von Joseph Beuys an der Düsseldorfer Kunstakademie ein. Sein Kunstbegriff war wie der seiner Freunde und Künstlerkollegen Gerhard Richter, Sigmar Polke und Palermo von der politischen Aufbruchstimmung jener Jahre geprägt. Zu seinen ersten Arbeiten gehörte der nach seinem Atelier an der Akademie benannte "Raum 19" (1968). Bei diesem zentralen Werk handelte es sich um eine Rauminstallation aus Hartfaserplatten und Keilrahmen, eine Art dreidimensionales Bild, das die geläufigen Vorstellungen von einem Gemälde bzw. einer Skulptur konterkarierte und Knoebels Interesse an der Entstehung und Entgrenzung des Bildes zeigte. Hier kreuzen sich die Ideen der radikal reduzierten Bildsprache seines Vorbildes Kasimir Malewitsch mit den prozessual-plastischen Vorstellungen seines Lehrers Joseph Beuys.
In den 1970er-Jahren löste sich Knoebel vom rechtwinkligen und überwiegend nichtfarbigen Purismus des Frühwerks. Weiterhin überschritt er auf der Suche nach einer Synthese aller Bildkräfte die herkömmlichen Gattungsgrenzen Malerei, Skulptur und Rauminstallation. Die polygonalen Farbformen seiner Wandobjekte scheinen auf der weißen Wand wie in einem grenzenlosen Bildraum zu schweben – auch hier eine Weiterführung russisch-avantgardistischer Gedanken. 
Die 1980er-Jahre standen im Zeichen der intensiven Auseinandersetzung mit den Grundfarben Rot, Gelb, Blau, Weiß. Das Atelier des Künstlers glich einem Laboratorium für Farben, in dem er mit geradezu wissenschaftlicher Akribie die unendlichen Möglichkeiten ihrer Kombination erforschte. Dabei blieb immer Raum für die freie Assoziation, welche die pastellfarbenen Porträtreihen der 1990er-Jahre bestimmte. In der "Grace Kelly" gewidmeten Serie fügen sich Berechnung und Zufall, Strenge und Zartheit zu Kompositionen perfekter Schönheit.

Imi Knoebel – Retrospektive 1968–1996, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1996, Foto Wilfried Petzi
Imi Knoebel – Retrospektive 1968–1996, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1996, Foto Wilfried Petzi
Imi Knoebel – Retrospektive 1968–1996, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1996, Foto Wilfried Petzi
Imi Knoebel – Retrospektive 1968–1996, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1996, Foto Wilfried Petzi
Imi Knoebel – Retrospektive 1968–1996, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1996, Foto Wilfried Petzi
Imi Knoebel – Retrospektive 1968–1996, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1996, Foto Wilfried Petzi
Imi Knoebel – Retrospektive 1968–1996, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1996, Foto Wilfried Petzi
Imi Knoebel – Retrospektive 1968–1996, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1996, Foto Wilfried Petzi
Imi Knoebel – Retrospektive 1968–1996, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1996, Foto Wilfried Petzi
Imi Knoebel – Retrospektive 1968–1996, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1996, Foto Wilfried Petzi
Imi Knoebel – Retrospektive 1968–1996, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1996, Foto Wilfried Petzi
Imi Knoebel – Retrospektive 1968–1996, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1996, Foto Wilfried Petzi
Imi Knoebel – Retrospektive 1968–1996, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1996, Foto Wilfried Petzi
Imi Knoebel – Retrospektive 1968–1996, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1996, Foto Wilfried Petzi
Imi Knoebel – Retrospektive 1968–1996, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1996, Foto Wilfried Petzi
Imi Knoebel – Retrospektive 1968–1996, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1996, Foto Wilfried Petzi

Stretch your view


Stretch your view


AUSSTELLUNG

Beauty now

10.02 – 01.05.00

Lange Zeit war das Schöne keine Kategorie der modernen Kunst – Mode, Werbung und Massenmedien hatten es für sich beansprucht. Seit einigen Jahren jedoch zeichnet sich die Rückkehr der Schönheit in die Kunst der Gegenwart ab. MEHR


Podcast, Audioguide

Gerhard Richter — Audioguide, 2009

Die Ausstellung zeigte eine umfassende Auswahl der abstrakten Gemälde Gerhard Richters, die er seit Mitte der 1970er-Jahre schuf und die heute sein Werk dominieren. Der Audioguide beleuchtet ausgewählte Werke der Ausstellung, wie den Bilderzyklus "Cage" oder das farbintensive Gemälde "Claudius". MEHR


AUSSTELLUNG

Gerhard Richter

27.02 – 17.05.09

Die Ausstellung zeigt erstmals eine umfassende Auswahl der abstrakten Gemälde Gerhard Richters, die er seit Mitte der 1970er-Jahre schuf und die sein Werk heute dominieren. MEHR


AUSSTELLUNG

Cardiff & Miller — Werke aus der Sammlung Goetz

13.04 – 08.07.12

Die Ausstellung zeigt acht Arbeiten des kanadischen Künstler-Duos Janet Cardiff und George Bures Miller, die durch die Kombination von Bild, Ton und nachgebildeten Räumen möglichst viele Sinne des Betrachters ansprechen, um das Geschehen so real wie möglich erscheinen zu lassen. 2012 nahmen Cardiff/Miller an der dOCUMENTA (13) in Kassel teil. MEHR


