Tanz in der Moderne — Von Matisse bis Schlemmer

AUSSTELLUNG 07.02 – 27.04.97

Die Künstler des beginnenden 20. Jahrhunderts waren begeisterte Besucher von Varietés und exotischen Tanzdarbietungen und empfingen aus der Begegnung mit dem Tanz wichtige Impulse. Isadora Duncan, Mary Wigman und Gret Palucca verwarfen im Ausdruckstanz die starren Regeln des klassischen Balletts, und die Serpentinentänze der Amerikanerin Loie Fuller inspirierten eine ganze Generation von Malern, Bildhauern und Literaten der Klassischen Moderne zum radikalen Bruch mit der Tradition und zur Entwicklung einer neuen Bildsprache.
Henri Matisse war der erste Künstler, der in seinem berühmten Gemälde "Der Tanz" (1909/10) das Motiv aus seinem mythologischen und religiösen Zusammenhang löste und den Rhythmus der sich im Reigen wiegenden Körper zum alleinigen Bildthema machte. Wie den Malern der "Fauves" bot der Tanz auch den deutschen Expressionisten die Möglichkeit zur Darstellung entfesselter Kräfte, die sich mit der Vorstellung des Dionysischen verbanden. Besonders Nolde und Kirchner vermochten die enthemmten Bewegungen des Tanzes in die vibrierende Pinselschrift zu übertragen. In spontanen Skizzen suchten die Künstler der »Brücke« die Bewegung der Tanzenden unmittelbar zu erfassen — ihre Werke bilden einen Schwerpunkt der Ausstellung. 
Die Bildhauer Alexander Archipenko und Henri Laurens näherten sich dem Tanz, indem sie die Dynamik ihrer Skulpturen aus dem komplexen Wechselspiel von Masse und Raum gewannen. Mit seinem "Dreiklang" (1929) erhob Rudolf Belling das Tanzmotiv zum Sinnbild der Vereinigung der Künste und damit zum Symbol für die Moderne. Auch die Begeisterung der italienischen Futuristen an der Schnelligkeit der Bewegungsabfolgen beim Tanz verband sich mit der Idee des Modernen. Gino Severini band seine Tänzerinnen in die facettierte Bildfläche ein, die das Nacheinander einzelner Bewegungen suggeriert, während die Drahtfiguren Giacomo Ballas das Fließen der Bewegung aufgreifen. 
Während Sonia Delaunay das Wirbeln der Tänzer zu leuchtenden Kreismotiven aus Farbe, Licht und Bewegung abstrahierte, wich das Interesse der Künstler am spontanen Ausdruck von Lebensfreude nach dem Ersten Weltkrieg unter dem Eindruck des Ungeheuerlichen einer mechanisierten Auffassung vom Tanz. Die abstrakten Bilder von Wassily Kandinsky und die geometrischen Kompositionen von Theo van Doesburg und Sophie Taeuber-Arp zielen in stark reduzierter Formensprache auf die Gesetzmäßigkeit der Bewegung. Den Höhepunkt und Ausklang des fruchtbaren Dialogs zum Thema "Tanz in der Moderne" bildet am Ende der 1920er Jahre das "Triadische Ballett" des Bauhaus-Künstlers Oskar Schlemmer. 

In Zusammenarbeit mit der Kunsthalle in Emden
Gefördert durch die Deutsche Telekom

Henri Matisse, Der Tanz, Komposition Nr. 1, 1909, Staatliches Puschkin Museum, Moskau
Henri Matisse, Der Tanz, Komposition Nr. 1, 1909, Staatliches Puschkin Museum, Moskau
Tanz in der Moderne – Von Matisse bis Schlemmer, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1997, Foto Wilfried Petzi
Tanz in der Moderne – Von Matisse bis Schlemmer, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1997, Foto Wilfried Petzi
Tanz in der Moderne – Von Matisse bis Schlemmer, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1997, Foto Wilfried Petzi
Tanz in der Moderne – Von Matisse bis Schlemmer, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1997, Foto Wilfried Petzi
Tanz in der Moderne – Von Matisse bis Schlemmer, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1997, Foto Wilfried Petzi
Tanz in der Moderne – Von Matisse bis Schlemmer, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1997, Foto Wilfried Petzi
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Tanz in der Moderne – Von Matisse bis Schlemmer, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1997, Foto Wilfried Petzi
Tanz in der Moderne – Von Matisse bis Schlemmer, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1997, Foto Wilfried Petzi

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