Lovis Corinth (1858–1925) — Retrospektive

AUSSTELLUNG 04.05.96 – 21.07.97

Lovis Corinth zählt neben Max Liebermann und Max Slevogt zu den bedeutendsten Vertretern des deutschen Impressionismus. Der kunsthistorische Begriff jedoch verkennt die Vielseitigkeit dieses Malers, dessen Lebenszeit von 1858 bis 1925 viele Strömungen in der europäischen Kunst des ausgehenden 19. und des beginnenden 20. Jahrhunderts einschließt. In der ambivalenten Stellung zwischen Tradition und Moderne entfaltet Corinths Werk seinen Facettenreichtum in einem breiten Themenspektrum, das historische, religiöse und mythologische Darstellungen ebenso umfasst wie Porträt, Selbstbildnis, Stillleben und Landschaft. 
Geboren in Ostpreußen, absolvierte Corinth seine Ausbildung in Antwerpen, Paris und an den Kunstakademien in Königsberg und München, bevor er sich 1891 in München niederließ. Die frühen Bilder orientieren sich mit dunkler Palette und toniger Malweise noch an der Münchner Malerschule und den Vorbildern Wilhelm Leibl, Arnold Böcklin und Franz von Stuck. Doch deuten die furiosen "Schlachthausbilder" und die skandalöse "Salome" (1900) bereits in die Moderne. 
Seit 1901 in Berlin lebend, fand Corinth endlich höchste künstlerische Wertschätzung und gesellschaftliche Anerkennung als Präsident der Sezession. Seine Frau Charlotte stand ihm neben dem "Selbstbildnis mit Rückenakt" (1903) oder als schwangere "Donna gravida" (1909) für viele impressionistische Bilder von zärtlicher Sinnlichkeit Modell. 
Das Jahr 1911 erlebte Corinth infolge eines Schlaganfalls als persönliche und künstlerische Zäsur. Getragen von großer Lebens- und Schaffensfreude fand er in der Folge zu einer radikal-expressiven Bildsprache. Seine Blumenstillleben, Landschaften und die Vielzahl von Porträts jener Jahre lassen mit leuchtenden Tönen, plastischem Farbauftrag und ungestümem Pinselduktus den Impressionismus hinter sich. Insbesondere die Reihe der eindringlichen Selbstbildnisse, etwa das "Selbstporträt im Pelz und Pelzbarett" (1916), aber auch der "Rote Christus" (1922), dienen Corinth als Medium der Reflexion künstlerischer wie existentieller Fragen. 
Zu größter malerischer Virtuosität fand Lovis Corinth in den späten Walchensee-Bildern. Im Wechsel der Jahreszeiten und im Variantenreichtum der Natur verdichtet sich die Landschaftsdarstellung zur melancholischen Metapher des Lebens. Hier finden schließlich Lovis Corinths künstlerisches Werk und seine eindringliche Selbstbefragung ihren Höhepunkt und Abschluss.

Lovis Corinth (1858–1925) – Retrospektive, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1996, Foto Wilfried Petzi
Lovis Corinth (1858–1925) – Retrospektive, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1996, Foto Wilfried Petzi
Lovis Corinth (1858–1925) – Retrospektive, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1996, Foto Wilfried Petzi
Lovis Corinth (1858–1925) – Retrospektive, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1996, Foto Wilfried Petzi
Lovis Corinth (1858–1925) – Retrospektive, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1996, Foto Wilfried Petzi
Lovis Corinth (1858–1925) – Retrospektive, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1996, Foto Wilfried Petzi
Lovis Corinth (1858–1925) – Retrospektive, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1996, Foto Wilfried Petzi
Lovis Corinth (1858–1925) – Retrospektive, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1996, Foto Wilfried Petzi
Lovis Corinth (1858–1925) – Retrospektive, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1996, Foto Wilfried Petzi
Lovis Corinth (1858–1925) – Retrospektive, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1996, Foto Wilfried Petzi

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