Der Romantiker Johan Christian Dahl — Weggefährte von Caspar David Friedrich

AUSSTELLUNG 12.07 – 13.10.02

Der Norweger Johan Christian Dahl (1788-1857) gilt neben Caspar David Friedrich als wichtigster Vertreter der Malerei der Romantik. Nach einem Studium in Kopenhagen verschlug es ihn 1818 nach Dresden, wo er als Professor lehrte und, unterbrochen von mehreren Auslandsaufenthalten, 1857 starb. Sein Name wird immer wieder im Zusammenhang mit Friedrich genannt, nicht nur weil zwischen den beiden Malern eine Freundschaft bestand, sondern auch weil sich beide der Landschaftsmalerei widmeten und häufig dieselben Kunstausstellungen beschickten. Während Caspar David Friedrich jedoch schnell bekannt wurde, blieb das Interesse an Dahls Œuvre in Deutschland begrenzt. Ein erneuter Blick auf die Bilder Johan Christian Dahls soll dessen Verdienste um die deutsche Malerei des beginnenden 18. Jahrhunderts würdigen. 
Dahl hinterließ ein umfangreiches malerisches Werk, vorwiegend bestehend aus Landschaftsbildern und Veduten aus seiner Dresdner Umgebung wie aus seiner norwegischen Heimat. Der Vielfalt der Ansichten entspricht ein dem Wechsel der Jahres- und Tageszeiten folgendes Repertoire an Lichtstimmungen. Anders als Caspar David Friedrich sind jedoch Johan Christian Dahls Darstellungen von Mondscheinnächten über Dresden, von Wolken verhangenen Gebirgslandschaften, verschneiten Gräbern, ja selbst der Blick aus einem geöffneten Fenster nicht als symbolische Hinweise auf eine tiefere Bedeutung zu verstehen. Vielmehr spürt Dahl ohne Sentiment und Pathos den Veränderungen der Natur nach, ihm sind ihre unmittelbare Erfahrbarkeit und die damit verbundene Erkenntnis Geheimnis genug. Damit sprengt er die romantischen Vorstellungen seiner Zeit und beansprucht eine künstlerische Souveränität, die wir heute als autonome Leistung des 19. Jahrhunderts wahrnehmen. 
Die Ausstellung veranschaulicht den schöpferischen Prozess von der Zeichnung zum durchkomponierten Landschaftsbild und macht die innovative Kraft von Dahls Schaffen und ihre Wirkung auf die Zeitgenossen nachvollziehbar. Insbesondere die vor der Natur entstandenen kleinformatigen Ölskizzen weisen ihn schon im frühen 19. Jahrhundert als einen der wichtigsten Wegbereiter der Freilichtmalerei aus. 
Schwerpunkte der Ausstellung bilden die Werke von Dahls Wirkungsstätten Kopenhagen, Rom und Dresden. Insgesamt werden 75 Gemälde sowie mehr als 60 Aquarelle, Zeichnungen und Radierungen gezeigt. Darunter befinden sich auch einige der großformatigen Bilder, die bislang kaum in Deutschland zu sehen waren. Die großzügigen Leihgaben aus den bedeutendsten Dahl-Sammlungen in Oslo, Bergen und Kopenhagen werden ergänzt durch Leihgaben aus norwegischen, dänischen und deutschen Sammlungen. 

In Zusammenarbeit mit der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen 
Schloss Gottorf 

Johan Christian Dahl, Larvik im Mondlicht, 1839, Nasjonalgalleriet, Oslo
Johan Christian Dahl, Larvik im Mondlicht, 1839, Nasjonalgalleriet, Oslo
Johan Christian Dahl, Die Elbe bei Mondschein, 1846, Nasjonalgalleriet, Oslo
Johan Christian Dahl, Die Elbe bei Mondschein, 1846, Nasjonalgalleriet, Oslo
Johan Christian Dahl, Schiffbruch an der norwegischen Küste, 1831/32, Statens Museum for Kunst, Kopenhagen
Johan Christian Dahl, Schiffbruch an der norwegischen Küste, 1831/32, Statens Museum for Kunst, Kopenhagen
Johan Christian Dahl, Aussicht vom Mont Sant' Angelo, 1824, Statens Museum for Kunst, Kopenhagen
Johan Christian Dahl, Aussicht vom Mont Sant' Angelo, 1824, Statens Museum for Kunst, Kopenhagen
Der Romantiker Johan Christian Dahl – Weggefährte von Caspar David Friedrich, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2002, Foto Wilfried Petzi
Der Romantiker Johan Christian Dahl – Weggefährte von Caspar David Friedrich, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2002, Foto Wilfried Petzi
Der Romantiker Johan Christian Dahl – Weggefährte von Caspar David Friedrich, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2002, Foto Wilfried Petzi
Der Romantiker Johan Christian Dahl – Weggefährte von Caspar David Friedrich, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2002, Foto Wilfried Petzi
Der Romantiker Johan Christian Dahl – Weggefährte von Caspar David Friedrich, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2002, Foto Wilfried Petzi
Der Romantiker Johan Christian Dahl – Weggefährte von Caspar David Friedrich, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2002, Foto Wilfried Petzi

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Carl Philipp Fohr

25.04 – 20.07.97

Carl Philipp Fohr zählt zu den bedeutendsten Künstlern der deutschen Romantik und gilt heute als Inbegriff des "frühvollendeten" Künstlers. MEHR


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Sammlung Rau

05.10.01 – 13.01.02

Die Sammlung Rau ist eine der bedeutendsten privaten Kunstsammlungen in Europa. Bis vor kurzem noch nahezu unbekannt, wird sie mit dieser Ausstellung erstmals öffentlich vorgestellt. MEHR


