Richard Prince — Passionsspiel

AUSSTELLUNG 15.11.96 – 06.01.97

Die schon legendäre "Edition No. 46" des Magazins der Süddeutschen Zeitung — die am 46. Wochenende des Jahres jeweils einem Künstler gewidmet ist — nimmt das Haus der Kunst wiederholt zum Anlass für eine Ausstellung. Richard Prince, geboren 1949 und heute in New York lebend, erzielte erste Erfolge mit "refotografierten" Bildern aus den Medien, die, wie etwa die "Cowboys", Motive der Konsumwelt aufgreifen und zu Mythen stilisieren. Mit ihnen trat er u.a. 1989 auf der Biennale in Venedig und 1992 auf der documenta 9 in Erscheinung. 

Die Ausstellung präsentiert darüber hinaus eine Reihe seiner provokativen "Witz"-Bilder — im Siebdruckverfahren auf großformatige, monochrome Leinwände übertragene Cartoons aus Zeichnung und Schrift — mit denen er Ende der 1980er-Jahre in der Kunstszene für großes Aufsehen sorgte. Ein Repertoire von "jokes" — meist eine schlichte Anspielung auf die Beziehung der Geschlechter — dient dem Künstler als Readymade aus der Alltagskultur. Indem er den Betrachter zum Lachen bringt, unterläuft er den bildungsbürgerlichen Kunstgenuss. In ihrer Neutralität und Sachlichkeit verkörpert diese Werkserie von Richard Prince seine Absicht, Bilder zu machen, an denen es "nichts zu deuten, nichts zu spekulieren gibt". Mit seiner Aneignung medialer Bilder entzieht sich Richard Prince der Aufgabe, Neues schaffen zu müssen. Doch obwohl er gegen das Diktat künstlerischer Originalität ankämpft, zeugen seine neuen Zeichnungen von einer Kehrtwende. In den mit Kugelschreiber gemalten Köpfen sieht Prince einen "seltsamen Freund", der als Alter Ego des Künstlers sein Inneres, die verwundbaren Seiten, präsentiert. In Anspielung auf die Passionsspiele von Oberammergau werden die Zeichnungen zum Ausdruck eines persönlichen "Kreuzwegs" im leidvollen Überlebenskampf als Außenseiter der Gesellschaft. Im Interview mit dem SZ Magazin beschreibt er sein künstlerisches Interesse dahingehend: "Die Beziehung von Außenwelt und Innenwelt ist wohl mein großes Thema." 

Die Ausstellung ist eine Gemeinschaftsproduktion von Haus der Kunst und Süddeutsche Zeitung/Magazin.

Richard Prince – Passionsspiel, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1996, Foto Wilfried Petzi
Richard Prince – Passionsspiel, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1996, Foto Wilfried Petzi
Richard Prince – Passionsspiel, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1996, Foto Wilfried Petzi
Richard Prince – Passionsspiel, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1996, Foto Wilfried Petzi
Richard Prince – Passionsspiel, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1996, Foto Wilfried Petzi
Richard Prince – Passionsspiel, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1996, Foto Wilfried Petzi
Richard Prince – Passionsspiel, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1996, Foto Wilfried Petzi
Richard Prince – Passionsspiel, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1996, Foto Wilfried Petzi

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AUSSTELLUNG

Albert Renger-Patzsch — Retrospektive

01.02 – 13.04.98

Neben August Sander und Karl Blossfeld zählt Albert Renger-Patzsch (1897-1966) zu den bedeutendsten Vertretern der Fotografie in Deutschland. MEHR


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Brassai — Vom Surrealismus zum Informel.

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Die Fotografien von Gyula Halász, der sich Brassai nannte, führen ins Paris der 1930er-Jahre, wo er zunächst als Journalist arbeitete und dann autodidaktisch zur künstlerischen Fotografie fand. MEHR


AUSSTELLUNG

Germaine Krull

22.01 – 12.03.00

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Francis Bacon wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zum bedeutendsten Erneuerer der figurativen Malerei. In der Zeit des Abstrakten Expressionismus und des Informel konzentrierte er sich auf die Darstellung des Menschen. MEHR


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10.01 – 11.02.97

Wie Francis Bacon, konzentriert sich auch Hughie O'Donoghue auf den menschlichen Körper, seine Fleischlichkeit, Verwundbarkeit und sinnliche Kraft. MEHR


AUSSTELLUNG

Julião Sarmento

24.10.97 – 18.01.98

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AUSSTELLUNG

Umbo

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Otto Umbehr, genannt Umbo, gilt neben Laszlo Moholy-Nagy als einer der großen Fotografen des Weimarer Bauhauses. MEHR


Essay

Die Bedingungen der Spektralität und des Sehens in den Fotografien von Thomas Ruff

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AUSSTELLUNG

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AUSSTELLUNG

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19.09.08 – 11.01.09

Ausgehend von der Mystik im Werk eines Caspar David Friedrich führte die künstlerische Suche nach geistigen und spirituellen Inhalten im Laufe des 20. Jahrhunderts zu herausragenden künstlerischen Positionen, die versuchten, dem Kosmischen und Unendlichen Ausdruck zu verleihen. MEHR


Video, Gespräch

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Das Werk Thomas Ruffs ist hinsichtlich seiner Vielschichtigkeit und Komplexität in der Geschichte der künstlerischen Fotografie einzigartig. Kurator Thomas Weski befragte den Künstler MEHR


AUSSTELLUNG

Bernd und Hilla Becher

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AUSSTELLUNG

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Sammlung Herzog

06.04 – 12.06.05

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