AUSSTELLUNG

Hughie O'Donoghue

10.01 – 11.02.97

Wie Francis Bacon, konzentriert sich auch Hughie O'Donoghue auf den menschlichen Körper, seine Fleischlichkeit, Verwundbarkeit und sinnliche Kraft. MEHR


AUSSTELLUNG

Das zweite Gesicht

14.02 – 27.04.97

Als Sammlung afrikanischer Skulptur dokumentiert die Sammlung Barbier-Mueller den Schwarzen Kontinent in seinem schöpferischen Reichtum so lückenlos wie kaum eine andere. MEHR


AUSSTELLUNG

Julião Sarmento

24.10.97 – 18.01.98

Julião Sarmento gilt als einer der bedeutendsten portugiesischen Künstler der Gegenwart. Mit rund 80 Gemälden bietet die Ausstellung im Haus der Kunst einen Überblick über sein bisheriges Schaffen. MEHR


AUSSTELLUNG

Mythos Weimar

15.05 – 27.06.99

Anlässlich des 250. Geburtstags des Dichters Johann Wolfgang von Goethe begab sich die Fotografin Ute Klophaus 1998 in Weimar auf seine Spuren und schuf ein Porträt der Stadt. MEHR


AUSSTELLUNG

Made in Munich

19.09.08 – 11.01.09

Seit Beginn der 1970er-Jahre ist München neben New York und London führend in den Bereichen Editionen und Multiples. Die Ausstellung zeigt Arbeiten von 1968 bis heute, die u.a. von engagierten Münchner Galerien und Editeuren initiiert und produziert wurden. MEHR


AUSSTELLUNG

Sigmar Polke — Remix. Kugelsichere Ferien

17.11.95 – 21.01.96

Parallel zum Heft Nr. 46 des Magazins der Süddeutschen Zeitung präsentierte das Haus der Kunst die Originalblätter aus dem "Bilderalbum", ergänzt durch aktuelle Arbeiten auf Papier. MEHR


AUSSTELLUNG

Hand-Arbeit

02.12.00 – 18.03.01

Unter dem mehrdeutigen Titel "Hand-Arbeit" rückt die Ausstellung den Anteil der Hand an Malerei und Bildhauerei in den Mittelpunkt der Kunstbetrachtung. MEHR


AUSSTELLUNG

Robert Ryman

08.12.00 – 18.02.01

Der amerikanische Künstler Robert Ryman zählt zu den Klassikern der Malerei des 20. Jahrhunderts. Mit Räumen von Ariane Epars, Clay Ketter, Albert Weis, Beat Zoderer MEHR


AUSSTELLUNG

Kurt Schwitters

09.03 – 27.05.01

Die Ausstellung ist eine umfangreiche Retrospektive des Künstlers und Antikünstlers, des Revolutionärs und Traditionalisten, des Bürgerschrecks und Kleinbürgers Kurt Schwitters. MEHR


AUSSTELLUNG

Sean Scully

14.06 – 16.09.01

Im Zentrum der Ausstellung im Haus der Kunst, die rund 100 Gemälde, Pastelle, Aquarelle und Fotografien zeigt, steht Sean Scullys Schaffen in den 1990er-Jahren. MEHR


AUSSTELLUNG

Stories

28.03 – 23.06.02

Der Mensch lernt durch Geschichten, definiert sich über Geschichten und denkt in Geschichten. So war das Erzählen in Bildern über Jahrhunderte hinweg eine der wichtigsten Aufgaben der Kunst. MEHR


AUSSTELLUNG

Jana Sterbak

21.06 – 22.09.02

Die Objekte Jana Sterbaks bewegen sich im Grenzbereich von Installation, Performance, Video und Film. Die Retrospektive zeigt Arbeiten Jana Sterbaks aus den Jahren 1974-2001. MEHR


AUSSTELLUNG

Michel François

15.12.00 – 04.03.01

Der belgische Künstler Michel François spielt mit dem von Carlos Castaneda entlehnten Ausstellungstitel "La plante en nous – Die Pflanze in uns" auf dessen Erfahrungen mit bewusstseinserweiternden Halluzinogenen an. MEHR


AUSSTELLUNG

Neo Rauch — Randgebiet

16.03 – 27.05.01

Die nach dem Bildtitel "Randgebiet" (1999) benannte Ausstellung vereint rund 40 Hauptwerke der vergangenen sieben Jahre und bietet so erstmalig einen Überblick über Neo Rauchs malerisches Schaffen. MEHR


AUSSTELLUNG

Mike Kelley — Katholische Vorlieben.

11.02 – 17.04.95

Mike Kelley hat mit seinen Installationen und Performances der amerikanischen Gegenwartskunst einen Stachel ins Fleisch getrieben. MEHR


AUSSTELLUNG

Ends of the Earth

11.10.12 – 20.01.13

Als erste große Museumsausstellung über Land Art liefert "Ends of the Earth" den bisher umfassendsten Überblick über die Kunstbewegung, die die Erde als Material benutzte und das Land als Medium. Sie zeigt rund 200 Arbeiten von über 100 Künstlern, die außerhalb der vertrauten Handlungsräume des Kunstsystems entstanden. MEHR