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Die Sammlung Maximilian Speck von Sternburg

28.01 – 01.05.00

Die Sammlung des Leipziger Großkaufmanns und Kunstmäzens Maximilian Speck von Sternburg (1776-1856) zählt zu den bedeutendsten bürgerlichen Kunstsammlungen des 19. Jahrhunderts. MEHR


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Goethes italienisches Museum

13.05 – 30.07.00

"Geheimster Wohnsitz" ist der Titel eines um 1810 entstandenen Gedichts von Johann Wolfgang von Goethe, es handelt von einem imaginären Bauwerk in Italien, das der geistigen Erziehung dienen soll. MEHR


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06.09 – 09.11.97

Die Ausstellung vereint die großen Künstler um 1800 und bezeichnet zugleich die konträren Temperamente, welche die Epoche zwischen Sturm und Drang und frühem Realismus im deutschen Sprachgebiet rahmen. MEHR


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Ernste Spiele

04.02 – 01.05.95

Die Ausstellung stellt die deutsche Romantik als den Beginn der modernen Kunst in Deutschland vor und die künstlerische Avantgarde seit 1900 als eine zweite Romantik. MEHR


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Spuren des Geistigen

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Ausgehend von der Mystik im Werk eines Caspar David Friedrich führte die künstlerische Suche nach geistigen und spirituellen Inhalten im Laufe des 20. Jahrhunderts zu herausragenden künstlerischen Positionen, die versuchten, dem Kosmischen und Unendlichen Ausdruck zu verleihen. MEHR


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Venus und Mars

23.07 – 11.10.98

Das berühmte "Mittelalterliche Hausbuch" ist eine einzigartige Zusammenstellung von handschriftlichen Texten zu praktischen Themen und prachtvollen Zeichnungen. MEHR


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Die Nacht

01.11.98 – 14.02.99

Thema der Ausstellung ist die Entwicklung des Nachtbildes in der abendländischen Malerei vom 15. bis ins 20. Jahrhundert. MEHR


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Angelika Kauffmann

07.02 – 18.04.99

Die Künstlerin (* 1741, Chur/Schweiz) erhielt eine für Mädchen ungewöhnlich sorgfältige Erziehung. Im Alter von 12 Jahren malte Angelika ihr erstes Selbstbildnis und erhielt erste Porträtaufträge. MEHR


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Es muss nicht immer Rembrandt sein...

02.07 – 01.08.99

Das 90-jährige Jubiläum des Kunsthistorischen Instituts München bildet den Anlass, seine bedeutende Sammlung von Druckgrafik im Haus der Kunst zu präsentieren. MEHR


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Leonardo da Vinci : Joseph Beuys

15.10.99 – 09.01.00

Der Codex Leicester im Spiegel der Gegenwart: Zwei der einflussreichsten Künstler aller Zeiten im Dialog – Leonardo da Vinci und Joseph Beuys . MEHR


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Schnorr von Carolsfeld

31.05 – 06.08.00

1908 erwarb das Dresdner Kupferstich-Kabinett die Zeichnungen zum "Landschaftsbuch" des Julius Schnorr von Carolsfeld. Es umfasst 115 Landschaftszeichnungen – eines der eindrucksvollsten Zeugnisse romantischer Landschaftskunst aus dem Kreis der Nazarener. MEHR


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Corot, Courbet und die Maler von Barbizon.

04.02 – 21.04.96

250 Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Grafiken bezeugen ein neues Naturverständnis, das die Voraussetzung für die Malerei des Impressionismus und der Moderne in Europa geschaffen hat. MEHR


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Im Wettstreit

01.02 – 05.05.02

Das Nachdenken von Künstlern über ihr Medium ist so alt wie die Kunst selbst. Nicht nur gelehrte Diskussionen und literarische Abhandlungen machten die Kunst zu ihrem Thema, sondern immer wieder auch die Kunstwerke selbst. MEHR


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Paul Gaugin

Mit Paul Gauguin rückte ein Künstler in den Blickpunkt, der zu seiner Zeit weit davon entfernt war, jenen "schöpferischen Geist Frankreichs" zu verkörpern, den Germain Bazin, Chefkurator des Louvre-Museums in Paris, in seinem Katalogaufsatz beschwört. MEHR


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Internationale Plakate 1871–1971

09.10.71 – 02.01.72

Hundert Jahre nach dem Plakat Fred Walkers "Woman in White" (1871) und in einer Zeit, in der sich Andy Warhol im Rahmen der Pop Art die Darstellung von Konsumprodukten zu eigen machte, machte sich die Ausstellung daran, die Kunstgeschichte des Plakats nachzuzeichnen. MEHR


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Die Münchner Schule 1850–1914

28.07 – 07.10.79

Die von den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen organisierte Ausstellung widmete sich einer umfassenden Darstellung der Münchner Malerei zwischen 1850 und 1914. MEHR


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Barnes Collection

23.06 – 22.10.95

Die Ausstellung zeigt die legendäre Sammlung moderner Kunst, die Alfred C. Barnes zusammengetragen hat. Gezeigt werden berühmte Schlüsselwerke der rund 2000 Werke umfassenden Sammlung. MEHR


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Pierrot — Melancholie und Maske.

15.09 – 03.12.95

Die melancholische Komödiantenfigur des Pierrot fasziniert seit rund 400 Jahren die Künstler. Als facettenreiche Figur steht sie im Mittelpunkt dieser Ausstellung und belegt ihre bis heute anhaltende Aktualität. MEHR