Germaine Krull — Avantgarde als Abenteuer. Fotografien 1915-1968.

AUSSTELLUNG 22.01 – 12.03.00

Germaine Krull (1897-1985) profilierte sich als große Fotografin vor dem Hintergrund einer kosmopolitischen Biografie. Geboren in Ostpreußen, aufgewachsen in Italien, Frankreich und der Schweiz, begann sie 1915 ihre Fotografie-Ausbildung in München und eröffnete dort 1917 ihr erstes Fotoatelier, wo u. a. ihr berühmtes Porträt von Kurt Eisner entstand. Nach ihrer durch die Wirren der Räterepublik bedingten Ausweisung lebte die politische Aktivistin Germaine Krull in Russland, bevor es sie nach Berlin, Amsterdam und 1925 schließlich nach Paris verschlug. 
Dort gelang ihr mit außergewöhnlichen Fotografien von technischen Bauwerken, Häfen und Industrieanlagen der Durchbruch. Sie schuf einen neuen Typus technischer Fotografie ohne spektakuläre Bildrhetorik. Mit ihrem ersten Fotobildband "Metall" (1928), einem Hymnus auf die Ingenieurskunst, avancierte sie zur internationalen Avantgarde der Fotografen. Befreundet mit Sonia und Robert Delaunay, Man Ray und André Kertész, übernahm sie zahlreiche Aufträge für Zeitschriften, Mode und Werbung. Ihre Porträts und Straßenmotive – darunter eine Reportage über die Pariser Clochards – waren geprägt durch einen unkonventionellen Realismus, der mit schrägem Blickwinkel und fragmentierendem Bildausschnitt den Einfluss des Neuen Sehens der Bauhausschule erkennen lässt. 
Während des Zweiten Weltkriegs hielt sich Germaine Krull in Brasilien und Afrika auf; 1946 war sie als Kriegsberichterstatterin in Indochina unterwegs und ließ sich 1965 dauerhaft in Nordindien nieder. Die Fotografien, die auf ihren zahllosen Reisen entstanden, zeugen vom Interesse an den Lebensbedingungen der Bevölkerung jener Länder. Der Kunsttheoretiker Walter Benjamin schätzte Germaine Krulls politisch wie menschlich engagierte Haltung ebenso wie ihre radikale Bildästhetik und wies ihr den gleichen künstlerischen Rang zu wie August Sander und Karl Blossfeldt. 

Germaine Krull – Avantgarde als Abenteuer. Fotografien 1915-1968, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2000, Foto Wilfried Petzi
Germaine Krull – Avantgarde als Abenteuer. Fotografien 1915-1968, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2000, Foto Wilfried Petzi
Germaine Krull – Avantgarde als Abenteuer. Fotografien 1915-1968, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2000, Foto Wilfried Petzi
Germaine Krull – Avantgarde als Abenteuer. Fotografien 1915-1968, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2000, Foto Wilfried Petzi
Germaine Krull – Avantgarde als Abenteuer. Fotografien 1915-1968, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2000, Foto Wilfried Petzi
Germaine Krull – Avantgarde als Abenteuer. Fotografien 1915-1968, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2000, Foto Wilfried Petzi
Germaine Krull – Avantgarde als Abenteuer. Fotografien 1915-1968, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2000, Foto Wilfried Petzi
Germaine Krull – Avantgarde als Abenteuer. Fotografien 1915-1968, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2000, Foto Wilfried Petzi
Germaine Krull – Avantgarde als Abenteuer. Fotografien 1915-1968, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2000, Foto Wilfried Petzi
Germaine Krull – Avantgarde als Abenteuer. Fotografien 1915-1968, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2000, Foto Wilfried Petzi
Germaine Krull – Avantgarde als Abenteuer. Fotografien 1915-1968, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2000, Foto Wilfried Petzi
Germaine Krull – Avantgarde als Abenteuer. Fotografien 1915-1968, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2000, Foto Wilfried Petzi

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